Haustiere sterben nicht, sie ruhen nur inmitten deines Herzens

· 22. Januar 2016

Es verlangte nie etwas im Gegenzug. Einzig und allein eine Liebe, die keinen Egoismus kennt, eine Streicheleinheit, wenn man nach Hause kam, einen verständnisvollen Blick, ein Plätzchen auf dem Sofa. Haustiere kennen weder Vergangenheit noch Zukunft, aber sie verstehen sehr wohl und beherrschen diese Universalsprache, die wir ab und an vergessen: die Sprache der Gefühle.

Sich mit dem Tod eines Haustieres auseinanderzusetzen, ist vergleichbar mit dem Schmerz, den wir verspüren, wenn wir einen geliebten Menschen verlieren. Ich weiß, dass diese Worte für viele missverständlich sind, dass es einige geben wird, die nicht verstehen werden, wie sehr Haustiere unser Leben doch bereichern können. Aber die besagten Menschen lesen diesen Artikel wahrscheinlich auch gerade nicht.

Diese Leere ist gleichzeitig auch der Verlust von einem großen Teil unserer Freude, Freude die wir jeden Tag durch unser Haustier erfahren durften, die ein Teil unseres Alltags und manchmal auch unser persönlicher Ruhepol waren.

Sie waren unsere treuesten Begleiter, immer auf der Suche nach Liebe. Weggefährten, die am Ende des Bettes über uns wachten. Sie waren das Erste, was wir morgens zu Gesicht bekamen und die Letzten, denen wir eine gute Nacht wünschten. Unser Haustier war ein fester Bestandteil unseres Heims, der die Traurigkeit in unseren Augen sehen und zur selben Zeit verschwinden lassen konnte.

Wie könnten wir also beim Verlust unseres Haustieres kein Leid empfinden? Diese Leere, die ein Haustier hinterlässt, kann niemals gefüllt werden. Es ist der Schmerz, den wir empfinden, wenn wir Bilder von ihm anschauen, und diese noch schmerzvollen Erinnerungen, die dein Gedächtnis nach und nach aber zu wunderbaren Erinnerungen und und einzigartigen Gefühlen werden lassen, die dein Leben bereichern und erfüllen werden.

In diesem Artikel möchte ich heute über dieses Thema sprechen. Wir lernen einige Mittel und Wege kennen, um den Tod unseres Haustieres besser verkraften zu können.

1. Erlaube dir, zu weinen und deinen Gefühlen freien Lauf zu lassen

Es gibt Menschen, die sich nicht trauen, zu sagen und nicht darüber sprechen wollen, dass sie Leid empfinden und ihre Laune eher trüb ist, weil sie ihr Haustier verloren haben: ihren Hund, ihre Katze oder ihr Pferd.

Es ist ein Lebewesen, das Teil unseres Alltags ist, ein Platz in unserem Herzen hat, und daher haben wir oft Angst davor, unseren Schmerz in Worten auszudrücken. Natürlich wird dich nicht jeder verstehen, aber es gibt Personen, die das auf jeden Fall tun werden. Doch sie können dir ihr Mitgefühl nur zeigen, wenn du dich ihnen gegenüber öffnest.

Katze

  • Ob Menschen verstehen wollen oder nicht, wie du diesen Verlust erlebst und damit umgehst, ist ihr Problem, nicht deins. Wir empfinden denselben Schmerz, wie bei einem anderen Verlust auch. Deshalb durchleben wir Phasen der Verweigerung, diese Gefühle anzunehmen, der Wut, der Traurigkeit, bis wir letztendlich akzeptieren können.
  • Weine, wenn dir danach ist und denke immer auch an den Rest deiner Familie. Beziehe deine Kinder mit ein, erlaube auch ihnen, ihre Gefühle zu zeigen, beantwortete ihnen ihre Fragen und sei ein Ventil für ihr inneres Leid.
  • Mache dir selbst keine Vorwürfe. Du hast dein Bestmögliches für dein Haustier getan und du kannst dir sicher sein, dass es vor allem für all diese Liebe, die es in sich trägt, dankbar sein wird. Es hatte dank dir und deiner Familie ein erfülltes Leben.

Hunde sterben nicht, sie ruhen nur inmitten deines Herzens. Sie wissen nicht, wie das geht. Sie schlafen, sie werden alt und ihnen tun die Knochen weh. Natürlich sterben sie nicht. Wenn sie sterben würden, wären sie nicht für immer ein Teil deiner Erinnerung.

Ernest Montague

2. Lerne, mit dem neuen Alltag zu leben

Diese Tatsache erscheint am schwierigsten. Unser Hund, unsere Katze war in unserem Alltag fest verankert, war unser Schatten, unser Freund, unser Spion und sehnte sich nach Umarmungen, Spielen und Streicheleinheiten.

Hund

  • Dir sollte bewusst sein, dass es die schwierigste Aufgabe sein wird, mit dem Schmerz umgehen zu lernen und mit der alltäglichen Routine ohne sie oder ihn fortzufahren. Wichtig ist, dass du in den ersten Tagen alltägliche Tätigkeiten weiterhin ausführst.
  • Wenn du zur Haustür hereinkamst und dich mit deinem Haustier aufs Sofa gesetzt hast, dann mach das auch weiterhin. Wenn du zu bestimmten Uhrzeiten mit ihm in den Park gegangen bist, tu das noch einige Tage. Dies ist eine Art des Abschiednehmens, die dir dabei hilft, die schönsten Erinnerungen mit deinem Haustier festzuhalten. Denke daran, wie es dich empfangen hat, wie es neben dir an deiner Seite lief. Erinnere dich an diese schönen Momente, um zuzulassen, dass nach und nach eine andere Routinen in deinen Alltag einkehren.
  • Lächle, wenn du an sie oder ihn denkst. Halte nicht an dem Leid der vergangenen Tage, die mit dieser Krankheit oder anderen Schmerzen verbunden waren, fest, sondern an diesen wundervollen Gefühlen, die es bei dir auslöste. Diese Gefühle, durch die du menschlicher wurdest. Denn dein Haustier lehrte dich, was bedingungslose Liebe ist.

3. Deinen Freund kann man nicht ersetzen

Nach dem Tod deines Haustieres solltest du niemals sofort auf die Suche nach einem anderen gehen, um dich von diesem Schmerz zu befreien. Man kann Tiere genauso wenig ersetzen wie Menschen.

Dein Hund, deine Katze ist in all seinen Charakterzügen und Eigenschaften einzigartig, einzigartig in all den Dingen, durch die es dein Leben lebenswerter machte. Dein Haustier hat in deinem Gedächtnis einen festen Platz eingenommen.

Erlaube dir selbst, dir die benötigte Zeit zu nehmen, bevor du dir ein neues Haustier anschaffst – wenn du das denn überhaupt möchtest. Doch es geht niemals darum, es zu ersetzen oder die Leere mit einem anderen Leben zu füllen. Jedes Tier gibt es nur ein einziges Mal und mit seiner Anwesenheit, seinem Charakter, seiner Freude erfüllt es unser Leben. Vergiss das bitte nie.

Freude

Ob ich glaube, dass Hunde in den Himmel kommen? Ich bin davon überzeugt, dass sie dort noch weit vor uns ihren Platz finden.

Robert Louis Stevenson

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von K. Lewis, Pascal Campion