Good Will Hunting - wovon handelt dieser Film?

26 November, 2020
Good Will Hunting erzählt von einem gewalttätigen jungen Mann, der einen brillanten Geist hat. Durch die Dialoge erfährst du viele Details über die stürmische Vergangenheit des Protagonisten. Dennoch erzählt dieser Film eine ziemlich positive Geschichte und übermittelt eine universelle Botschaft.

Der Filmemacher Gus Van Sant wurde schon in den 1990er Jahren vom Publikum und den Kritikern in alternativen und Independent-Filmkreisen sehr geschätzt. Er hatte eine Vorliebe für marginale Charaktere und erzählte Geschichten über die Menschen, die nicht den gängigen Normen entsprachen. Daher war es auch nicht weiter verwunderlich, dass er Good Will Hunting inszenierte und dieser Film sehr erfolgreich wurde.

Im Jahr 1997 überfluteten einfache und positivistische Filme die Kinoleinwände. Good Will Hunting ist in dieser Hinsicht auch ein solcher 1990er Jahre Film. Die Handlung ist einfach, es gibt praktisch keine Überraschungen und auch das Ende ist ziemlich vorhersehbar. Dennoch erregt die Botschaft bereits zu Beginn des Filmes die Aufmerksamkeit des Publikums.

Good Will Hunting

Der Film zeigt einen problembeladenen, charismatischen jungen Mann mit einem deutlichen Hang zur Gewalt. Dennoch ist Will ziemlich intelligent und verfügt trotz aller Widrigkeiten über ein spezielles Talent für Mathematik sowie über ein fotografisches Gedächtnis.

Nach einem Kampf gerät er in juristische Schwierigkeiten. Aber dank der Hilfe von Professor Lambeau, einem Gelehrten auf dem Gebiet der Mathematik, der etwas Gutes in Will sieht, gelingt es ihm, sich daraus zu befreien.

Allerdings muss sich der junge Mann in eine Therapie begeben. Aber bei keinem der Psychologen, die er aufsucht, kann er gute Fortschritte erzielen. Dann macht er die Bekanntschaft mit Sean, einem früheren Kollegen von Lambeau.

Der Film enthüllt nach und nach die Gründe, die zu Wills gewalttätigem Verhalten geführt haben und warum er sich nicht mehr mit irgendjemandem oder irgendetwas enger verbinden möchte. Natürlich glänzt Robin Williams in seiner Rolle als Sean, Wills Mentor. Dieser Charakter erinnert das Publikum stark an seine Rolle im Club der Toten Dichter (Peter Weir, 1989).

“Du hast 150.000 US Dollar für eine Ausbildung verschwendet, die du in der öffentlichen Bibliothek für nur 1.50 US Dollar Überziehungsgebühren hättest bekommen können.”

-Will Hunting-

Eine Besetzung, die funktioniert

Interessanterweise hat Good Will Hunting im Gegensatz zu anderen Filmen dieser Art keine literarische Vorlage. Das bedeutet, dass das Drehbuch ein Originalwerk ist.

Ben Affleck und Matt Damon waren zu jener Zeit noch nicht sehr bekannt. Zwar hatten beide ihre ersten Schritte als Schauspieler bereits gemacht und dabei beachtliche Erfolge erzielt. Dennoch waren sie den meisten Menschen weitestgehend unbekannt.

Das Drehbuch für Good Will Hunting entstand in der Absicht, etwas anderes zu machen. Als gemeinschaftliches Projekt von Freunden. Zuerst sollte der Film ein Thriller werden, aber das letztendliche Resultat ist ziemlich weit von dieser ursprünglichen Idee entfernt.

Außerdem zögerte der Produzent zunächst, die beiden jungen Schauspieler im Film zu besetzen, stimmte aber letztendlich zu. Tatsächlich liegt eine der größten Stärken des Films gerade in der Interpretation der Rollen durch diese beiden Schauspieler. Natürlich war Robin Williams ein ziemlich herausragender Darsteller, aber die Botschaft des Filmes hätte ohne die Leistungen von Ben Affleck und Matt Damon nicht so eindringlich vermittelt werden können.

In der Tat sind die Szenen, in denen Williams und Damon miteinander interagieren, bereits zu einem wichtigen Teil des Kinos der 1990er Jahre geworden. Denn beide verkörpern ihre Charaktere so perfekt, dass ihre Beziehung völlig authentisch wirkt.

Soundtrack

Ein weiterer Erfolg dieses Films ist der Soundtrack von Danny Elfman, der in den 1990er Jahre als Leadsänger der New Wave Band Oingo Boingo ziemlich bekannt war. Obwohl dir der Name selbst möglicherweise gar nicht bekannt vorkommt, kennst und schätzt du mit Sicherheit viele seiner Kompositionen.

Seine Kooperationen mit Tim Burton sind sehr bekannt, denn er hat beispielsweise die Soundtracks für Edward mit den Scherenhänden, Mars Attacks und Sleepy Hollow komponiert. Vermutlich weißt du aber nicht, dass er auch die berühmte Titelmelodie für Die Simpsons geschrieben hat. Und auch bei Good Will Hunting hat Elfman hervorragende Arbeit geleistet, denn seine Musik hebt die Emotionen jedes einzelnen Charakters hervor.

Kurz gesagt, der Film enthält einige gute Zutaten; und genau diese machten ihn auch so erfolgreich. Good Will Hunting erhielt insgesamt neun Oscar-Nominierungen. Robin Williams erhielt den Oscar als bester Nebendarsteller und Matt Damon und Ben Affleck wurden mit dem Oscar für das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet.

Good Will Hunting - Filmszene mit Robin Williams und Matt Damon

Good Will Hunting hat eine klare Botschaft

Die Handlung von Good Will Hunting ist zeitlos, weil sie eine positive, optimistische und beständige Botschaft vermittelt. Obwohl diese Botschaft aufgrund ihrer Vorhersagbarkeit langweilig werden könnte, ist sie aufgrund der Art und Weise, wie sich die Geschichte entwickelt, tatsächlich effektiv.

Das amerikanische Kino produzierte bereits unzählige Filme dieser Art und tut dies nach wie vor. Allerdings verlieren viele dieser Werke im Laufe der Zeit an Aktualität oder auch an Glaubwürdigkeit, weil die übermittelte Botschaft zu oberflächlich ist.

Aber warum hat dann Good Will Hunting den Verlauf der Zeit so gut überstanden? Möglicherweise, weil die Besetzung mit der Intensität und Kraft der Dialoge harmoniert. Dies liegt daran, dass nicht einfach eine kluge Botschaft vermittelt wird, sondern der Fokus vielmehr auf dem menschlichsten Teil der Protagonisten liegt.

Wer hat nicht schon eine derartige Geschichte gesehen? Ein junger Mann in einem Vorort, der von seinen emotionalen Defiziten geplagt wird und daher nicht dazu in der Lage ist, seine Gewalttätigkeit zu kontrollieren, und dem es dann letztendlich gelingt, seine Hindernisse zu überwinden und infolgedessen stärker zu werden. Es ist nichts Neues an dieser Geschichte. Obwohl sie nicht bahnbrechend ist, fesselt sie aber dennoch das Publikum.

Es gibt eine ziemlich denkwürdige Szene, in der Sean (Robin Williams) auf einer Bank sitzt und den jungen Will sprachlos macht. Der Mentor beweist, dass niemand wirklich weiß, wie er sich fühlt und was er erlebt hat, und daher auch niemand die Welt wirklich kennt.

Die Kraft der Bücher

Bücher und Philosophie helfen den Menschen dabei, die Welt zu verstehen und kennenzulernen. Aber dennoch macht jeder persönliche und subjektive Erfahrungen. Nach und nach wird das Publikum Zeuge von Wills Fortschritt und kann seinen Lernprozess miterleben.

Der junge Mann wird nicht oberflächlich dargestellt. Tatsächlich zeigt ihn der Film durch die Augen eines Psychologen. Er ist es auch, der Will schließlich die Augen öffnet und sich in ihn hineinfühlt und -versetzt. Hauptsächlich deshalb, weil auch er – wie alle Menschen – eine schwere Last auf seinen Schultern trägt und sich seinen eigenen Dämonen stellen muss.

Diese Botschaft von der Überwindung der eigenen Beschränkungen kann leicht vom Publikum erfasst werden. Obwohl der Film nur wenig Action hat, ist er dennoch sehr unterhaltsam. Er versetzt den Zuschauer in eine Art Versöhnung mit der Vergangenheit, Akzeptanz und Vergebung.

Eine stürmische Vergangenheit

Wie immer hat die Vergangenheit des Protagonisten direkte Auswirkungen auf seine Gegenwart. Und obwohl das Publikum zunächst nicht genau versteht, worum es bei Will genau geht, weiß es dennoch, dass ihm während seiner Kindheit etwas Traumatisches widerfahren ist. Vielleicht hat ihn die Erfahrung, als Waisenkind aufgewachsen zu sein, nachhaltig geprägt und seinen Geist gebrochen.

Darüber hinaus wird der Zuschauer Zeuge davon, wie er mit seinen Freunden umgeht. Offensichtlich sind sie die einzigen Menschen, denen er vertraut. Dies zeigt sich deutlich in seiner Einstellung zur Arbeit und sogar in seiner Beziehung zu Skylar, einer jungen Medizinstudentin.

Will scheint sich weder sentimental noch auf andere Weise auf irgendetwas oder irgendjemanden einlassen zu wollen. Er zieht es vor, keine Verantwortung zu haben. Er möchte sich nicht von seinen Gefühlen mitreißen lassen.

Die Verlassenheit, der er in seiner Kindheit zum Opfer fiel, führte zu einer irrationalen Angst, die ihn davon abhielt, Stabilität zu wollen. Genau aus diesem Grund möchte er nicht auf die Anweisungen von Professor Lambeau hören. Er will auch nicht mit Skylar reisen. Tatsächlich würde er sein Leben lieber so fortsetzen, wie es ist.

Sozialer Druck spielt in diesem Film ebenfalls eine Rolle. Denn häufig wird es als selbstverständlich angenommen, dass ein Mensch mit vielen Fähigkeiten auch das Beste aus ihnen machen und einen bestimmten Weg einschlagen will. Wenn du diese Erwartung hast, dann solltest du dich fragen, welche Wünsche dieser Mensch wirklich hat und nicht von ihm erwarten, das zu tun, was andere für ihn als das Beste erachten.

Abschließende Gedanken zu Good Will Hunting

Fest steht, dass Will besonders ist, denn er ist ein bemerkenswert talentierter junger Mann. Dennoch bedeutet das nicht automatisch, dass er einen bestimmten Weg einschlagen muss. Im Gegensatz zu dem Druck, den Professor Lambeau auf Will ausübt, reagiert Sean mit Verständnis. Er versucht, den jungen Mann anzuleiten, selber zu entscheiden, was für ihn am besten ist, und seine vergangenen Konflikte zu lösen. Und seinen eigenen Weg ganz alleine zu entscheiden und zu gestalten.

Kurz gesagt, Good Will Hunting handelt von positivem Denken und ist daher eigentlich nichts Neues. Es ist ein typischer Film der 1990er Jahre. Dennoch liegt seine Bedeutung in der Universalität seiner Botschaft und in der Art und Weise, wie er Emotionen vermittelt. Darüber hinaus übermittelt er dem Publikum eine optimistische Botschaft, ohne dabei reine Unterhaltung zu sein.