Ich möchte eine Umarmung, die alle meine Ängste zerstört

21. Dezember 2015 en Emotionen 1388 Geteilt

Eine Umarmung, um die man nicht bitten muss und die uns ganz umschließt, hat eine große Heilkraft. Wir Menschen sind soziale Wesen und durch unsere Emotionen verbunden, und wir brauchen diesen täglichen Körperkontakt, wodurch wir unsere Beziehungen bestätigen und uns gleichzeitig gemocht und geliebt fühlen.

Wir reden hier oft von der Notwendigkeit, dass Alleinsein zu lernen, jede Art von ungesunder Zuneigung zu vermeiden, die uns manchmal so sehr an Dinge und Personen bindet, bis wir den Punkt erreichen, dass wir unsere persönliche Entwicklung verhindern. Trotzdem benötigen all diese Dinge ihr Gleichgewicht.

Wir alle brauchen das, auf irgendeine Weise mit jemandem zusammen zu sein, selbst wenn wir uns sehr dagegen sträuben. Wir haben alle Flügel, mit denen wir fliegen, aber auch Wurzeln, die uns im Leben verankern, um zu lieben, um uns durch diese Art von Beziehungen zu bereichern, und die gleichzeitig auch uns selbst ausmachen: Freunde, Familie, Beziehung, Kinder.

Umarmungen heilen Seelen und festigen unsere Gefühle. Es sind Momente der Ruhe, in denen wir unsere Herzen im Takt schlagen lassen. Und dort existieren weder Ängste, noch Krach, noch nicht einmal Zweifel.

Umarmungen, ein Band der Liebe und der Sicherheit

Umarmungen, genauso wie Körperkontakt, machen einen Teil unseres psychologischen Wohlbefindens als auch unserer Entwicklung aus. Auch wenn eine große Zahl an Lebewesen diese Art von Kontakt benötigt, um dadurch mit den Seinigen soziale Beziehungen aufzubauen, erfüllen im Fall des Menschen das Streicheln, das Umarmen und der Hautkontakt noch weitere Funktionen, die es durchaus wert sind, sie kennenzulernen.

Unser soziales Gehirn braucht Umarmungen und Streicheln

Umarmung

Wenn wir auf die Welt kommen, dann ist unser Gehirn noch weit davon entfernt, voll entwickelt zu sein, es hat etwa 25% seiner vollen Entwicklung erreicht. Die übrigen neuronalen Strukturen und Verbindungen werden insbesondere in den ersten fünf Lebensjahren entwickelt, wobei die Art des Großwerdens eine entscheidende Rolle spielt.

Wir sollten uns in Erinnerung rufen, dass man in den ersten Monaten des Lebens noch nicht über Sprache verfügt, und dass die Kommunikation über Gefühle stattfindet, über dieses Streicheln, diese Küsse, diese Umarmungen und diese warme Stimme, die uns Aufmerksamkeit und Sicherheit gibt.

Wenn ein Kind keine Aufmerksamkeit bekommt, wenn es weint, wenn niemand es beruhigt, niemand es wiegt und sich niemand mit wahrer Liebe um es kümmert, dann erzeugt dies Stress. Ein Gehirn, was daran gewöhnt ist, das Stresshormon Cortisol auszustoßen, ist ein Gehirn, was sich nicht auf optimale Weise entwickelt.

Soziale Isolation oder der Entzug von Streicheleinheiten während des frühen Lebensalters eines Kindes sorgen dafür, dass viele Gehirnzellen nicht reifen, um so die weiße Hirnmasse zu formen. Gleichzeitig wird auch weniger Myelin produziert, was essentiell wichtig für die Kommunikation der Gehirnzellen untereinander ist.

All dies wird eine gewisse kognitive Rückständigkeit erzeugen, genauso wie soziale oder emotionale Defizite.

Die Wichtigkeit von Umarmungen in Liebesbeziehungen

Die Kraft einer Umarmung hat manchmal mehr Bedeutung als Worte. Die nonverbale Sprache beeinflusst direkt unsere Gefühlswelt, und es spielt in unseren partnerschaftlichen Beziehungen eine noch wichtigere Rolle, wenn Kommunikation mit Körperkontakt begleitet wird.

Etwas so Einfaches und Elementares wie eine Umarmung schafft ein immenses Gefühl der Erfüllung für denjenigen, der umarmt und den, der umarmt wird. Dies ist gut für beide, da diese Geste im Prinzip Nahrung fürs Gehirn bedeutet und vielleicht in diesem Moment sogar noch wertvoller ist als richtige Nahrung.

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Um Umarmungen bittet man nicht, es ist keine Währung, die man austauscht oder einfordert. Es ist auch wichtig, sich bewusst zu machen, dass nicht alle Umarmungen gleich sind. Wenn sie von der Person kommen, die wir lieben und die einen Platz in unserem Herzen hat, dann wird unser Gehirn Oxytocin ausschütten, ein Hormon, dass mit Wohlbefinden und Lust in Verbindung steht.

Nichts kann die Bedeutung einer Umarmung erreichen, wenn wir uns in einem Moment des Zweifelns oder emotionalem Unwohlseins befinden, dann, wenn uns die Angst und Nervosität besuchen kommt.

Das Gefühl, von dieser besonderen Person mit Kraft, Liebe und Ehrlichkeit umarmt zu sein, besänftigt fast sofort dieses kalte Gefühl in der Seele, da es uns zeigt, dass alles gut ist. Dass die Welt in Ruhe ist.

Eine Umarmung nimmt uns den Stress, reduziert Nervosität und ist gut für unsere körperliche und geistliche Gesundheit. Eine Umarmung festigt unsere Bindung zu einer geliebten Person.

So und wie wir es zuvor bemerkt haben, ist es wichtig, immer diese wahre Liebe aufrechtzuerhalten und übertriebene Anhänglichkeit zu vermeiden, die keinen Platz für persönliches Wachstum lässt, das wissen wir.

Dennoch sind in einer Beziehung diese Art von Gesten lebensnotwendig, um die eigene Beziehung zu bestätigen, denn wir alle brauchen dieses Gefühl von Sicherheit und wollen Schutz erhalten als auch geben.

Es handelt sich letztlich darum, zu zweit eine Einheit aufzubauen. Spare also nicht an Umarmungen, schiebe sie nicht auf morgen und lass nicht zu, dass dein Partner erst darum bitten muss.

Praktiziere die „Umarmung des Bären“, eine so starke Umarmung, die dir fast den Atem nimmt, die aber gleichzeitig solche Nachrichten übermittelt wie: „Ich unterstütze dich, ich teile deine Freude, dein Leid und ich liebe dich.“

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Und vernachlässige auch nicht die Umarmung des Herzens, die, bei der die Zärtlichkeit direkt aus dem Herzen kommt und bei der man sich dabei anschaut. Es ist ein lange, tiefe Umarmung, von reiner und bedingungsloser Liebe.

Bildmaterial mit freundlicher Genemigung von Shaun Tan, Lucy Campbell, PEIBEE, Kyungduk Kim

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