Ich habe genug davon, es immer allen recht zu machen

28. April 2016 en Psychologie 3646 Geteilt

Ich habe jetzt genug davon, es anderen immer alles Recht zu machen. Ich muss zugeben, dass ich für lange Zeit geglaubt habe, dass es eines der wichtigsten Dinge im Leben ist, anderen zu gefallen. Heute scheint mir das schon nicht mehr so zu sein, und selbst wenn es noch so sein sollte, so will ich das nicht mehr.

Ich habe verstanden, dass ich eine ganze Person bin. Früher habe ich mich vor Ablehnung gefürchtet und habe nicht die Vorstellung akzeptieren können, mal jemandem nicht zu gefallen. Dies hat dazu geführt, dass mein Verstand vollständig überlastet wurde. Ich bin an einen Punkt gekommen, an dem es für mich nicht mehr weiterging.

Nein sagen befreit mich

Ich hatte geglaubt, dass Freiheit bedeuten würde, in meinem Leben das zu tun, was ich will. Jetzt habe ich verstanden, dass es noch etwas Wichtigeres gibt: Nicht das zu tun, was ich nicht will.

Wenn du es nicht schaffst, abzulehnen, etwas Bestimmtes zu tun, dann kettest du dich an die Wünsche anderer Menschen. Egal ob es dein Chef, ein Freund oder ein Familienmitglied ist. In irgendeinem Moment wirst du spüren, dass du nichts für dein eigenes Wohlbefinden machst.

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Selbst wenn sie dir sagen, dass sie dir für deine Aufopferung dankbar sind, kann es eine sehr schwere Last sein, es immer allen Recht machen zu wollen. Lerne, dass „Nein“ sagen, heißt, frei zu sein.

Heute gefällt es mir, mein Leben so zu leben, wie ich es mir wünsche. Oft bedeutet dies, einfach mal zu Hause zu bleiben oder mich mit weniger Menschen, als ich früher für nötig gehalten hatte, abzugeben.

Ich treffe nun gern Entscheidungen

Es anderen recht zu machen, macht dich zu einem Automaten. Du wirst am Ende das tun, was andere wollen. Weil du glaubst, dass sie schlauer sind als du. Vielleicht sind sie das, aber wie willst du denn etwas lernen, wenn du nicht deine eigenen Entscheidungen triffst?

Wie leben, was machen, was fühlen, wo sein… dies sind grundlegende und gleichzeitig auch ungemein wichtige Fragen. Zu verstehen, dass du der Einzige bist, der über dein Leben bestimmen kann, öffnet dir viele Türen.

Man hat mir gesagt, dass ich egoistischer geworden bin. Das stimmt und das stört mich nicht. Viele würden sagen, dass das schlecht sei, aber das ist es nur, wenn ich anderen dadurch schade. Solange ich jedoch so lebe, dass weder meine Werte noch die mir wichtigen Menschen verletzt werden, kann es keine schlechte Entscheidung sein. Es tut mir für diese Menschen leid, die bereits eine bestimmte Vorstellung davon hatten, wie mein Leben aussehen sollte.

Es macht mir keine Sorgen, sie betrogen zu haben, denn ich weiß, dass die, die mich wirklich lieben, mir das Beste wünschen. Die anderen können gern einfach aus meinem Leben verschwinden. Wenn sie mir nicht das Beste wünschen, dann sollten sie wahrscheinlich nicht hier sein.

Lerne, um Hilfe zu bitten

Wenn ich es leid geworden bin, es anderen recht zu machen, dann habe ich gelernt, dass es viele Menschen gibt, die mir zu helfen bereit sind. Manche waren bei jedem meiner Schritte dabei und andere nur dann, wenn ich sie darum gebeten habe. Das heißt nicht, dass ich den einen etwas bedeute, den anderen aber nicht.

Es geht nur darum, dass jeder sein eigenes Leben hat und sie sich nicht auf meines konzentrieren können. Ich habe gelernt, dass die wirklichen Freunde für Einen da sein werden, was auch immer passiert. Wenn sie dich brauchen, dann sagen sie es. Wenn du sie brauchst, dann kommen sie.

Früher habe ich geglaubt, dass mich niemand unterstützen will, aber ich habe gelernt, dass diese Vorstellung meiner Unsicherheit geschuldet ist. Nicht, dass heute alles perfekt wäre, ich habe nur gelernt, mich zu lieben und darauf zu vertrauen, was ich wert bin.

Ich habe mich von den toxischen Beziehungen verabschiedet

Als ich aufgehört habe, es allen recht zu machen, habe ich mich auch von destruktiven Beziehungen entfernt. Von denjenigen, die mich absichtlich mit nur einem Wort verletzen können oder die niemals an meiner Seite sind. Ich mag diese Menschen nicht mehr, die mich so unsicher haben fühlen lassen.

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Heute habe ich entschieden, mich nur mit echten Freunden zu umgeben. Ich habe entdeckt, dass ich weniger habe, als ich gedacht hatte, aber doch genau so viele, wie ich brauche. Ich bin nicht mehr dazu bereit, mich auf alles Mögliche einzulassen, nur damit man mich akzeptiert. Ich musste „tschüss“ sagen, sogar zu einem Teil meiner Familie. Natürlich ist es sehr schwierig, da es darum geht, Grenzen zu setzen. Es gefällt ihnen nicht sehr, aber sie bemerken mich endlich einmal.

Es den anderen immer recht zu machen bringt dich nirgendwo hin

Und du? Bist du einer von denen, die Angst davor haben, anderen nicht zu gefallen? Lebst du dein Leben in vollen Zügen oder das Leben, wovon sie dir gesagt haben, dass du so leben sollst? Wenn du immer noch nicht damit aufhörst, anderen alles recht machen zu wollen, dann rate ich dir, es für eine Zeit zu versuchen.

Gib dir einen Monat der Freiheit. Entferne dich von allem, was dir nicht gefällt. Hör auf, bequem einer Anleitung zu folgen und lebe auf deine Weise. Du wirst entdecken, dass es ein Gefühl ist, was dich erfüllt und was du niemals wieder verlieren willst.

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