Finanzpsychologie: Die Kunst des Investierens

18. September 2019
Wenn du intelligentere finanzielle Entscheidungen treffen möchtest, nutzt du die Ressourcen der Finanzpsychologie. Dieser Studienbereich bietet Strategien, mit denen du die bestmöglichen Entscheidungen in Bezug auf Geld treffen kannst. Lies im folgenden Artikel, was sich genau dahinter verbirgt.

Sich die Zeit nehmen, um zu lernen, wie du mit deinem Geld umgehst, ist eine großartige Idee, unabhängig von deiner aktuellen finanziellen Situation. Denn nach Ansicht von Psychologen machen Menschen natürlich viele Fehler, wenn es um Geld geht. Somit könnte sich die Finanzpsychologie als dein neuer bester Freund erweisen.

In diesem Artikel werden wir über die Beziehung zwischen Psychologie und Finanzen sprechen, was Finanzpsychologie eigentlich ist und welche Vorteile es hat, die Verantwortung für dein Geld zu übernehmen. Werde nicht zu deinem schlimmsten Feind in finanziellen Belangen! Lies stattdessen diese Tipps und versuche, sie in deinem Leben anzuwenden.

„Gib dein Geld niemals aus, bevor du es verdient hast.“
Thomas Jefferson

Finanzpsychologie auf den Punkt gebracht

Die Psychologie konzentriert sich auf die kognitiven, verhaltensbezogenen und emotionalen Aspekte des Menschseins. Die Ökonomie hingegen ist „eine Sozialwissenschaft, die sich hauptsächlich mit der Beschreibung und Analyse der Produktion, des Verbrauchs und des Transfers von Reichtum befasst“ (Merriam-Webster, Lexikon).

Aber wie sieht die Beziehung zwischen den beiden aus? Beide studieren den Menschen und gehen davon aus, dass Menschen sich so verhalten, dass sie sich wohler fühlen. Außerdem berücksichtigen beide die menschlichen Bedürfnisse und wie man mit diesen umgehen kann, um besser zu leben.

Zwei menschliche Profile überlagern sich.

Psychologie vs. Ökonomie

Daher versuchen beide Wissenschaften, das Verhalten und die Auswirkungen auf die Entscheidungsfindung zu analysieren. Der Unterschied ist, dass sie das aus verschiedenen Perspektiven tun.

Die Ökonomie versucht beispielsweise, kollektives Verhalten zu beschreiben, während sich die Psychologie auf den Einzelnen konzentriert. Darüber hinaus sind die Recherche-Tools recht vielfältig. Die Ökonomie stützt sich stärker auf die deduktive hypothetische Methode.

Margarita Billon Curras von der Autonomen Universität Madrid schrieb darüber in ihrem Artikel „Psychologie und Ökonomie aus einer multidisziplinären Perspektive“.

Die Psychologie hingegen neigt eher zu Gesundheitswissenschaften und geht über den kulturellen Einfluss, die Ausgaben und die Beziehungen der Menschen zu materiellen Dingen hinaus.

Die beiden Felder haben jedoch Gemeinsamkeiten. Hier ist eine nicht vollständige Liste einiger ihrer gemeinsamen Interessen:

  • Konsumenten-Verhalten
  • Werbung und Marketing
  • Individuelle Unterschiede
  • Wirtschaftliche Sozialisation
  • Politik
  • Unternehmensverhalten
  • Finanzmärkte
  • Entscheidungen fällen
  • Identität
  • Die Bedeutung von Geld

Was ist Finanzpsychologie?

Die Finanzpsychologie ist die Disziplin, die sich mit geldbezogenen Verhaltensweisen befasst. Insbesondere wird die Wechselwirkung zwischen Finanzmärkten und der menschlichen Natur analysiert.

Durch die Analyse des Verhaltens der Menschen werden die psychologischen Barrieren aufgedeckt, die sich auf ihre finanziellen Entscheidungen auswirken. Infolgedessen bietet sie Einblicke in die Handlungen der Menschen, die dazu beitragen können, dass alle finanziell sensibilisiert werden.

Dieser Zweig der Wissenschaft identifiziert auch die unbewussten Aspekte der geldbezogenen Entscheidungsfindung. Wenn du dieses Bewusstsein hast, kannst du durchsetzungsfähiger werden. Die Finanzpsychologie untersucht jedoch nicht nur das einzelne Individuum. Es berücksichtigt auch Umwelteinflüsse und wie du erzogen wurdest.

Hör auf, dein schlimmster Feind zu sein

James Montier ist heute einer der bekanntesten Investoren. Sein Buch The Little Book of Behavioral Investing: How Not to Be Your Own Worst Enemy (zu Deutsch: Das kleine Buch der Verhaltensinvestitionen: Wie du nicht dein eigener schlimmster Feind bist), erzählt, wie Menschen mit Geld umgehen und wie du dein Verhalten ändern kannst, um Hindernisse zu überwinden.

Hier sind einige der Schritte, die du unternehmen kannst, um nicht mehr dein eigener schlimmster Feind in finanziellen Dingen zu sein:

  • Verwalte und kontrolliere deine Emotionen. Wenn du das tun kannst, kannst du das Chaos vermeiden, das zu Geldverlusten führen kann.
  • Vertraue nicht zu sehr. Wenn du bei der Anlage nicht vorsichtig genug bist, wirst du geringere Renditen als erwartet erzielen.
  • Konzentriere dich auf das Positive. Lass dich nicht von Verlusten unterkriegen. Es ist besser, sie zu vergessen und dich auf etwas Vielversprechendes zu konzentrieren. Versuche, keine Entscheidungen zu treffen, von denen du weißt, dass sie für deine Investitionen katastrophal sein werden.
  • Vermeide es, immer wieder dasselbe zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten. Die bessere Option besteht darin, sich die Situation genau anzuschauen, eine Bewertung vorzunehmen und dann die richtigen Maßnahmen zu ergreifen.
  • Stelle dich der Realität. Jeder trifft irgendwann schlechte finanzielle Entscheidungen. Lass sie an dir vorüber ziehen, aber sei selbstbewusst. Wenn du zum Beispiel eine Entscheidung treffen musst, lass dich dabei nicht von deinen Emotionen stören.

Deine Persönlichkeit spielt eine Rolle

Bedenke andererseits, dass du nicht perfekt bist und auch nicht perfekt sein sollst. Es ist wichtig, sich selbst zu kennen, ehrlich zu sein und Strategien anzuwenden, die dein Wohlbefinden verbessern.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass in deiner Beziehung zum Geld unbewusste Mechanismen wirken. Deine Persönlichkeitsmerkmale spielen ebenfalls eine Rolle, weshalb es manchen Menschen so schwer fällt, gute finanzielle Entscheidungen zu treffen. Habe keine Angst, um Hilfe zu bitten. Du könntest einen Finanzberater oder einen Experten für Finanzpsychologie aufsuchen, um Tipps für mehr Durchsetzungsvermögen zu erhalten.

Ein Glas mit einer Pflanze, die aus Münzen heraus wächst.

Vorteile der Finanzpsychologie

Es hat Vorteile, die Prinzipien der Finanzpsychologie anzuwenden oder sich von einem Finanzpsychologen beraten zu lassen. Auf diese Weise stellst du sicher, dass du die folgenden Punkte erreichst.

  • Erziele eine höhere Rendite deiner Investitionen.
  • Verstehe, warum du Entscheidungen triffst, die schlecht für deine Finanzen sind.
  • Überwinde finanzielle Hindernisse.
  • Steigere dein Bewusstsein für deine Finanzen.
  • Verstehe die Probleme deines Verhaltens, die dazu führen, dass du schlechte Entscheidungen triffst.
  • Untersuche dein finanzielles Verhalten.
  • Verstehe deine Beziehung zu Geld.
  • Identifiziere die psychologischen Barrieren, welche deine Entscheidungen beeinflussen, die mit Geld zu tun haben.
  • Lerne aus deinen finanziellen Fehlern.
  • Sei widerstandsfähiger.
  • Löse die Spannung.
  • Identifiziere die häufigsten Investitionsfehler.

Wenn du die Finanzpsychologie in dein Leben einlässt, lernst du dadurch die wunderbare Kunst, zu wissen, wie man investiert. Es ist zwar nicht einfach, aber eine Lektion, die du Schritt für Schritt lernen kannst. Jede Entscheidung, die du triffst, sagt etwas über dich selbst aus.

Die Finanzpsychologie hilft dir, mit Geld selbstbewusster umzugehen. Auf diese Weise kannst du auf wunderbare Weise deine Beziehung zu Geld verstehen und herausfinden, welcher Weg dir am meisten nützt.

„Es geht nicht darum, wie viel Geld du verdienst, sondern wie viel Geld du behältst, wie schwer es für dich ist und an wie viele Generationen du es weitergeben kannst.“
Robert Kiyosaki

  • Billón Currás, M. (2002). Psicología y economía desde una perspectiva interdisciplinar. Encuentros multidisciplinares, pp. 1-8.
  • Montier, J. (2011). Psicología financiera: Como no ser tu peor enemigo. Deusto, Barcelona.