Ethische Richtlinien der APA für Psychologen

Die ethischen Richtlinien der APA stellen weltweit eine wichtige Grundlage dar, auch wenn zusätzlich jedes Land Psychologinnen und Psychologen mit spezifischen Richtlinien unterstützt, damit sie in der praktischen Ausübung ihres Berufes ethisch verantwortliches Verhalten praktizieren können. 
Ethische Richtlinien der APA für Psychologen

Letzte Aktualisierung: 19. April 2022

Ethische Richtlinien sind in der Psychologie grundlegend, um Grenzen festzulegen und die Verantwortung richtig auszuüben. Verschiedene Einrichtungen erstellen diese Richtlinien, die das fachliche und ethische Verhalten von Psychologen leiten. Eine davon ist die American Psychological Association (APA), mit der wir uns heute befassen werden.

Nach einer kurzen Erklärung der psychologischen Ethik beschäftigen wir uns mit allgemeinen ethischen Richtlinien und danach mit den Kriterien und Leitlinien der APA.

“Das ethische Verhalten des Menschen ist wirksam auf Mitgefühl, Erziehung und soziale Bindung zu gründen und bedarf keiner religiösen Grundlage.

Albert Einstein

Ethische Richtlinien der APA in der Psychologie

Ethische Richtlinien in der Psychologie

Die ethischen Richtlinien beziehen sich auf die moralischen Grundsätze und Regeln, die im Allgemeinen unseren Aktivitäten zugrunde liegen. In der Psychologie beziehen sich diese Richtlinien auf die besondere Verantwortung, die Psychologen gegenüber ihren Patienten tragen, um ihr Wohlbefinden zu garantieren. Die Entscheidungen der Fachkräfte begründen auf geprüften wissenschaftlichen Kenntnissen, mit denen sie arbeiten.

Psychologen verpflichten sich dazu, ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zum Wohle ihrer Patienten und der Gesellschaft zu verwenden, wobei die Würde und Integrität des Einzelnen besonders wichtig ist. Die ethischen Richtlinien in der Psychologie fordern die Erhaltung und den Schutz der fundamentalen Menschenrechte. 

Die psychologische Ethik hat außerdem das Ziel, Dilemmasituationen zu untersuchen, die sich aus der Beziehung zwischen den Fachkräften und den Patienten ergeben können. Manche ethische Richtlinien sind universell, andere gelten in einem spezifischen Kontext oder in einem bestimmten Land.

Allgemeine ethische Richtlinien für Psychologen

Die wissenschaftliche und akademische Gemeinschaft hat Richtlinien erstellt, die Psychologen als Leitfaden für ihr berufliches Verhalten dienen. Sie betonen folgende Punkte:

  • Werte
  • Identität
  • Kommunikation
  • Differenzierung
  • Entscheidungsfindung
  • Controlling
  • Schutz

Der weltweite Rahmen für ethische Richtlinien in der Psychologie wurde von der International Union of Psychological Science und von der International Association of Applied Psychology (IAAP) akzeptiert.

Universelle ethische Prinzipien

Die universellen ethischen Prinzipien bezwecken folgende Ziele:

  • Bereitstellung eines universellen Standards für die psychologische Gemeinschaft, um ethische Richtlinien, Kenntnisse und den Fortschritt zu bewerten.
  • Weltweite moralische Prinzipien.
  • Die Schaffung eines ethischen Bezugsrahmen.
  • Gemeinsame Grundlage für die Bewertung von unethischem Verhalten.

Einige der universellen ethischen Prinzipien sind:

  • Achtung der Würde des Menschen. Es geht darum, den Wert und die Würde jedes Individuums anzuerkennen. In diesem Zusammenhang sind Aspekte wie Gleichheit, Gerechtigkeit, Respekt vor der Vielfalt und Schutz der Vertraulichkeit grundlegend. In diesem Sinne gewährleistet dieses Prinzip das Recht auf freie und informierte Zustimmung.
  • Kompetente Sorge um das Wohlergehen anderer. Psychologen setzen sich für das Wohlbefinden ihrer Patienten ein und wenden ihre Methoden nach bestem Wissen und Gewissen an. Die Beziehung zum Patienten steht im Einklang mit dem Nutzen und der Schadensbegrenzung.
  • Integrität. Dazu gehört eine ehrliche und genaue Kommunikation. Mögliche Voreingenommenheit, Mehrfachbeziehungen oder andere Interessenkonflikte, die den Patienten, der Fachkraft selbst oder der Beziehung schaden können, müssen erkannt und kontrolliert werden. Ferner umfassen diese Prinzipien Vertraulichkeit, Wahrhaftigkeit und Nichtausbeutung.
  • Berufliche und wissenschaftliche Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. Dieses Prinzip geht Hand in Hand mit dem Beitrag zum Wissen über das Verhalten. Dazu kommen Menschenkenntnis und ethische Standards.
Psychologin hält sich an ethische Richtlinien

Ethische Richtlinien der APA für Psychologen

Die American Psychological Association (APA) hat einen Ethikkodex erstellt, der seit Juni 2003 gültig ist. Er ist aktuell, explizit und übernimmt die allgemeinen Grundsätze der Bioethik. Dieser Kodex enthält folgende ethische Richtlinien:

  • Wohltätigkeit und Nicht-Malefizierung. Psychologinnen und Psychologen müssen sich bemühen, das Team, in das sie integriert sind, mit ihrer Arbeit zu bereichern, unabhängig davon, welchen Platz sie im Unternehmen oder in der Institution einnehmen.
  • Das Prinzip der Loyalität und Verantwortung. Sie müssen vertrauensvolle Beziehungen zu den Menschen aufbauen, mit denen sie arbeiten. Außerdem müssen sie die Regeln des beruflichen Verhaltens einhalten, Verantwortung übernehmen und Interessenkonflikte in angemessener Weise bewältigen.
  • Integrität. Diese besteht darin, Genauigkeit, Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit in der Wissenschaft, Lehre und Praxis der Psychologie zu fördern, ohne zu veruntreuen, zu betrügen oder absichtlich betrügerische Aktivitäten zu unternehmen.
  • Gerechtigkeit. Dabei geht es um die Anerkennung der Gleichheit und Fairness gegenüber den Menschen, mit denen die Psychologen arbeiten. Zudem müssen sie Vernunft zeigen, Vorurteile ablegen und die Grenzen ihrer Kompetenzen erkennen.
  • Respekt und Würde. Die ethischen Richtlinien betonen die Wichtigkeit des Schutzes und des Wohlbefindens der Patienten. Kulturelle, individuelle, alters- und geschlechtsbedingte Unterschiede, Rassen, Nationalitäten, Religionen, Sprachen, sexuelle Orientierung, Behinderung und sozioökonomische Bedingungen müssen respektiert werden.

Die ethischen Richtlinien der APA stellen weltweit eine wichtige Grundlage dar, auch wenn zusätzlich jedes Land Psychologinnen und Psychologen mit spezifischen Richtlinien unterstützt, damit sie in der praktischen Ausübung ihres Berufes ethisch verantwortliches Verhalten praktizieren können. 

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