Gewohnheiten, die deine Selbstliebe zerstören

· 12. Juni 2017

Es gibt verschiedene Faktoren, die deine Fähigkeit, das zu schätzen, was du tust und wer du bist, schädigen. Der wichtigste davon ist, in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, in dem es grundsätzlich schwer fiel, sich selbst zu lieben: den Eltern, die eine schlechte Meinung von sich haben, geben diese Vorstellung oft an ihre Kinder weiter.

Eine solche Kindheit ist geprägt durch emotionale und/oder körperliche Distanz, exzessive Kritik oder Indifferenz, manchmal gar durch Missbrauch. Der persönliche Wert des Kindes wird nicht anerkannt. Ohne es zu realisieren, lernt das Kind, dass seine Gefühle und Bedürfnisse für die Menschen, die ihm am wichtigsten sind, nicht die geringste Rolle spielen.

Daraus ergibt sich eine Reihe von Komplikationen. Diejenigen, die nur wenig Selbstliebe besitzen, werden außerhalb ihres Zuhauses eher ausgenutzt. Sie wissen nicht, wie sie sich verteidigen können, und sind sich zudem nicht sicher, ob sie überhaupt ein Recht darauf haben. Außerdem neigen sie dazu, übermäßige Mühe in ihre Arbeit zu stecken, lassen sich aber leicht ablenken und haben Angst vor Erfolg.

Als Erwachsene zeigen viele Menschen, die so aufgewachsen sind, weiterhin Gewohnheiten, die ihren Mangel an Selbstliebe fördern. Sie sind Gewohnheiten, die die Vorstellung, dass man nichts wert sei, stärken wollen, und dienen als eine Art emotionales Schild. Und so werden Verteidigungsmauer gegen die eigene Verletzlichkeit aufgebaut. Derartige Gewohnheiten hemmen das persönliche Wachstum. Im Folgenden werden wir euch vor einigen von ihnen warnen.

Dich selbst herabsetzen

Wenn du derjenige bist, der schlecht über dich redet, dann tust du dir keinen Gefallen. Es ist weder ein Zeichen von Bescheidenheit, noch der Anerkennung deiner Fehler.

Dich selbst abzuwerten heißt, in den Kritiken der Vergangenheit gefangen zu sein. Eben jene benutzt du jetzt, um nicht zu vergessen, dass du scheinbar kein Recht darauf hast, dich in einem anderen Licht zu sehen.

Aber du bist viel mehr als all das, was dir immer gesagt wurde. Du hast viele Stärken und Fähigkeiten, du musst nur damit anfangen, dich zu akzeptieren und zu lieben. So kannst du dich auf eine Art und Weise sehen, auf die andere das nicht können.

Dem, was andere sagen, vollsten Glauben schenken

Du magst dich so fühlen, als würden andere „mehr wissen“ oder „besser verstehen“ oder „mehr Autorität besitzen“. Du hältst zu selten inne, um zu evaluieren, ob das, was andere sagen oder tun, korrekt ist. Es reicht schon völlig aus, dass sie diejenigen sind, die sich äußern oder handeln.

Wenn du aber für eine Minute nachdenkst, dann wirst du vielleicht bemerken, dass auch andere Menschen irren. Es geht darum, dass du dir darüber klar wirst, dass deine Realität deiner Wahrnehmung entstammt.

Opfer sein

Es kann sein, dass du Selbstmitleid entwickelst, wenn du einem Problem gegenüberstehst. Du nimmst dich selbst wie ein wehrloses Kind wahr, das in negativen Situationen nachgeben muss, ohne dabei irgendetwas ausrichten zu können.

Du hast noch nicht bemerkt, dass du Ressourcen besitzt, um dich schwierigen Situationen zu stellen. Dass das Wichtigste nicht das Schlechte, was passiert, ist, sondern die Art, wie du es aufnimmst und welche Wichtigkeit du ihm zuschreibst. Wenn du damit aufhörst, dir selbst leidzutun, und dich darum bemühst, über Lösungen nachzudenken, dann wirst du bemerken, dass es selbst in den schlimmsten Zeiten hervorragende Gelegenheiten gibt.

Mehr von dir selbst verlangen

Die Menschen, die nur wenig Selbstliebe besitzen, neigen auch dazu, dass Leben in Form von idealen Modellen zu sehen. Es fällt ihnen schwer, sich moderate Ziele zu setzen und ihre Errungenschaften wertzuschätzen. Sie denken, dass sie mehr und mehr erreichen müssen und dass das, was sie geschafft haben, nicht wichtig ist. Das ist eine Falle, in der du dir immer etwas schuldig bist.

Wenn du dich selbst nicht liebst, dann wird nichts, was du tust, genug sein oder einen Wert besitzen. Deine Erfolge werden im Vergleich zu denen anderer nichts wert sein. Wie wirst du dich selbst wertschätzen, wenn du dir nicht auf die Schulter klopfen kannst, wenn du dich nach vorn bewegst? Also mach nicht diesen Fehler: Wenn du nicht damit anfängst, dich zu schätzen, dann wird es auch nicht möglich sein, dass andere dich schätzen.

Hab keine Angst davor, dir für jeden Schritt, den du tust, zu gratulieren. Die großen Ziele im Leben erreicht man Schritt für Schritt.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Alejandra Mavroski