Ich habe das Gefühl, dass sich alles eines Tages fügen wird

· 20. Juni 2017

Ich habe das Gefühl, dass sich alles eines Tages fügen wird, dass jede Mühe ihren Zweck finden und dass alle Hoffnung ihre Belohnung erhalten wird. Denn seiner Intuition zu vertrauen heißt auf die Stimme der Seele, auf die Weisheit unseres Geistes, der mit der Welt und unserer Essenz verbunden ist, zu hören.

An einem gewissen Punkt in unserem Leben hatten wir alle schon einmal eine Vorahnung. Es ist keine Kristallkugel und auch keine sonstige Magie , die uns die Zukunft verrät. Für Daniel Cappon, einen berühmten Psychiater der York University in Kanada, sind Vorahnungen die Krönung der menschlichen Intelligenz, ein unterschätztes Konzept, aber Teil unseres Überlebens als Spezies.

Vertraue deiner Intuition und schenke der Vorahnung Aufmerksamkeit, die dein Herz schneller schlagen lässt und dir sagt, dass sich eines Tages alles fügen wird. Denn manchmal sehen zwei verbundene Augen besser als ein blinder Geist.

Jedes Mal, wenn wir jemandem sagen, dass wir das Gefühl haben, dass etwas Gutes passieren wird, erscheint auf dem Gesicht des Gegenübers in der Regel ein skeptisches Lächeln. Bevor er allerdings damit beginnt, sich lustig zu machen oder uns zu kritisieren, müssen wir verstehen, was für ein Ende diese plötzlichen und unerklärlichen Situationen haben: Sie bringen uns dazu, eine schnelle Entscheidung zu treffen, die auf der Erfahrung, die tief in uns liegt, basiert.

Die Anatomie von Vorahnungen

Malcolm Gladwell, der Autor des Buches Intuitive Intelligenz,  sagt uns, dass Vorahnungen die Stimme der Intuition sind. Wenn dieses Wort zu einem gewissen Misstrauen führt, dann liegt das an den übernatürlichen Konnotationen, die dieses Wort mittlerweile besitzt. Also sollten wir es analysieren, um es ein bisschen besser zu verstehen.

Im Allgemeinen vertrauen Menschen ihren bewussten, gut überlegten und überdachten Entscheidungen mehr als ihrer Intuition. Allerdings ist ein Großteil unserer Reaktionen ein Ergebnis von dem, was wir Instinkt nennen. Wir sind emotionale Wesen und weil wir nicht immer die Zeit haben, um eine detaillierte Analyse von allem, was eine Entscheidung beeinflusst, vorzunehmen, hören wir der Stimme des Unterbewussten zu: Vorahnungen und Intuition.

Menschen speichern einen Großteil ihres Wissens im Geist, in dem die emotionale Welt, unsere Instinkte und all unserer Erfahrungen auf subtile Art und Weise kombiniert werden und zur Intuition führen. Das ist so sehr der Fall, dass laut eines Artikel aus dem Magazin Psychology Today  Vorahnungen unser genauester Kompass sein könnten, denn sie stimmen in den allermeisten Fällen mit unserer wahren Identität überein.

Wie man Vorahnungen verstehen kann

Vorahnungen treten oft zusammen mit verschiedenen physiologischen Reaktionen auf: Schauer, Gänsehaut und vor allem der klassische Stein im Magen. Michael Gershon, Forscher an der Columbia University (New York, USA) und Autor des Buches Das Zweite Gehirn  erklärt uns, dass es tatsächlich genau im Magen ein gut ausgebautes Netzwerk von Nervenzellen gäbe, die mit unserem emotionalen Gehirn verbunden seien.

Dieses plötzliche körperliche Empfinden, das zusammen mit einer Vorahnung auftritt, ist nicht mehr, als die Stimme unserer Emotionen, die uns vor etwas warnt. Wie können wir also unsere eigenen Vorahnungen etwas besser verstehen?

Der Schlüssel, um tiefer in unsere Vorahnungen einzutauchen

Doktor Daniel Cappon, der zu Beginn dieses Artikels zitiert wurde, hat ein sehr interessantes Buch veröffentlicht, das den Titel Intuition and Management  trägt. In ihm verrät er uns, wie wir unsere Intuition weiterentwickeln können. Laut Cappon seien Vorahnungen Teil unserer Intelligenz und als solche sollten wir ihnen immer Aufmerksamkeit schenken.

Unser Geist funktioniert wie ein Computer und ist fähig dazu, durch die Dunkelheit zu blicken und uns Informationen zu übermitteln. Wir müssen es schaffen, jede Empfindung, jedes Stück Information zu verstehen, die er uns sendet. Denn nicht alle Vorahnungen sind valide. Das ist ein wichtiges Detail, was man nicht vergessen sollte. Ihr aller Ziel ist es aber, uns besser über etwas nachdenken zu lassen, um später eine Entscheidung treffen zu können.

Intuition, genauso wie Vorahnung, treten häufiger bei kreativen Menschen und in Momenten von Ruhe auf, wenn wir uns vom äußeren Lärm abkapseln und uns so besser mit unserem Herzen und unseren Emotionen verbinden können. Vorahnungen haben zudem nichts mit dem Geschlecht zu tun. Männer und Frauen können gleichsam intuitiv sein und die gleiche Anzahl an negativen und positiven Vorahnungen am Tag haben.

Intuition, wie auch unser Bauchgefühl, sind direkte Türen zur unterbewussten Weisheit und werden oft von einer Gesellschaft ignoriert, die nur die konkrete, quantifizierende linke Hemisphäre schätzt, die sich mit Logik und Mathematik beschäftigt. Trotzdem kann es wichtig sein, auf jene Vorahnungen zu hören, die unseren Geist von Zeit zu Zeit stören. Denn Intuition ist das Bewusstsein von Erfahrung, etwas, was das Herz weiß und der Geist ignoriert.