Ich habe mein Leben auf einem Kartenhaus aufgebaut

31. Mai 2017 en Psychologie 70 Geteilt

Ich habe mein Leben auf einem Kartenhaus aufgebaut, auch wenn es eine Weile gedauert hat, bis mir das bewusst geworden ist. Ich dachte, ich hätte gute Karten, aber plötzlich habe ich das Spiel verloren. Diese Karten waren kleine Erfolge, die ich mir Stück für Stück erarbeitet hatte und die nun plötzlich, in null Komma nichts, nichts mehr wert sind.

Ich hatte die Arbeitskarte, die Unabhängigkeitskarte, die Freiheitskarte, die Selbstvertrauenskarte. Aber ein Monster namens Krise kam daher und spielte seinen eigenen Zug, und mein ganzes Kartenhaus wurde von einem Windsturm davongefegt, der jedes Stockwerk zerstörte und alle Wände dem Erdboden gleichmachte.

Und dann wurde mir bewusst, dass nicht ich diese Karten gefunden hatte, sondern dass sie mir ausgeteilt worden waren.

Wenn du dich unerwarteten Umständen wie diesen gegenübersiehst, scheint die Zukunft, auf die du all deine Ersparnisse verwettest, plötzlich in weite Ferne zu rücken. Es ist, als würde man sein Leben beim Pokern im Kasino verlieren. Nichts ist mehr sicher, die Welt besteht nur noch aus reinem Zufall und dann kommen deine Ängste zum Vorschein.

Das Leben ist ein Glücksspiel und du weißt nie, ob du heute gewinnst oder verlierst.

Wir spielen das Spiel des Lebens mit den Karten, die wir ausgeteilt bekommen

Es ist uns oft nicht bewusst, dass wir das Spiel des Lebens mit den Karten spielen, die uns ausgeteilt wurden, und dass es aber an uns liegt, zu gewinnen. Der Zufall bringt uns in Situationen, um die wir nicht gebeten haben, die uns Schaden zufügen, weil wir sie nicht kontrollieren können.

Der Zufall kann dein bester Freund oder dein schlimmster Feind sein. Er verteilt die Karten. Aber du entscheidest, wie du spielst.

Was kannst du tun, wenn die Karten, die du im Leben erhältst, nicht zu deinem Vorteil sind? Wie kannst du das Glücksspiel gewinnen? Die Hauptsache ist, dass man die richtige Perspektive auf die Dinge behält. Du kannst aufgeben und dich von der Traurigkeit übermannen lassen, in die dich der Zufall treibt, oder du kannst kämpfen, um zu gewinnen.

Um kämpfen zu können, brauchst du verschiedene Bewältigungsstrategien, die du dir zunutze machen kannst und die dir helfen können, wenn du schlechte Karten hast. Bewältigungsstrategien sind laut Lazarus und Folkman eine Reihe kognitiver und verhaltensbezogener Hilfsmittel, um mit innerlichen oder äußeren Anforderungen umzugehen, bei denen wir das Gefühl haben, dass unsere individuellen Ressourcen für sie nicht ausreichen.

Gewinne das Spiel mit Bewältigungsstrategien

Wenn dir viele schwierige Situationen begegnen, in denen du nicht weißt, wie dir geschieht, wirst du leiden, aber du du musst lernen, diese Situationen einfach als einen weiteren Teil des Spiels des Lebens hinzunehmen. Mache weiter, trotz Angst und Schmerz.

Bewältigungsstrategien helfen dir nicht nur, mit Stress klarzukommen, sondern auch dabei, mit den Emotionen umzugehen, die aus deinen täglichen Problemen resultieren. Aber oft nutzen wir keine Strategien und können uns deshalb unseren Problemen nicht stellen. Lazarus und Folkman zufolge gibt es zwei verschiedene Arten von Bewältigungsstrategien:

  • Strategien, die sich auf das Problem beziehen: Diese werden genutzt, wenn das Problem gelöst werden kann, indem man entweder die Umgebung, durch die es entstanden ist, oder sich selbst verändert. Die zwei Hauptstrategien diesen Typs sind:
    • Konfrontation: Hier stellt man sich dem Problem direkt.
    • Planen und Problemlösen: Diese Technik wird genutzt, um herauszufinden, was die beste Lösung für das Problem ist.
  • Strategien, die sich auf Emotionen beziehen: Diese werden genutzt, wenn man das Problem nicht beeinflussen kann, weil es etwas Unveränderbares ist. Stattdessen versucht man, die mit dem Stress verbundenen emotionalen Aspekte zu verändern. Anders gesagt, man verändert seine Sichtweise oder Interpretation dessen, was geschieht. Dazu gehören:
    • Sich distanzieren: das Problem verleugnen oder vergessen, dass es existiert.
    • Selbstkontrolle: sich nicht von dem Problem nicht aus der Ruhe bringen lassen, man selbst bleiben.
    • Verantwortung für das Problem übernehmen.
    • Flucht und Vermeidung: darauf warten, dass sich das Problem von selbst löst oder sich sogar mit Drogen ablenken.
    • Positive Neubewertung: um Hilfe oder Rat bitten, die Meinung einer anderen Person einholen.

Eine besondere Bewältigungsstrategie ist es, sich soziale Unterstützung zu suchen, was beiden Kategorien zugeordnet werden kann, weil es sich sowohl auf das Problem als auch auf die Emotionen beziehen kann.

Vorsicht! Nicht alle Bewältigungsstrategien sind hilfreich!

Nicht alle Strategien, die wir hier erwähnt haben, sind positiv oder hilfreich beim Lösen von Problemen. Die oben beschriebenen Strategien sind jene, die von den Autoren als die am häufigsten genutzten betrachtet werden, aber sich zu distanzieren und die Meidung der Konfrontation schaden oft mehr, als dass sie nutzen. Planen, Problemlösen und positive Neubewertung auf der anderen Seite sind zur Konfliktbewältigung am nützlichsten und führen meist zu sehr positiven Ergebnissen.

Wenn dein Kartenhaus also in sich zusammenstürzt wie ein schlecht konstruiertes Schloss, dann mache dir die besten Bewältigungsstrategien zunutze, um deine Probleme zu lösen. Wenn du nicht weißt, wie du sie einsetzen kannst, suche dir professionelle Hilfe, um sie zu erlernen, sodass der Zufall und die Traurigkeit das Spiel nicht gewinnen. Du selbst entscheidest, wie du das Spiel deines Lebens spielst. Der Zufall teilt dir die Karten aus, aber du entscheidest, welche du ausspielst.

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