Das Geheimnis der Träume

· 18. Januar 2017

Manche Menschen entscheiden sich dafür, ihren Träumen keine Aufmerksamkeit zu schenken, während andere eine Menge über sie nachdenken. Und wieder andere Leute glauben, dass Träume der verzweifelte Ruf der Dinge sind, die wir nicht aussprechen, wenn wir wach sind. Es gibt viele verschiedene Theorien und Studien über Träume und auch zahlreiche Hypothesen dazu, was im Geist passiert, während wir schlafen.

Warum träumen wir? Woher kommen die Bilder, die in unserem Kopf auftauchen? Wie entstehen Albträume? Die Antworten auf diese Fragen sind längst nicht alle gefunden. Diejenigen Sachverhalte, die schon geklärt wurden, werden wir in diesem Artikel besprechen. Wir werden nicht über Schlafphasen wie REM sprechen, die wir durchlaufen, wenn wir nachts unsere Augen schließen. Aber wir werden diskutieren, was im Kopf in Bezug auf die Bilder, die oft ohne offensichtliche Bedeutung oder Erklärung auftauchen, passiert.

Träume: mehr als nur REM

Manche Studien deuten darauf hin, dass alles, was wir während des Tages erleben, in einer bestimmten Hirnregion abgespeichert wird. Wenn wir schlafen, werden diese Informationen erneut verarbeitet, auf noch nicht verstandene, manchmal symbolische und chaotische Art und Weise. Eine solche Information kann beispielsweise ein Nachricht, die du gelesen hast, ein Film, den du angeschaut hast, oder ein Gebäude, das deinen Blick auf sich gezogen hat, sein.

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Bilder, Geräusche, Erinnerungen und Erfahrungen setzen sich zu einem Traum zusammen wie viele Puzzlesteine zum Puzzle des Tages. Aber natürlich bestehen Träume nicht nur aus diesen Elementen. Oft kommen Echos aus der Vergangenheit, Menschen, an die du dich erinnerst, Wünsche und Sehnsüchte dazu.

Die Erfahrung des Träumens

Wir träumen alle, auch wenn wir uns nicht daran erinnern. Selbst wenn wir versuchen, den Traum zu erzählen oder aufzuschreiben, fehlen uns oft so viele Teile, dass wir keinen Sinn aus dem Traum machen können. Niemand kann ihn je detailgetreu wiedergeben. Auch wenn du dich an einige Szenen lebhaft erinnerst, gibt es immer noch andere Abschnitte, die du nicht mehr reproduzieren kannst.

Laut Allan Hobson ist die mentale Aktivität während des Träumens der sehr ähnlich, die zu messen ist, wenn du Dinge im wachen Zustand tust. Trotzdem gibt es bestimmte Elemente, die unmöglich sind, wenn du wach bist (z.B. ein verstorbenes Familienmitglied zu sehen, wie ein Vogel zu fliegen oder in deine Kindheit zurückzukehren).

Wenn du träumst, wird nicht nur dein Gehirn aktiv, sondern auch Gefühle und sogar Muskeln. Angst, Glücksgefühle und Unsicherheit übernehmen das Steuer. Du kannst mit schnell klopfendem Herzen aufwachen, schweißgebadet oder nach Luft schnappend. Aber meistens treten Träume ohne Grund auf und sie verschwinden heimlich, wenn du deine Augen öffnest oder ein Geräusch hörst, das dich aufweckt.

Warum? Das hängt alles von verschiedenen Faktoren ab. Zuerst kommt es auf die Schlafphase an, in der du dich befindest. In der REM-Phase sind die Bilder und Erfahrungen klarer, ausführlicher und wahrnehmbarer. Vielleicht bist du hier nicht dazu in der Lage, einen Traum von der Realität zu trennen. Während der non-REM-Phase allerdings wird es weniger Symbolik und dafür mehr typische Alltagsszenen geben (auf der Arbeit, beim Kochen, im Park mit Freunden, usw.).

Was ist die Funktion von Träumen?

Das Hauptziel von Schlaf ist es, den Organismus wieder in einen optimalen physiologischen Zustand zu versetzen. Aber im psychologischen Sinne schließt er eine Menge an emotionalem Inhalt ein, der nicht ignoriert werden sollte.

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Studien haben gezeigt, dass Träume auf Erinnerungen zurückgreifen und dabei helfen, Erinnerungen effektiv wiederherzustellen. Einige Theorien besagen auch, dass Träume das Gehirn den nötigen Stimuli aussetzen, die es braucht, um wieder aus einem tiefen Schlaf aufzuwachen.

Theorien über Träume

Sigmund Freud war davon überzeugt, dass Träume verkleidete Sehnsüchte sind. Im 20. Jahrhundert sind neue Theorien entstanden, die diese Hypothese entweder bekräftigen oder widerlegen.

Eine dieser Theorien stammt vom Psychologen Deirdre Barret, der sagte, dass Träume dafür da seien, Probleme zu lösen, während wir schlafen. Das heißt, dass sich Menschen bis zu dem Punkt entwickelt haben, an dem sie sogar im Schlaf Probleme lösen können. Wie schön das wäre, wenn das immer passieren würde! Träume sind mitunter visuell sehr eindrucksvoll, aber folgen meist keiner Logik. Damit sie uns beim Problemlösen helfen, müssen wir sie detaillierter analysieren. Und man darf nicht vergessen, dass man sich ja nur an Teile davon erinnert. Laut dieser Theorie sind Träume eine andere Art des Denkens und können uns dabei helfen, einen Plan B für unsere Probleme zu entwerfen.

Der Psychiater Jie Zhang hat eine alternative These zu Träumen und ihren Funktionen vorgeschlagen. Er meint, dass das Gehirn durchgehend Erinnerungen speichere, ganz egal, ob wir schlafen oder wach sind. Das hieße, dass Träume das Gleiche sind wie Gedanken oder Erinnerungen, die dir in den Sinn kommen, während du wach bist. Denk mal drüber nach: Warst du jemals überrascht von deinen Tagträumen? Etwas Ähnliches passiert, wenn du schlafen gehst, nur dass in diesem Fall eine unbewusste Aktivität mitspielt, die du nicht kontrollieren kannst.