Ich muss etwas verändern: Wo soll ich beginnen?

Hast du das Gefühl, dass du in einer Sackgasse gelandet bist und Veränderungen dein Leben bereichern könnten? Wir laden dich ein, über dieses Thema nachzudenken.
Ich muss etwas verändern: Wo soll ich beginnen?

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 18. Mai 2022

“Ich habe das Gefühl, dass ich etwas in meinem Leben verändern muss, dass ich einen Punkt erreicht habe, an dem ich stagniere.” Die meisten von uns haben irgendwann im Leben das Gefühl, dass Veränderungen nötig sind, doch ihre Unsicherheit hält sie zurück. Der erste Schritt ist schwierig und die Ungewissheit groß.

Der Schriftsteller George Herbert erwähnte, dass alles Leben Veränderung ist und es keinen Grund gibt, etwas zu fürchten, das in sich selbst natürlich ist. Es gibt Zeiten, in denen wir uns nicht gegen die Veränderungen des Schicksals sträuben, sondern diese vielmehr herbeisehnen. Wir haben das Gefühl, dass alles stehen bleibt, dass wir in einer Realität gefangen sind, die uns demotiviert und die Hoffnung verdunkelt.

Wenn du dich in dieser Situation befindest, musst du etwas in deinem Leben verändern. Vergiss jedoch nicht, dass dich radikale und impulsive Veränderung aus dem Gleichgewicht bringen können oder oft falsche Entscheidungen zur Folge haben. Du beginnst am besten damit, dir tiefgehende Gedanken zu machen, um herauszufinden, was genau du erreichen möchtest. 

Du spürst, dass du etwas Neues brauchst, wenn du dich in deiner Routine nicht mehr glücklich fühlst.

Ich muss etwas verändern: Wo soll ich beginnen?
Veränderungen bereichern unser Leben.

Ich möchte mein Leben verändern

Wir leben in einer Realität, in der sich der Wandel mehr denn je zu beschleunigen scheint. Es sind nicht nur die sozialen Szenarien, die sich verändern. Auch die Natur macht ihre eigenen Veränderungen durch. Alles bewegt sich, variiert, schwankt und führt zu Höhen und Tiefen, die zum Teil Ratlosigkeit oder auch Angst mit sich bringen.

Alles um uns herum ist so variabel, dass der Soziologe Zygmunt Bauman die Gegenwart als “flüssige Moderne” bezeichnet. Auf psychologischer Ebene beobachten wir, dass sich manche Menschen nicht nach Veränderung sehnen, auch wenn wir in einem von Evolution geprägtem Kontext leben. Im Allgemeinen ist jedoch der Drang nach Veränderung eine wiederkehrende Erfahrung.

Aristoteles sprach über dieses Bedürfnis nach Veränderung in seinen Werken “De anima”, “De motu animalium” oder “De generatione animalium”. Er erklärte, dass alle Veränderungen auf einen Zweck, auf eine “letzte Ursache”, ausgerichtet sind. Ein Beispiel dafür sind die Variationen im Kosmos, die darauf abzielen, den höchsten Grad an Vollkommenheit zu erreichen. Dasselbe gilt für Menschen, wenn sie sich auf einen neuen Lebensweg begeben.

Wir müssen verschiedene Aufgaben und Ziele erfüllen, weil wir uns nach Selbstverwirklichung sehnen. Doch wie beginnen wir damit am besten?

Kläre objektiv, was du brauchst, um zu wissen, wohin dich die Veränderung bringen soll

Es ist nicht gut, ins Leere zu springen, ohne die Veränderungen zu planen. Beginne damit, über jeden Schritt nachzudenken, um keine Fehler zu machen. Manche Menschen, die ihr Leben verändern möchten, beginnen mit unterschiedlichen Projekten. Impulsive Menschen beschränken sich oft darauf, die Leere mit irgendwelchen Aktivitäten und Erfahrungen zu füllen, ohne dabei echte Befriedigung zu erreichen.

Du solltest zunächst klären, wonach du dich sehnst und warum das so ist. Wenn du einen anderen Beruf ergreifen möchtest, überlege dir den Grund dafür. Wenn du die Stadt, den sozialen Kreis oder deine Freizeitgestaltung verändern möchtest, analysiere die Gründe, die diesen Wunsch auslösen. Erst wenn du weißt, was du brauchst und warum, kannst du dich darauf konzentrieren, es zu erreichen.

Verwandle deine Gedanken in Absichten

Wenn du dein Leben verändern möchtest und deine Ziele bereits kennst, ist es an der Zeit, deinen Verstand zu trainieren. Du solltest deine Gedanken auf deine Ideen, Absichten und Ziele ausreichten. Eine Studie der Universität Shanghai zeigt, dass sich unsere Lebensqualität verbessert, wenn wir uns Ziele setzen. Wenn du eine schwierige Zeit durchmachst, können dir klare Vorsätze und Ziele Hoffnung geben.

Kleine Dinge im Alltag verändern, um deinem Ziel näherzukommen

Anstatt ein Risiko einzugehen und drastische Veränderungen vorzunehmen, die du später bereuen könntest, solltest du dir für jeden Schritt Zeit lassen. Versuche, jeden Tag neue Dinge zu tun, Gewohnheiten zu brechen, Routinen zu verändern, andere Menschen zu treffen…. Diese kleinen Veränderungen in deinem Leben können dir in einem bestimmten Moment die persönliche Revolution bringen, auf die du gewartet hast.

kleine Dinge im Alltag verändern
Wenn du genau weißt, was du möchtest, kannst du dich darauf konzentrieren, deine Ziele zu erreichen.

Du bist nicht verloren, der Prozess der Veränderung ist eine Reise

Du fühlst dich vielleicht verloren, denn du weißt, was du willst, doch der erste Schritt fällt dir schwer. Das ist ganz normal, deshalb solltest du diesen Prozess als Reise verstehen, die über Höhen und Tiefen führt und von Zweifel und Ungewissheit begleitet wird.

Forscher wie Dr. Szu-Chi Huang und Dr. Jennifer Aaker aus Stanford sprechen in einer Studie darüber, wie wichtig es ist, die Metapher der Reise in diesem Zusammenhang zu verwenden. Jeder Veränderungsprozess ist wie eine komplexe Reise: Du kommst vielleicht vom Weg ab, du verlierst dich oder stolperst. Doch du hast deinen Kompass immer zur Hand. Dein Herz und dein Verstand wissen, was du willst und motivieren dich, um dein Ziel zu erreichen.

Das könnte dich ebenfalls interessieren...
Fünf kleine Veränderungen, die dich dem Glück näher bringen
Gedankenwelt
Lies auch diesen Artikel bei Gedankenwelt
Fünf kleine Veränderungen, die dich dem Glück näher bringen

Kleine Veränderungen können erstaunliche Ergebnisse erzielen. Wir stellen dir heute das PERMA-Modell vor, das sich auf fünf Säulen stützt.



  • Huang, S.-C. y Aaker, J. (2019). Es el viaje, no el destino: cómo la metáfora impulsa el crecimiento después del logro de la meta. Revista de Personalidad y Psicología Social, 117 (4), 697–720. https://doi.org/10.1037/pspa0000164
  • O’Rand, Angela. (2012). The Changing Life Course. The Wiley-Blackwell Companion to Sociology. 197-211. 10.1002/9781444347388.ch11.
  • Kaplan, Roger. (2017). The Dream of Changing Life. 10.4324/9781351324205-6.