Gedanken können zerstören, aber auch heilen

3. Juli 2017 en Psychologie 418 Geteilt

Gesundheit und Krankheit werden heutzutage als ein komplexes Gleichgewicht im Zusammenspiel von Körper und Geist, Organismus und Gedanken, betrachtet. Schritt für Schritt entwickeln wir eine reduktionistische Ansicht, welche die Bedeutung des Einflusses der subjektiven Welt auf unseren Körper und, in der Folge, auf Krankheit und Heilung verringert.

Die konventionelle Medizin wird sich nach und nach ihrer Grenzen bewusst. Das 20. Jahrhundert war von einem Paradigma geprägt, in der die Idee des Menschen als Maschine vorherrschte. Von diesem Standpunkt aus betrachtet ist der Körper ein aus verschiedenen Bauteilen zusammengesetztes Gerät und Krankheit stellt eine strukturelle und funktionelle Fehlfunktion in einem dieser Teile dar.

„Wenn du nicht so handelst wie du denkst, wirst du schließlich so denken, wie du handelst.“

Blaise Pascal

Aber dank medizinischer Fortschritte hat sich auch gezeigt, dass die innere Dimension ebenfalls einen direkten oder indirekten Einfluss auf den gesundheitlichen Zustand einer Person hat. Dieser Einfluss besteht auch, vielleicht noch stärker, auf die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustands. Deshalb sagt man, dass uns Gedanken krankmachen und umbringen, aber auch heilen können.

Phamakologie und die Medizin der Gedanken

Bruce Lipton ist Doktor der Zellbiologie und Autor mehrerer Bücher. Er hat das Thema Gesundheit, Krankheit und den Einfluss der Gedanken auf diese Prozesse gründlich untersucht. Seine Entdeckungen und Schlussfolgerungen sind äußerst interessant. Lipton postulierte beispielsweise, dass die Pharmakologie zum Scheitern verurteilt sei. Das läge daran, dass klassische Medikamente, und zwar alle, toxisch und sogar zerstörerischer als die Krankheit selbst seien. Er ist sich sicher, dass viele Medikamente langfristig zum Tod der Person führen könnten.

Er nimmt außerdem an, dass die natürliche Umgebung von Zellen Blut sei und Veränderungen im Blut durch das Nervensystem verursacht würden. Gleichzeitig sei das Nervensystem die natürliche Umgebung von Gedanken und Gefühlen. Deshalb seien es aus Liptons Sicht Gedanken und Gefühle, die uns schließlich krankmachen, die uns aber in der Konsequenz auch dabei helfen könnten, uns zu heilen.

Die Kraft der Gedanken auf den Körper

Nicht nur Bruce Lipton, auch viele andere Forscher glauben, dass unsere Gedanken im Krankheits- und Heilungsprozess eine große Rolle spielen. Wir möchten uns an dieser Stelle nicht zur extremen These äußern, dass eine Medikation keinen positiven Einfluss auf eine Erkrankung haben könne, sondern uns vielmehr der Theorie widmen, dass unsere Psyche die Genesung beschleunigen kann.

Sogar die besten Pharmakologen wissen, dass eine Person, die an einer schlimmen Krankheit leidet, eine größere Chance hat, gesund zu werden, wenn sie in einem aktivem, stimulierenden Umfeld verbleibt, das von Zuneigung und Vertrauen geprägt ist. Das ist weder esoterisches Wissen noch ein übernatürlicher Effekt, denn die Erklärung für die Macht der Gedanken liegt in der Biochemie: Wenn eine Person sich gut fühlt oder etwas Positives erlebt, schüttet ihr Gehirn Dopamin, Oxytocin und eine Reihe von Substanzen aus, welche die Zellen gesund erhalten. Das Gegenteil passiert unter dem Einfluss von negativen Reizen wie Angst oder Ärger.

Der Organismus widmet sich jeden Tag einer gigantischen Aufgabe: Unzählige Zellen zu produzieren, um diejenigen zu ersetzen, die absterben. Er muss sich auch von einer Vielzahl an Pathogenen befreien, die seine Gesundheit bedrohen. Wenn dein Körper das Gefühl hat, dass er sich täglich gegen stark negative Reize zur Wehr setzen muss, wird er seine gesamte Energie darauf verwenden, diese zu konfrontieren, und seine weiteren Funktionen, die des Wachstums und Schutzes, werden an Priorität verlieren. Die Folge: Man wird schneller krank.

Zwischen Suggestion und Energie

Der Placebo-Effekt wurde in den verschiedensten Kontexten untersucht und die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien geben Aufschluss über seinen Einfluss auf unsere Wahrnehmung. Tatsächlich sind einige der Medikamente auf dem Markt nur geringfügig wirksamer als ein Placebo, Homöopathika beispielsweise. Diese sind ein unbestreitbarer Beweis dafür, dass unsere Gedanken und Erwartungen unglaublich stark sein können: Du glaubst, dass es dir helfen wird, Globuli einzunehmen, und die Symptome lassen nach.

Die Quantenphysik hat uns auf die Bedeutung der Energie aufmerksam gemacht, aus der letztendlich Masse besteht. Jeder und alles besteht in seiner grundlegendsten physikalischen Form aus Energie. Deshalb orientieren sich alternative Formen der Medizin daran, Energien auszugleichen, und nicht biochemisch in pathogenetische Prozesse einzugreifen. Sie gründen auf der Idee, dass Krankheiten durch ein Energieungleichgewicht entstehen.

Zu diesem Ungleichgewicht kommt es häufig dadurch, dass man von Kindheit an darauf programmiert wurde, negativ zu denken. Vielleicht hast du dich bereits davon überzeugt, dass du anders denken musst, aber etwas ganz tief in dir hält dich davon ab. Was also verändert werden muss, ist nicht das bewusste Denken, sondern das unbewusste Programm, das wir schon seit unseren ersten Lebensjahren in uns tragen. So kann man Veränderungen herbeiführen, die psychische Gesundheit und in der Folge auch die körperliche Gesundheit verbessern.

Wir weisen an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass wir mit diesem Artikel keineswegs die Bedeutung der Pharmakologie bestreiten möchten, wenn es darum geht, schreckliche Krankheiten wie Krebs zu bekämpfen – wir denken sogar, dass sie dafür ganz essenziell ist. Was wir aufzeigen möchten, ist, dass unsere mentale Verfassung einen wesentlichen Einfluss auf den Krankheitsverlauf haben kann.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Marcel Caram

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