Frauen: Ich bin jeden Tag menschlicher, zwar weniger perfekt, aber glücklicher

23. November 2016 en Psychologie 0 Geteilt

„Ich bin eine Frau, jeden Tag menschlicher, weniger perfekt und dennoch glücklicher. Ich bin zu meiner eigenen und wichtigsten Medizin geworden. Vielleicht ist es das Alter, aber ich habe endlich verstanden, dass wir auf diese Welt kommen, um ,zu sein‘ und ,sein zu lassen‘. Denn es ist es nicht wert, sich in anderen zu verlieren, um nicht länger man selbst zu sein, denn wer mich anders haben will, liebt mich einfach nicht.“

Wir hören häufig Sätze, wie: „Die Selbstkenntnis ist die größte Weisheit.“  Es stimmt natürlich, dass jemand, der sich selbst kennt, weise ist, da er selbst sein stärkster Verbündeter ist, um sich nach dem zu richten, wozu er sich entschieden hat, als er Frieden mit sich selbst schloss. Denn ein Wissen ohne Handeln hat keinen Sinn, es ist nichts weiter als eine Laune. Und wer seine Traurigkeit kennt, soll auch den Mut dazu haben, sich von ihr zu befreien.

Ich bin innen und außen aufgewacht. Ich bin meine eigene Medizin, mein Talisman, ein rebellierendes Herz, das nun keine gefangene Liebe mehr will. Ich bin menschlicher, weniger perfekt und glücklicher. Ich bin es in der Tat wert, mich jeden Tag selbst zu lieben, frei von diesem beschränkten Horizont, der besagt, dass meine Träume zu groß seien.“

Das mag vielleicht seltsam klingen, aber es gibt viele Menschen, die in Bezug auf das persönliche Wachstum sagen, dass wir zweimal geboren würden: das erste Mal, wenn wir das Licht der Welt erblicken, das zweite Mal, wenn wir den emotionalen Schmerz erstmals entdecken, den Verlust, den Bruch dessen, was bis zu diesem Moment unsere Grundlage war.

Leid ist der Vorbote unserer Wiedergeburt. Dort, wo wir zu unseren eigenen Heilern werden, zu Medizinfrauen, die mit ihren heilenden Händen ihre eigenen unsichtbaren Wunden verschließen. Das, was wir daraus lernen, vergessen wir niemals und es macht uns zu dem wunderbaren Wesen, das wir heute sind.

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Weniger perfekt, aber weiser

Die Gesellschaft erwartet von einer Frau fast immer, dass sie in ihrem „fraulichen Dasein“ perfekt ist. Frauen müssen eine gute Tochter, eine gute Ehefrau, eine perfekte Mutter sein und selbstverständlich auf ihr Aussehen achten, bei dem es nicht gern gesehen ist, dass sie Falten, Dehnungsstreifen, Cellulite und ein paar Kilo zu viel auf der Hüfte haben. Nur wenn sie es schaffen, zu verstehen, dass sie nicht so perfekt sein müssen und stolz und erhobenen Hauptes gegen diese Stereotypen ankämpfen, werden sie wahrhaft glücklich.

Was Frauen manchmal weisgemacht wird, ist, dass sie trotz allem immer ein schlechtes Selbstbild haben. Da das eine Tatsache ist, machen wir doch mal eine kleine Probe: Wir geben in die Suchmaschine unseres Internet-Browsers „Selbstwertgefühl Frau“ ein und erhalten sofort unzählige Treffer, die erklären, welche Strategien Frauen anwenden können, um ihr Selbstwertgefühl zu verbessern.

Wir werden dort manchmal als „zerbrechlich“, als „Kämpferinnen“, als Betroffener des „Wendy-Syndroms“ bezeichnet und nur sehr selten finden wir Beispiele dafür, dass wir „Alltagsheldinnen“ und die Grundpfeiler unserer Familie sind. Es scheint so, als würde uns die Gesellschaft diese negativen Stigma auferlegen, obwohl Frauen in Wahrheit sehr gut wissen, wer sie sind, was sie wollen und wie sie es erreichen.

Doch bezüglich dieses Themas ist es unser eigenes soziales Umfeld, welches uns Grenzen setzt.

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Der erbitterte Kampf um das Glück

In einer aufschlussreichen Studie, die von dem „Amerikanischen Verband der Studierenden Frauen“ durchgeführt wurde, fand man etwas Interessantes heraus: Ein Großteil der Mädchen besitzt ein gutes Selbstwertgefühl, wenn sie zu jungen Erwachsenen werden. Bis dahin sind die jugendlichen Mädchen einzigartige Wesen mit großartigen und interessanten Vorstellungen von der Welt, die ein gutes Bild von sich selbst haben.

Jedoch wurde bei dieser Forschungsarbeit beobachtet, dass viele Mädchen im Alter von 15 oder 16 Jahren am meisten Wert darauf legen, anderen zu gefallen, um in das jeweilige soziale Umfeld zu passen. Doch um „zu gefallen“, ist es notwendig, sich gewissen ästhetischen Vorbildern und Verhaltensweisen anzupassen, die von Stereotypen geprägt sind. Das Selbstwertgefühl wird in dieser Phase ihres Lebens ganz offensichtlich in Mitleidenschaft gezogen. Weiter ist bekannt, dass auch Jungen diese Selbstfindungsphase durchleben und ihre Selbstwahrnehmung erschüttert wird.

So wie uns die Psychologin Jean Twenge in ihren Arbeiten erklärt, beginnt in dieser Zeit die Verzerrung des Bildes der Frau. Die Weiblichkeit wird in die Schublade „unverbesserlich zu geringes Selbstwertgefühl“ eingeordnet. Aber das ist ein Fehler und entspricht absolut nicht der Wahrheit.

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Die Frau und ihre Stärken

Die Anthropologin und Biologin Helen Fisher verdeutlicht uns in ihrem Buch Das starke Geschlechtdass die Frau nicht geboren wird, sondern sich selbst erschafft. Wenn sich eine Frau als weniger perfekt wahrnimmt – und sie hat auch das Recht dazu, nicht perfekt sein zu müssen –  dann werden viele ihrer Stärken sichtbar.

  • Es ist möglich, dass wir uns in unserer Jugend von Außenstehenden etwas weismachen lassen haben, aber jung zu sein bedeutet letztendlich, nicht immer die richtige Entscheidung zu treffen und das Erstbeste zu nehmen, das sich uns bietet. Nach und nach werden wir schlauer, lernen, was wir von anderen und uns selbst verlangen können. Die Identität wird gestärkt und wir verstehen sehr gut, was wir wollen und was nicht.
  • Die Frau von heute ist keine Wendy, die sich danach sehnt, sich um Peter Pan zu kümmern. Die Frau von heute glaubt nicht mehr an Märchen oder möchte auch keine unreifen Männer, die nicht erwachsen werden wollen. Sie liebt sich selbst, vertraut auf ihre Intuition, auf ihre Instinkte und sie weiß, dass sie es verdient, ihre Träume zu verwirklichen.
  • Auch wenn es stimmt, dass Frauen anfälliger als Männer dafür sind, Ängste zu entwickeln oder an Depressionen zu erkranken, verfügen sie doch über bessere persönliche und psychologische Mittel, um diesen Situationen die Stirn zu bieten und gestärkt aus ihnen hervorzugehen. Denn wenn sie von etwas eine Ahnung haben, dann von der Resilienz.

Es kann gut sein, dass es viele nicht wissen, aber Frauen haben gelernt, in ihrem Inneren als wahrhafte Medizinfrauen nach der uralten Weisheit zu suchen. Sie verstehen etwas von den Phasen des Lebens, von der Wiedergeburt, vom Verlust und vom Sieg, davon, loszulassen und das Glück zu begrüßen. Sie sind keinesfalls zerbrechliche Wesen. Jede Frau ist aus goldenen Blättern gemacht, die von den Strahlen der Sonne erleuchtet werden, und aus den Wurzeln, die den schlimmsten Stürmen standhalten.

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