Psychologische Therapie oder Medikamente?

17 November, 2020
Die Entscheidung darüber, ob Medikamente oder eine psychologische Therapie der Weg voran sind, ist das ewige Dilemma. Aber die Wahrheit ist, dass letztere nachhaltigere Ergebnisse aufweist als Medikamente. Der Grund dafür ist der, dass dem Patienten in der Therapie Bewältigungsfähigkeiten vermittelt werden.

Die Frage, ob eine psychologische Therapie oder Medikamente zur Behandlung von psychischen Störungen eingesetzt werden sollen, ist Gegenstand vieler Debatten. Ersteres ist nachweislich mit länger anhaltenden Ergebnissen verbunden, als Medikamente. Der Grund dafür ist der, dass ein Patient während der Therapie Bewältigungsfähigkeiten erlernt. Therapeuten helfen Patienten dabei, Mythen und negative Gedanken zu erkennen und stellen ihnen die notwendigen Werkzeuge zur Verfügung, um solche Überzeugungen infrage zu stellen und zu ersetzen.

Darüber hinaus vermittelt die psychologische Therapie auch noch weitere lebenslange Fähigkeiten. So ermöglicht sie es den Betroffenen nicht nur, sich besser zu fühlen, sondern gibt ihnen auch Werkzeuge auf den Weg, auf die sie zurückgreifen können, wenn ihre Stressoren in der Zukunft wiederkehren.

Im Gegensatz zu Medikamenten ist die psychologische Therapie nicht suchterzeugend. Darüber hinaus zeigen einige Studien, dass eine kognitive Verhaltenstherapie bei der Linderung von Angstzuständen und Depressionen wirksamer sein kann als Medikamente.

Aufgrund der Schwere einiger Fälle benötigen manche Menschen jedoch möglicherweise ein gutes Maß an Synergie zwischen der psychologischen Therapie und Medikamenten. Medikamente, eine Psychotherapie oder eine Kombination aus beiden können den Menschen helfen, mit ihren emotionalen oder Verhaltensproblemen umzugehen. Die Wahl der Behandlung sollte auf den verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnissen und der Bereitschaft des Patienten beruhen, diese Behandlungen zu versuchen und fortzusetzen.

Die psychologische Therapie und Medikamten scheinen sich gut zu ergänzen

Psychologische Therapie und Medikamente: Beweise, die eine „gute Beziehung“ belegen

Derzeit wird versucht, den Zusammenhang zwischen der kognitiven Verhaltenstherapie (CBT, Cognitive Behavioral Therapy) und der Psychopharmakologie zu systematisieren. Dies gilt auch für die Vorteile der globalen Behandlung:

  • Das positive Zusammenwirken beider Optionen kann dank der Geschwindigkeit des Arzneimittels die Kommunikationsfähigkeiten, die Motivation, die Konzentration und das Gedächtnis freisetzen. Der Patient kann die von der CBT vorgeschlagenen Verhaltensmuster einfacher annehmen.
  • CBT kann die pharmakologische Einnahmetreue sowohl bei somatischen als auch bei psychischen Erkrankungen verbessern. Diese Verhaltenstherapie kann sogar pharmakologische „Sicherheitssignale“ neutralisieren. Jene Art, die die positiven Wirkungen der CBT beeinträchtigen.
  • De Pablo schlägt eine „verhaltensbedingte Verschreibung des Medikaments“ mit Auswirkungen auf zwei Ebenen vor:
    1. Wenn die Pharmakologie eine therapeutische Aktivität im breiteren Rahmen der globalen Behandlung ist. (Betrachte die Psychopharmakologie nicht als grundlegend und CBT als sekundär).
    2. Auch wenn die Psychopharmakologie ein Verfahren im Dienste der Veränderung ist, wird sie schließlich dennoch andere Maßnahmen erfordern.

Die kognitive Verhaltenstherapie ermöglicht es, das Medikament unter angemesseneren Bedingungen als bei einem Entzug ohne Schutznetz „abzusetzen“, wodurch die Rückfälle reduziert werden. (Rückfälle nach dem Absetzen oder der falschen Einnahme der Psychopharmaka kamen bei Patienten, die sich der CBT unterziehen, seltener vor).

All diese Annahmen können sich in Fällen von Persönlichkeitsstörungen erschweren. Das liegt daran, dass paranoide Menschen die Medikamente ablehnen und jene, die sie vermeiden oder davon abhängig sind, sich übermäßig an beide Arten der Behandlung halten. Die Beeinflussbarkeit der Theatraliker und die Allmacht der Narzissten erschweren beide Vorschläge.

Belege für die guten Ergebnisse der Kombination von Psychotherapie und Medikamenten

Es gibt zwei Arten von Psychotherapie bei Depressionen. Eine ist die kognitive Verhaltenstherapie und die andere die interpersonelle Psychotherapie. Und auch bestimmte pharmakologische Methoden haben sich als hilfreich erwiesen. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise darauf, dass die Kombination von Psychotherapie und Medikamenten wirksamer sein kann als die jeweilige eigenständige Behandlung. Auf lange Sicht scheint jedoch die Psychotherapie den Erfolg zu garantieren. Gleichzeitig müssen suizidgefährdete Menschen möglicherweise im Krankenhaus behandelt werden.

Bei Angststörungen haben sich die kognitive Verhaltenstherapie, Antidepressiva und angstlösende Medikamente  als hilfreich erwiesen. Der Großteil der Forschung sammelt Daten, die die Hypothese stützen, dass die Psychotherapie wirksamer ist als Medikamente. Darüber hinaus verbessert das Hinzufügen von Medikamenten die Ergebnisse der Psychotherapie allein nicht wesentlich.

Bei übermäßigem Alkohol- und Drogenkonsum erwiesen sich die kognitive Verhaltenstherapie und umweltbasierte Therapien sowie Unterstützungsprogramme als nützlich. Menschen mit schweren Suchtproblemen können aber auch von der Einnahme bestimmter Medikamente profitieren, die ihr Verlangen oder die Auswirkungen von Vergiftungen verringern.

Bei Essstörungen kann eine medizinische Behandlung erforderlich sein, um die körperliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Es hat sich gezeigt, dass die kognitive Verhaltenstherapie, die interpersonelle Psychotherapie und Antidepressiva ebenfalls hilfreich sind. Darüber hinaus gibt es auch Hinweise darauf, dass die Kombination von Psychotherapie und Medikamenten wirksamer sein kann als nur eine Behandlung.

Bei Schizophrenie oder bipolarer Störung müssen die meisten Menschen mit antipsychotischen Medikamenten oder Stimmungsstabilisatoren behandelt werden. Untersuchungen legen nahe, die Behandlung durch eine kognitive, Verhaltens- oder Familienpsychotherapie zu ergänzen. Das liegt daran, dass dies die funktionellen Ergebnisse verbessern kann.

Die psychologische Therapie ist in der Regel die erste Empfehlung bei Problemen mit der Elternschaft, der Ehe oder der Anpassung. Diese Behandlung kann dir dabei helfen, wichtige Fähigkeiten zu entwickeln und angemessener auf Stressoren zu reagieren.

Menschen reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen Behandlungsansätze

Die personalisierte Behandlung in Hinblick auf die psychologische Therapie und Medikamente

Menschen reagieren unterschiedlich auf die verschiedenen Behandlungsansätze. Wenn also eine Behandlung nicht hilft, versuche, eine andere hinzuzufügen. Untersuchungen zeigen, dass die psychologische Therapie auch für jene Menschen hilfreich sein kann, die nicht gut auf Medikamente ansprechen.

Sowohl die Psychotherapie als auch die Therapie mit Medikamenten erfordern eine strenge Anwendung und Überwachung. Die Ergebnisse treten in der Regel jedoch nicht über Nacht ein. Daher solltest du die Behandlung nur dann beginnen, wenn du bereit bist, sie so lange wie nötig fortzusetzen.

Patienten sind eher bereit, sich auf eine für sie sinnvolle Behandlung einzulassen. Daher ist es wichtig, die Behandlung gründlich mit einem Fachmann zu besprechen, damit er sie in einer für den Patienten verständlichen Weise erklären kann.

Schlussfolgerung

Nach Ansicht mehrerer Autoren sollte die kombinierte Behandlung der eigenständigen Therapien stets Vorrang haben. Und wenn das Ausmaß der positiven Reaktion des Patienten zunimmt, nimmt auch die Wahrscheinlichkeit und der Umfang der Reaktion auf der Grundlage der Synergien der beiden Modalitäten zu.

Somit könnte die kombinierte Behandlung akzeptabler sein, sowohl durch die Förderung der Aufrechterhaltung der Behandlung (CBT) als auch durch die Beschleunigung des Ansprechens (Psychopharmakologie).