Gynäkologische Tumore und damit verbundene Ängste

09 Januar, 2021
In unserem heutigen Artikel werden wir über Angstzustände und andere psychische Erkrankungen sprechen, die Frauen, die gynäkologische Tumore haben, betreffen können. Um die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der betroffenen Frauen zu vermeiden, ist die Behandlung von entscheidender Bedeutung.

Leiden weibliche Krebspatienten mehr als männliche? Diese Frage versuchen wir im Folgenden zu beantworten, indem wir uns verschiedene Studien über Stimmungsänderungen und Angstzustände bei Krebspatientinnen ansehen, die gynäkologische Tumore haben. Diese Analyse könnte dabei helfen, festzustellen, ob ein geschlechtsspezifischer Ansatz bei Krebs für die Patienten von Vorteil sein könnte.

Krebs ist in jeder Form ein belastendes Lebensereignis, das jeden Aspekt des Lebens eines Patienten beeinflusst. Viele Faktoren haben einen Einfluss auf die individuelle Erfahrung jedes Krebspatienten: die Unterstützung durch die Familie und das soziale Umfeld, das Alter, die verfügbaren Ressourcen usw. Die wissenschaftliche Literatur legt ebenfalls nahe, dass das Geschlecht eine Rolle bei der Patientenerfahrung spielen kann.

Gynäkologische Tumore können den Betroffenen stark zusetzen

Die Unterschiede bei Männern und Frauen in der Krebserfahrung

Die Sensibilität gegenüber bestimmten Krebsarten ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Dies wiederum kann relevant sein, wenn es darum geht, zu verstehen, warum eine geschlechtsspezifische Perspektive wichtig ist.

Borras (2015) gibt an, dass gynäkologische Tumore (inklusive Brustkrebs) 40 % aller Tumoren bei Frauen ausmachen. Bei Männern sind nur 22 % der Tumore auf Prostatakrebs zurückzuführen, gefolgt von Lungenkrebs und Darmkrebs.

Auch bei den Überlebensraten gibt es Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Krebspatienten. In Spanien hat Brustkrebs, die häufigste Krebsart bei Frauen, eine Fünf-Jahres-Überlebensrate von 83,8 %. Während Prostatakrebs eine Überlebensrate von 84,7 % hat, sinkt die Überlebensrate für Lungenkrebs auf nur 10 %. Lungenkrebs macht 50 % aller bei Männern gefundenen Tumore aus. Folglich scheinen Frauen mit Krebs seltener zu sterben als Männer mit Krebs, obwohl es wichtig ist, zu beachten, dass die Bedingungen nicht dieselben sind.

Die Herausforderungen von Brustkrebs

Die Tatsache, dass Brustkrebs eine der Haupttodesursachen bei Frauen ist, macht ihn für die Krebsbehandlung relevant. Da die Zustände der betroffenen Menschen unterschiedlich sind, ändern sich daher auch die mit dem Krebs verbundenen Herausforderungen.

Im Fall von Brustkrebs, der häufigsten Krebserkrankung bei Frauen, scheint das Geschlecht (das eine soziale und kulturelle Kategorie ist) eine wichtige Rolle zu spielen.

Laut Canicali, Goncalvez, Pire, Costa und Costa (2012) bringt der Brustkrebs Veränderungen im Lebensstil mit sich, die durch körperliche Beschwerden und Veränderungen im Selbstbild der Patientin verursacht werden.

Diese Autoren beobachteten auch, dass Frauen mit Brustkrebs ein geringes Selbstwertgefühl und eine signifikante Verringerung der Libido haben.

Darüber hinaus verweisen die Autoren auf andere Studien, die nahelegen, dass bei Brustkrebspatientinnen eine klinisch signifikante Prävalenz von Angstzuständen und Depressionen besteht. Sie sprechen von Symptomen wie Anspannung, nicht näher spezifizierter Angst und allgemeiner Besorgnis.

Gynäkologische Tumore und die Sorgen der Patientinnen in der präoperativen Phase

Olivares (2004) untersucht die psychologischen Aspekte von gynäkologischen Tumoren. Einer davon, die Angst, erweist sich als Prädiktor für die Genesung von Patienten nach der Operation.

Die Angst ist bei Brustkrebspatientinnen relevant, da Patienten mit einem höheren Grad an Angst vor der Operation ein höheres Maß an Schmerzen und Beschwerden nach der Operation hatten, so Olivares. Darüber hinaus brauchten sie auch mehr Medikamente und ihre Krankenhausaufenthalte waren länger.

Salmon (1992) fand wie Olivares (2004) eine positive Beziehung zwischen der präoperativen Angst und dem Maß der postoperativen Angst. Ebenso fand er auch einen positiven linearen Zusammenhang mit der postoperativen Depression.

Gynäkologische Tumore und worüber sich die betroffenen Frauen Sorgen machen

Um die Angst vor Brustkrebs besser zu verstehen, ist es wichtig, die spezifischen Sorgen einer Frau mit Brustkrebs zu untersuchen.

Während es leicht zu erkennen ist, dass diese Krankheit im Allgemeinen eine Quelle von Stress und Angst ist, identifiziert eine Studie von Mota, Aldana, Bohorquez, Martinez und Peralta aus dem Jahr 2018 die spezifischen Faktoren, die bei weiblichen Krebspatienten Angst erzeugen. Einige der Hauptfaktoren sind folgende:

  • Eine Wahrnehmung der Nähe des Todes.
  • Falsche Überzeugungen über Krebs.
  • Das Vorhersehen des eigenen Leidens.
  • Das Vorhersehen des Leidens von Familie und Freunden.
  • Das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren.
  • Eine Glaubenskrise und das Bedürfnis, diese zu überwinden.
  • Übermäßige Vorsicht oder Leichtsinnigkeit.
  • Ein Mangel oder ein Übermaß an Stimulation.
  • Körperliche Beschwerden: niedrige Energie, Übelkeit, Anorexie, Erbrechen usw.

Die Art der Angst, die ein Krebspatient erlebt, hängt von seinem Alter und der Art des Krebses ab, den er hat. Beispielsweise berichten Frauen, die sich einer Mastektomie unterzogen haben, häufig über Frustration, Traurigkeit sowie Angst- und Depressionsstörungen.

Bei Brustkrebspatientinnen beeinträchtigt die Art der Angst, die sie erleben, oft ihr familiäres und soziales Leben.

Das Körperbild und die Sexualität nach dem Krebs

Viele Krebspatientinnen erleben zusätzlich zu ihrer bereits bestehenden Krankheit verschiedene Ängste. Darüber hinaus erfahren Frauen mit gynäkologischen Tumoren physiologische Veränderungen, die eine wichtige Rolle für ihr Wohlbefinden nach der Krebserkrankung spielen.

Laut Garcia-Viniegras und Gonzalez (2007) bestimmen Selbstvertrauen, emotionale Stabilität, Stärke und positive Emotionen das Selbstwertgefühl einer Person im Laufe ihres Lebens. Nach einer Krebserkrankung haben viele Frauen mit einigen dieser Faktoren zu kämpfen.

Sebastian, Manos, Bueno und Mateos (2007) argumentieren, dass Krebs in der Regel zwar mit einer Operation verbunden ist und oft zu körperlichen Veränderungen führt, die psychosozialen Konnotationen dieser körperlichen Veränderungen jedoch für Frauen von besonderer Bedeutung sein können.

Das liegt daran, dass Brüste in unserer Gesellschaft wichtig für die Weiblichkeit sind. Viele Frauen haben zum Beispiel das Gefühl, dass der Verlust einer ihrer Brüste bedeutet, die Weiblichkeit zu verlieren.

Und nicht nur das: Brüste scheinen eine entscheidende Rolle für die Fähigkeit einer Frau zu spielen, Sexualpartner anzuziehen und zu halten. Eine Operation oder Behandlung von Brustkrebs beeinflusst dies normalerweise in irgendeiner Weise.

Das Körperbild und die Sexualität nach dem Krebs

Sind Brustkrebspatientinnen die einzigen, die an Sexualproblemen leiden?

Gynäkologische Tumore können bei Frauen zu Traurigkeit, Problemen mit dem eigenen Image, Sexualitätsproblemen und Angstzuständen führen. Diese Probleme betreffen jedoch nicht nur Brustkrebspatientinnen.

Olivares (2005) diskutiert in seiner Studie Depressionen, Ängste und chronische Sexualprobleme bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs fünf Jahre nach deren Behandlung. Die Studie zeigte, dass bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs 55 % der Frauen Schwierigkeiten mit dem Sex hatten und 33 % der Frauen nach der Behandlung überhaupt keinen Sex hatten.

Gynäkologische Tumore: Die psychische Gesundheit ist entscheidend für die körperliche Gesundheit

Jede medizinische Behandlung ist für die Patientin mit verschiedenen anderen Umständen verbunden. Wir haben gesehen, dass Furcht, Traurigkeit, Angstzustände sowie ein geringes Selbstwertgefühl gynäkologische Krebserkrankungen beeinflussen können. Vor diesem Hintergrund scheint es umso wichtiger zu sein, sicherzustellen, dass Krebspatientinnen die richtige psychologische Betreuung erhalten.

Die Behandlung sollte nicht nur eine Chemotherapie beinhalten. Frauen brauchen Ressourcen, um mit den Ängsten umzugehen, die sie vor jedem medizinischen Eingriff empfinden; Programme zur Aufklärung über die psychische Gesundheit, um konventionelle Mythen abzubauen und um Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl als Teil der Behandlungsziele zu machen.

Das ultimative Ziel sollte nicht nur die körperliche Gesundheit der Patientin sein, sondern auch ihr allgemeines Wohlbefinden sein.

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  • González, C., Calva, E., Bohorquez, L., Medina, S. y López, J. (2018). Ansiedad y calidad de vida en mujeres con cáncer de mama: una revisión teórica. Psicología y Salud, 28(2), 155-165.
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