Sexuelle Anziehungskraft: Wie funktioniert sie?

· 26. Januar 2018

Die Strategien, die wir nutzen, um einen potenziellen Partner zu gewinnen, können so divers wie unsere Vorstellungskraft sein. Aber wer sagt, dass sexuelle Anziehungskraft sofort passiert? Gibt es bestimmte physische Merkmale, die uns Erfolg bei der Verführung garantieren?

Die Fähigkeit der sexuellen Anziehungskraft oder generelles Interesse bei anderen zu kreieren, ist ein Talent. Aber dazu brauchst du nicht das Gesicht eines Engels oder außergewöhnliche Augen. Es gibt andere Elemente und Faktoren, die genauso gewinnbringend sind – und sogar noch erfolgreicher.

Der erste Eindruck zählt

Auch wenn wir noch so oft sagen, dass die inneren Werte zählen, können unsere Augen doch die Attraktivität des Aussehens nicht verleugnen. Der erste Eindruck zählt immer. Wenn erst einmal ein erster Eindruck entstanden ist, tendiert die andere Person dazu, diesen für sich selbst zu bestätigen. Die Dinge werden sich also zu unserem Gunsten entwickeln, wenn wir einen guten ersten Eindruck hinterlassen, aber nicht, wenn dem nicht so ist.

Das Aussehen einer Person wird im Gehirn sofort verarbeitet, bevor wir es überhaupt realisieren. In weniger als zwei Sekunden haben wir schon ein Urteil über die Person vor uns gefällt. Über ihre Art, sich zu kleiden, ihre Haut, ihre Nase … Alles wird katalogisiert und klassifiziert. Ohne etwas zu sagen, hat unser Gegenüber uns bereits vieles mitgeteilt – oder vielmehr, wir haben viel in ihn oder sie hineininterpretiert.

Tatsächlich benötigen wir nur eine Zehntelsekunde, um zu bestimmen, ob wir ein Gesicht attraktiv finden. Liebe auf den ersten Blick existiert also. Zumindest die Liebe des Erscheinungsbildes.

Frau lacht Mann an

Haare und Körpergeruch sind Schlüsselelemente der sexuellen Attraktivität

Haare sind eines der Merkmale, die wir am meisten schätzen. Besonders Frauen scheint es wichtig zu sein. Forschungsergebnisse zeigen auf der einen Seite, dass Frauen dazu tendieren, dicke, glänzende Haare attraktiv zu finden. Auf der anderen Seite scheint eine Glatze nicht so schlimm zu sein, wie wir vielleicht annehmen. Dies liegt daran, dass der Haarverlust mit einem hohen Testosteronspiegel assoziiert wird. Und viele Studien legen nahe, dass dieses Hormon für Attraktivität verantwortlich ist.

Der Körpergeruch ist der zweite entscheidende Faktor. Solange es kein Fetisch ist, wird ein unangenehmer Geruch keinesfalls das Bedürfnis wecken, einer anderen Person nahezukommen. In jedem Fall ist es besser, kein Risiko einzugehen und Parfüms und Deodorants zu nutzen, die einen frischen, angenehmen Geruch haben, die aber nicht ersticken.

Schönheit ist nicht alles

Es gibt Menschen, die im eigentlichen Sinne nicht schön sind, aber die etwas Besonderes, das gewisse Etwas haben, was sie einfach unwiderstehlich macht. Es ist das „je ne sais quoi“, was wie ein Magnet wirkt: ihre Art, zu sprechen oder zu lachen, ihr Sinn für Humor. Interessante Eigenheiten wirken Wunder.

Auf der anderen Seite gibt es einige Tage im Monat, an denen Frauen attraktiver auf Männer wirken: die Tage, an denen sie ihren Eisprung haben. In dieser Zeit nehmen Männer den süßen, angenehmen Körpergeruch der Frauen wahr und werden von diesem angezogen. Pheromone locken Männer an und führen bei ihnen kurzfristig zu einem starken Anstieg der Testosteronfreisetzung.

Schönheit liegt im Auge des Betrachters.

Andere physische Faktoren erhöhen die sexuelle Anziehungskraft

Unbewusst tendieren Männer und Frauen dazu, symmetrische Gesichter attraktiv zu finden. Diese Eigenschaft wird sogar als der größte Indikator von Schönheit betrachtet.

Die Augenfarbe ist weniger ausschlaggebend, aber die Intensität des dunklen Ringes um die Iris umso mehr: Umso dunkler dieser ist, desto attraktiver sind wir.

Eine gute Figur und gut definierte Muskeln machen uns ebenfalls attraktiver. In den ersten Phasen der menschlichen Evolution war Stärke ein Schlüsselelement für das Überleben der ganzen Familie. Und dies liegt noch immer in unserer Natur. Heutzutage strahlt der größte und kräftigste Mann am meisten Sicherheit und Schutz aus. Dies ist ein Teil der Evolutionstheorie, die erklärt, was uns warum attraktiv macht.

Mann küsst Frau auf die Schläfe

Wir unterscheiden uns nicht so sehr von Tieren

Wir wissen, dass einige Elemente, die wir als physisch anziehend betrachten, auch von Tieren begutachtet werden. Zum Beispiel werden Löwinnen von dem glänzenden Fell und der prächtigen Mähne der Männchen angezogen.Es geht dabei um die Länge, Dichte und Farbe der Haare. Umso dichter und dunkler es ist, desto mehr indiziert es einen hohen Testosteronspiegel und umso mehr mögen es die Weibchen.

Weibliche Rebhühner bevorzugen Männchen, dessen Gefiederfarbe intensiver ist. Intensive Farbe wird mit einem intaktem Immunsystem und guter Ernährung gleichgesetzt. Auf der anderen Seite vermittelt der Hahnenkamm und Schnabel den Weibchen Sicherheit und symbolisiert Stärke.

Auch Falten sind schön

Zeichen der Jugend sind nicht wertvoller als ihr Gegenteil. Zumindest nicht so sehr, wie es uns die Medien, Marketing, Geheimtipps, Cremes, Behandlungen und dergleichen weismachen wollen. Es ist wie ein Krieg gegen das Altern und Zeitvergehen.

Eine Studie der Universidad Autónoma de Madrid (Spanien) widerlegte diese Behauptung, welche durch die Werbung ständig verstärkt wird. Untersuchungen zufolge fühlen sich Männer eher zu Frauen hingezogen, deren weibliches Gesicht sich deutlich von einem männlichen unterscheidet, als zu besonders jugendlich wirkenden Frauen. Demzufolge schätzen sie das Fehlen von Gesichtsbehaarung, volle Lippen und dünne Augenbrauen mehr als die Abwesenheit von Pickeln oder Pigmentflecken.

Mann und Frau legen Handflächen aneinander

Liebe und Attraktivität sind nicht gleichzusetzen

Sich zu verlieben steht mit der sexuellen Anziehungskraft eng in Verbindung. Aber andere Faktoren sind ebenso einflussreich, wie die Lebensumstände oder der Zeitpunkt, zu dem man auf jemanden trifft. Die Bereitschaft, jemanden ins Herz zu schließen, sowie Ähnlichkeiten, Wünsche, Werte und gleiche Interessen. Alles zählt.

Sexuelle Anziehungskraft ist also zugleich physischer als auch chemischer Natur. Natürlich haben Chemikalien wie Hormone einen Einfluss auf sie, aber ohne einen guten Eindruck muss viel ausgeglichen werden.

Es gibt keinen Zweifel daran, dass sexuelle Vorlieben und Geschmäcker sich von Person zu Person unterscheiden. Jedoch wird eine Vielzahl von guten Eindrücken, die angenehme Gefühle hervorrufen, uns dabei helfen, unseren Sexappeal zu steigern.