Die Bedeutung bewusster Kommunikation

5. Mai 2019

Wir beginnen bereits im Mutterleib, mit unserer Umgebung zu kommunizieren. Wir reagieren auf die Reize, die auf uns einströmen, obwohl unsere Reaktionen noch nicht das Ergebnis bewusster Entscheidungen sind. Während wir Bindungen zu den Menschen in deiner Umgebung aufbauen, kommunizieren wir unsere Grundbedürfnisse und sichern so unser Überleben. Dies ist ein natürlicher und spontaner Impuls. Dann wachsen wir, nehmen allmählich Gestalt an und verändern uns, wobei sich auch unsere Kommunikation ändert, um bestimmten sozialen Mustern zu entsprechen. So erreichen wir irgendwann einen Punkt, an dem wir uns mittels beabsichtigter und bewusster Kommunikation verständigen können.

In unserer modernen Welt, in der es so viele Möglichkeiten gibt, mit anderen zu kommunizieren, klären uns zahlreiche Untersuchungen darüber auf, das wir Multitasking besser beenden sollten. Wir sollten uns auf eine Aufgabe konzentrieren und aufhören, unsere Aufmerksamkeit zu teilen. Wir sprechen hierbei sowohl über das Senden als auch das Empfangen von Informationen. Bei der Kommunikation geht es nämlich nicht nur um das Teilen von Informationen mit anderen Personen, sondern auch um die Art und Weise, wie wir sie interpretieren. Und Achtsamkeit – oder eben auch bewusste Kommunikation – macht uns auf die Gegenwart aufmerksam.

Was ist Achtsamkeit?

Wir Menschen verharren oft fest auf unserem eigenen Standpunkt. Wenn wir dazu eine Nachricht von einer anderen Person erhalten, fehlt uns oft die nötige Aufmerksamkeit, um diesen zu hinterfragen. Daher ist es wichtig, uns während eines Gesprächs zu fragen: Höre ich wirklich zu? Oder warte ich nur darauf, dass mein Gegenüber eine Pause macht, damit ich reden kann? Bin ich mir der nonverbalen Kommunikation bewusst, die ich gerade betreibe?  Letzteres ist von besonderer Relevanz, denn zu jedem Zeitpunkt ist ein wesentlicher Teil der Nachrichten, die wir mit anderen Menschen teilen, nonverbaler Natur.

Zwei Bäume in der Form von menschlichen Köpfen kommunizieren über Vögel.

Wenn du ein bewusster Kommunikator sein möchtest, musst du aktiver Teilnehmer am Gespräch sein. Dies ist keine einfache Aufgabe. Der zugehörige Lernprozess sollte schon in der Schule beginnen, wo Schüler und Lehrer im Idealfall Übungen zur bewussten Kommunikation realisieren. Oder sogar noch früher: Empathie und Akzeptanz beispielsweise sind gute Möglichkeiten, dieses Thema kleinen Kindern näherzubringen. Emotionen sind der Schlüssel zu unserem Wohlbefinden und um sie effektiv zu managen, ist viel Geduld und Übung erforderlich. Je früher wir das verstehen, desto angenehmer können wir uns unser Leben gestalten.

Achtsam oder bewusst zu sein, bedeutet, nicht vor Frustration und Ärger aufzugeben, wenn du mit anderen Menschen kommunizierst und das Gespräch nicht so läuft, wie du es dir vorstellst. Zu wissen, wann du deinen Emotionen freien Lauf lässt, ist eines der Merkmale bewusster Kommunikation. Emotionale Intelligenz ist dabei äußerst nützlich, weil sie dir hilft, deine Emotionen zu regulieren und die anderer Menschen zu akzeptieren.

Wie kann ich bewusste Kommunikation üben?

Der erste Schritt besteht darin, zu verstehen, dass Kommunikation ein Prozess ist. Achtsam sein zu wollen ist noch nicht gleichbedeutend mit Achtsamkeit. Es ist eine komplexe Fertigkeit, die einiges an Übung erfordert. Die folgenden Punkte gehören dazu:

  • Schreiben und Argumentieren: Wenn du zahlreiche Grammatikfehler machst und allzu viele Begriffe aus der Umgangssprache verwendest, schießt du dir praktisch selbst in den Fuß. Deine Worte machen einen ersten Eindruck, also sprich auf einem angemessenen Niveau und versuche, wortgewandt zu sein.
  • Mangel an Emotionen: Bei bewusster Kommunikation geht es nicht nur darum, Informationen zu übertragen. Wenn das alles ist, was du tust, wird es dir schwerfallen, deine Zuhörer zu erreichen. Es ist viel effektiver, auf eine emotionale Art und Weise zu sprechen, die Empathie in den anderen Menschen hervorruft. Deine Zuhörer werden sich dann als Teil des Kommunikationsprozesses fühlen und hören dir im Endeffekt mehr und besser zu. Die Verwendung von Emotionen in deinem Diskurs erhöht auch die Wahrscheinlichkeit, dass deine Nachricht beim Gegenüber hängen bleibt.
  • Verantwortungsvoller Umgang mit Emotionen: Nicht jeder fühlt sich gleich und nicht jeder kann seine Emotionen auf dieselbe Weise ausdrücken. Wenn du etwas von jemand anderem willst, musst du einen Weg finden, um danach zu fragen.
  • Nonverbale Kommunikation: Diese bezieht sich nicht nur auf Gesten und andere Formen der Körpersprache, sondern auch auf implizite oder praktische Informationen, die du mit anderen teilst. Daher solltest du versuchen, auf beide Aspekte zu achten. Stelle also sicher, dass auch deine Körpersprache deinem Gegenüber mitteilt, dass du für den Dialog und andere Denkweisen aufgeschlossen bist. Darüber hinaus sind praktische Elemente von entscheidender Bedeutung. Du musst Dinge wie Kultur und soziale Normen im Auge behalten, damit du die Person, mit der du sprichst, besser verstehen kannst.
Zwei miteinander kommunizierende Figuren

Bewusste Kommunikation ist die Anstrengung wert

Ein bewusster Kommunikator zu sein, macht dich zweifellos zu einem effektiveren Kommunikator. Es macht dich einfühlsamer und leichter zu verstehen. Dadurch wird es auch einfacher, dich in einem bestimmten sozialen Kontext bestmöglich auszudrücken. Klar, das ist eine schwierige Aufgabe, da du deine Fehler identifizieren und korrigieren musst. Was du jedoch gewinnen kannst, lohnt diesen Aufwand auf jeden Fall.