Ich warte nicht länger auf Züge, jetzt erzeuge ich selbst die Bewegung

25. Juli 2017 en Psychologie 190 Geteilt

Ich habe aufgehört, auf Züge zu warten, die meinen Namen tragen. Zurück bleibt nur der Bahnsteig der geplatzten Wünsche und Träume, die nie wahr werden. Denn jetzt bin ich diejenige, die die Bewegung erzeugt, ich selbst erschaffe den Weg. Wer also möchte, kann diese Entdeckungsreise mit mir machen. Wer das nicht möchte, kann an der nächsten Station aussteigen.

Sich für diese einfache aber mutige Einstellung zu entscheiden, ist zweifellos ein großer Schritt hin zu unserem persönlichen Wachstum und diesem emotionalen Wohlbefinden, das manchmal ins Wanken gerät. Jedoch müssen wir uns eingestehen, dass wir daran gewöhnt sind, zu warten, und dass wir dieses Warten durch sehnsüchtiges Träumen und dem Wunsch nach Perfektion noch unerträglicher machen.

Manchmal – und es ist wichtig, das hervorzuheben – ist es die Gesellschaft selbst, die uns mit ihren Tentakeln im Wartezimmer des Lebens gefangen hält. Die komplizierte Arbeitswelt und alltägliche Verpflichtungen sind dafür verantwortlich, dass wir vieles zurückstellen müssen. Wir sehen uns dazu gezwungen, einen neuen Titel zu erhalten, einen Vertrag oder einen noch besseren Vertrag abzuschließen, damit Veränderungen und diese ersehnte Bewegung in unser Leben kommen.

Aber trotz dieser Umstände kann uns nichts und niemand unserer Einstellung berauben. Die Bewegung findet in unserem Innern statt. Infolgedessen ist es nicht wichtig, dass alle Züge in die entgegengesetzte Richtung zu fahren scheinen, denn wer seinen Weg, seine Träume und Ideale kennt, der wartet nicht am Bahnsteig.

Warten und glauben, dass unser Leben eine Pause macht

Es gibt viele Situationen, in denen ein Mensch das eindeutige Gefühl hat, dass jemand den Pausenknopf gedrückt hat: keinen Partner zu haben, arbeitslos zu sein, in einem persönlichen Projekt versagt zu haben oder auf beruflicher oder emotionaler Ebene abgelehnt zu werden sind zweifellos Beispiele für solche Situationen, die uns tief in unserem Inneren treffen und sogar paralysieren können.

Deshalb müssen wir verstehen, dass das Leben nie eine Pause macht, immer weitergeht, sich stets etwas tut, sich immer wieder eine neue Möglichkeit ergibt. Wer allerdings pausiert, sind wir. Wir finden keinen Antrieb mehr, keine Motivation. Bernice Neugarten war eine der ersten Psychologinnen, die die Entwicklung von Erwachsenen und diese so komplizierten Zeiten unseres Lebens studierte, in denen wir Menschen überzeugt sind, dass unsere Welt zum Stillstand gekommen und wir mit einer traurigen, apathischen und glanzlosen Ausstrahlung regelrecht eingefroren wären.

Neurgarten hat in der Theorie des Life on Hold  (zu Deutsch: Leben in der Warteschleife)  einen Wandel beschrieben, dem wir die Stirn bieten müssen. Das größte Problem besteht häufig darin, das wir beim Gedanken an die Zukunft Ungewissheit und sogar Pessimismus verspüren. Gedanken dazu, dass „der Zug für mich abgefahren und der ideale Partner nicht mehr zu finden“  sei, oder dass „es schon feststeht, dass ich keine gute Anstellung mehr erreichen werde”,  verlängern diese Zeit des Wartens noch und erschweren die eigene Veränderung hin zu etwas Besserem.

Wie wir die Haltestelle „Endstation Träume” verlassen können

Wir leben in einer Welt, in der es ständig um die Zukunft geht: „Kommen Sie morgen wieder”, „ich rufe dich morgen an”  und „wenn du das erreichst, wirst du etwas anderes bekommen.”  Wir verweilen auf den Bahnhöfen, die den Namen „Ewiges Warten” tragen und fragen uns, ob die Sache mit dem Glück nur Lug und Betrug oder ein Preis ist, den man gewinnt, wenn man genügend Punkte gesammelt hat. Züge fahren vorbei, Gelegenheiten kommen und gehen, aber es scheint, als würde keiner unseren Namen tragen. Wie können wir dann inmitten dieser Zeiten der Ungewissheit überleben, wo Krisen kein Verfallsdatum zu haben scheinen?

„Von gestern lernen, für heute leben, Hoffnung für morgen haben – wichtig ist, dass wir nicht damit aufhören, Dinge zu hinterfragen.”

Albert Einstein

Nachstehend möchten wir dir ein paar einfache Ratschläge mit auf den Weg geben.

3 Ratschläge, um selbst die Bewegung unseres Lebens zu sein

  • Der erste Ratschlag ist ganz einfach: Wir müssen unser Ziel, unseren Punkt am Horizont klar vor Augen haben. Das Beste ist es, ein klares und realistisches Ziel in Übereinstimmung mit unseren Möglichkeiten zu haben, aber ohne das eigene Potenzial zu unterschätzen.
  • Der zweite Aspekt, den uns Bernice Neugarten in ihrer Theorie über den Lebenswandel nennt, ist die Notwendigkeit, jeden Tag zu versuchen, die eigene Zukunft zu erschaffen. Es reicht nicht, nur davon zu träumen. Wenn ich gern einen guten Partner hätte, sollte ich mich zuerst um mich selbst kümmern, darum, als Person zu wachsen und an dem zu arbeiten, was ich in anderen finden will. Wenn ich einen guten Arbeitsplatz haben möchte, werde ich jeden Tag an dieser Absicht arbeiten und mich sowohl auf beruflicher als auch auf mentaler Ebene bilden.
  • Der dritte Teil in diesem Plan ist genauso interessant. Wir müssen uns als aktive, proaktive und kreative Hauptdarsteller in unserem Leben fühlen. Es ist notwendig, dass wir uns nicht länger als Untergebene von etwas oder jemandem fühlen. Wenn mir die Gesellschaft keinen Raum gewährt, dann muss vielleicht ich derjenige sein, der dazu gezwungen ist, diesen Raum für mich zu schaffen. Vielleicht muss ich etwas Neues auf dem Arbeitsmarkt anbieten, das das Interesse anderer weckt. Vielleicht muss ich der Zug sein, der in einer stillen Umgebung Lärm macht und Bewegung erzeugt.

Jemand hat einmal gesagt, dass es im Leben nicht nur darum ginge, den Tod zu hintergehen, sondern auch darum, unsere Existenz jeden Tag zu genießen, ohne uns nur aufs Atmen zu beschränken und die Dinge einfach geschehen zu lassen. Seien wir also die Lokomotive unseres eigenen Wachstums. Seien wir aktive, erwartungsvolle, realistische, aber optimistische Wesen, die diese unglaubliche Kraft besitzen, der Welt Wunderbares zu schenken und gleichzeitig ihr eigenes Glück zu erschaffen, das sie tatsächlich verdienen.

Wenn das Leben mir Veränderungen bringt,
dann sollten diese gut sein

Ich möchte keine Angst vor den Veränderungen haben,
die mir das Leben bringt, ich will atmen… >>> Mehr

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