Heute bin ich mein eigen, nicht das eines anderen: Ich brauche mich selbst

· 26. Januar 2018

Heute bin ich mein eigen, und nicht das eines anderen. Doch viele Menschen verstehen meine Entscheidung nicht. Ich werde als „asozial“, „schräg“ oder „egoistisch“ bezeichnet. Und viele stellen meine Entscheidung infrage, um in mir Zuflucht zu finden.

Ich schalte mein Handy aus, verbringe Zeit allein, bleibe den ganzen Tag daheim ohne auszugehen. Es ist wahr, dass die Tür vor jedem zu verschließen und sich Zeit für sich selbst zu nehmen Verhalten sind, die nicht jeder versteht. Vor allem weil wir in einem Zeitalter leben, in dem wir immer verbunden sind und in dem erwartet wird, dass wir rund um die Uhr erreichbar sind. Ich muss diese Verbindung lösen, damit ich mich um mich selbst kümmern und den Duft der Freiheit atmen kann.

Es gibt viele Menschen, die tatsächlich sauer werden, wenn du nicht vierundzwanzig Stunden am Tag erreichbar bist. Sie betrachten die Trennung der Verbindung als eine egoistische Tat. Ich persönlich nenne es Eigenliebe.

Ich bin an meiner Grenze angekommen und ich brauche mich selbst

Die Frustration steigt gemeinsam mit Reizbarkeit und Ungeduld, und zwar öfter, als mir lieb ist. Es ist, als befände man sich in einem ständigen Zustand der Anspannung. Ich weiß nicht, woher sie kommt, und deshalb verstehe ich nicht, wie ich sie loswerden kann. Wenn ich jedoch aufhöre, die Situation zu analysieren, entdecke ich, dass sie ein Alarmsignal ist, das mir sagt, dass ich die Bremse ziehen muss. Ich schlafe nicht einmal mehr gut, selbst wenn ich jede Nacht acht Stunden im Bett verbringe.

Manchmal sind es Gefühle der Frustration, die mich überkommen und kein Auge zutun lassen, weil ich zu viel getan oder weil ich vergessen habe, mich selbst an erste Stelle zu setzen. Und manchmal sind es Gefühle der Reizbarkeit, die so stark sind, dass sie mich selbst im Angesicht kleinerer Hürden explodieren lassen. Doch sie nicht nicht mehr als ein Zeichen dafür, wie überfordert ich bin. Oder vielleicht sind es Gefühle der Apathie, die in mir den Autopilot aktivieren. Sie spiegeln wider, wie ich unter all der Verantwortung, die ich auf meine Schultern gelegt habe, zusammenbreche.

Wenn all diese Zeichen erscheinen, und ich an meiner Grenze angekommen bin, wacht etwas in mir auf und kämpft dafür, mich aus dieser Situation herauszuholen. Es könnte einfacher sein, wenn ich gar nicht erst bis zu diesem Punkt gegangen wäre. Doch manchmal verschließe ich meine Augen vor dem, was passiert. Nur die oben erwähnten Symptome können mich wachrütteln und mich sehen lassen, dass ich mich selbst brauche.

Frau am Fenster und Frau auf Schaukel

Meine Angst davor, allein zu sein und verurteilt zu werden, lässt mich alle Zeichen ignorieren, die aufzeigen, dass ich mich selbst brauche.

Ich brauche mich selbst und das macht mich nicht egoistisch

Ich brauche mich selbst und ich weiß, dass mich das nicht zu einer egoistischen Person macht. Obwohl mich die Gesellschaft und vor allem meine Mitmenschen daran sehr zweifeln lassen. Und deshalb ignoriere ich letztendlich meine Bedürfnisse. Doch selbst wenn ich das tue, weiß ich, dass ich nicht das mache, was ich will, sondern das, was andere von mir erwarten.

Sich selbst an erste Stelle zu setzen ist etwas, worauf hinabgesehen wird. Und wenn du es tust, riskierst du es, als selbstsüchtige Person abgestempelt zu werden. Selbst der Wunsch, allein zu sein, kann andere denken lassen, dass du dich weigerst, bei ihnen zu sein.

Sie verstehen nicht, dass wir immer miteinander verbunden sind, an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen, uns um kleine Krisen kümmern, zuhören, anderen bei ihren Problemen helfen. Sie verstehen nicht, dass es meinem Selbstwertgefühl und meinem Wohlbefinden schadet, wenn ich keine Zeit finde, mich um mich selbst zu kümmern. Und dass dies auf lange Sicht meinen Beziehungen zu ihnen schaden kann.

Frau mit glitzerndem Kleid

Zeit mit mir selbst zu verbringen ist Eigenliebe

Alle Probleme, die auftauchen, wenn ich mich selbst vergesse, bringen mich tatsächlich an eine Grenze, weil sie meine Energie aufzehren. Dies ist die Energie, die ich wieder aufladen muss, indem ich Zeit allein verbringe, ohne jemanden, der mich dafür verurteilt. Ich muss mich um mich selbst kümmern, mich selbst lieben, mir selbst helfen. Ich muss unbedingt die Eigenliebe praktizieren, damit es mir gut geht.

Und wenn ich für mich sein muss und es auch zulasse, erkenne ich, dass sich nicht nur meine Batterien aufladen, sondern ich auch meine Eigenkontrolle zurückgewinnen und meine Beziehungen verbessern kann.

Obwohl es wie ein Widerspruch erscheint: Indem ich mir Zeit für mich nehme, versetze ich mich in die Lage, mich durch die kleinen Hindernisse und Kämpfe des Lebens zu denken, die ich sonst als überwältigend einschätzen würde. Stattdessen sehe ich, dass sie nur belanglos sind. Mir Zeit für mich zu nehmen, bedeutet, dass ich meinen Geist reinigen und besser denken kann.

Ich brauche mich selbst und ich muss mich selbst kennenlernen

Doch was ich mehr als alles andere mag, ist es, mich mit mir selbst zu verbinden. Eine Beziehung mit meinem inneren Ich aufzubauen, erlaubt es mir, mich selbst besser kennenzulernen, zu erkennen, was ich will, und wie es mir geht.

Ich brauche mich selbst und heute schäme ich mich nicht davor, es zu sagen. Ich habe mich entschieden, mich an erste Stelle zu setzen.

Fliegende Gänse im Mondlicht

Wenn ich mich also erschöpft fühle, oder aufhöre, das Leben zu genießen, trete ich einen Schritt vom täglichen Gedränge und der Hektik des Lebens zurück, und gebe mir Zeit, um für mich zu sein. Und wenn es zu schwer ist, beginne ich einfach mit ein paar Minuten oder einer Stunde pro Tag. Wir müssen nicht unsere ganze Zeit anderen oder unseren Verantwortungen widmen.

Ich brauche mich selbst. Wenn ich mich nicht um mich selbst kümmere, wenn ich mich nicht an erste Stelle setze, wer dann?