Eine Kurzgeschichte über Vorurteile: „Der Keksdieb“

16. Dezember 2019
Diese Kurzgeschichte über Vorurteile erzählt von einer Frau, die viel Leid erfahren hat. Sie war sehr wütend und diese Wut saß tief in ihrem Herzen. Daher sah sie die Dinge in ihrem Leben stets in einem sehr trübem Licht.

Diese Kurzgeschichte über Vorurteile erzählt von einer Frau, die auf die ganze Welt wütend war. Sie fühlte sich sehr einsam und dachte, dass niemand sie verstehen würde. Obwohl sie niemandem vertraute und den Kontakt zu Menschen vermied, beklagte sie sich dennoch über ihre Einsamkeit.

Aber das war nicht immer so. Als sie jung war, verliebte sie sich in ihren Traummann und heiratete ihn. Gemeinsam hatten sie zwei wunderschöne Kinder, einen Jungen und ein Mädchen. Die Frau war sehr glücklich. Allerdings starb ihr Mann sehr früh und danach änderte sich ihr ganzes Leben. Seither lachte sie nicht mehr und zog sich zurück; sie mied sogar ihre eigenen Kinder.

Sobald die Kinder alt genug waren, verließen sie das Elternhaus. Obwohl ihre Jugend sehr schwer gewesen war, da die Mutter viel von ihnen verlangte und sie permanent kritisierte, liebten beide die Mutter sehr. Sie besuchten sie regelmäßig und gaben ihr Bestes, um mit dem Schwermut und der Bitterkeit der Mutter umzugehen.

“Die Worte eines guten Menschen sind wie reines Silber, aber die Gedanken eines bösen Menschen sind nahezu wertlos.“

-König Salomon-

über Vorurteile - Hand legt ein Herz in eine andere Hand

Ein unerwarteter Besucher

Da die Tochter nicht wollte, dass ihre Mutter alleine und verbittert lebte, fragte sie ihre Mutter eines Tages, ob sie nicht den Sommer mit ihr und der Familie verbringen wollte. Vielleicht wäre ein Ortswechsel gut für die Mutter und sie könnte sich wenigstens für eine Weile in ihrem Leben und im Kreise der Familie wohlfühlen.

Die Kurzgeschichte über Vorurteile erzählt uns davon, dass die Mutter für lange Zeit über diese Einladung nachdachte. Schließlich stimmte sie zu und wollte ihre Tochter besuchen. Außerdem wollte sie vermeiden, dass die Leute dachten, sie sei eine schlechte Mutter. Daher nahm sie am Abreisetag ihren Koffer und ging zum Bahnhof. Allerdings schien sie in keinster Weise glücklich zu sein. Sie sah gequält und niedergeschlagen aus.

Nachdem sie ihre Fahrkarte gekauft hatte, setzte sie sich auf eine Bank und wartete auf den Zug. Nach kurzer Zeit kamen zwei Mitarbeiter der Bahn und teilten ihr mit, dass ihr Zug verspätet sei. Daher würde sie erst in einigen Stunden an ihrem Reiseziel ankommen. Daraufhin wurde die Frau sehr wütend, doch sie konnte nichts an der Situation ändern. Da es sehr heiß war, kaufte sie sich eine Flasche Wasser und eine Tüte mit Keksen. Danach wartete sie am Bahnsteig.

über Vorurteile - lächelnder junger Mann

Ein besonderer Begleiter

Die Frau verstaute die Tüte mit den Keksen und die Wasserflasche in ihrer Handtasche. Kurz darauf setzte sich ein lächelnder junger Mann neben sie auf die Bank. Unsere Kurzgeschichte über Vorurteile erzählt, dass sie auf der Bank sitzen blieb, obwohl sie eigentlich lieber alleine auf den Zug warten wollte. Allerdings wollte sie vermeiden, dass die Leute sie für unhöflich hielten, daher blieb sie sitzen.

Einige Minuten vergingen. Dann begann der junge Mann, Kekse aus einer Tüte zu essen. Daraufhin blickte die Frau auf ihre Tasche und sah, dass diese leicht geöffnet war. Der junge Mann aß unbeirrt weiter. Da sie davon überzeugt war, dass er ihre Kekse aß, wurde sie immer wütender.

Der junge Mann lächelte. Danach trank er einen Schluck Wasser. Die Frau traute ihren Augen kaum, sie war fassungslos. Er hatte nicht nur ihre Kekse gestohlen, sondern auch ihr Wasser. Und nun aß er ihre Kekse und trank ihr Wasser schamlos direkt vor ihren Augen. Daher nahm sie die Flasche, die der Mann eben abgestellt hatte und trank einen Schluck daraus. Der Mann lächelte weiter.

über Vorurteile - ältere Frau blickt aus dem Fenster

Die Moral dieser Kurzgeschichte über Vorurteile

Bis ihr Zug im Bahnhof ankam, aß sie so viele Kekse, wie der Mann aß. Jedes Mal, wenn er einen Keks nahm, nahm sie sich ebenfalls einen und blickte ihn trotzig an. Wenn er Wasser trank, trank auch sie vom Wasser.

Nach einigen Minuten war nur noch ein einziger Keks in der Tüte übrig. Die Frau schaute den jungen Mann eindringlich an. Sie konnte nicht glauben, dass er es wagen könnte, den letzten Keks zu essen. Daraufhin blickte der junge Mann sie an, nahm den Keks, zerbrach ihn und bot ihr die Hälfte des Kekses an. Missmutig nahm sie den Keks und verfluchte ihn in Gedanken. Anschließend bot er ihr auch die Hälfte des verbliebenen Wassers an.

Schließlich erreichte der Zug das Ziel. Daraufhin nahm die Frau ihren Koffer und verließ den Zug. Sie setzte sich in ihr Auto und war nach wie vor sehr wütend. Diese Kurzgeschichte über Vorurteile erzählt uns, dass die Frau wirklich rasend vor Wut war.

Dann öffnete sie ihre Tasche und entdeckte ihre Kekstüte und ihre Wasserflasche. Sie blickte aus dem Fenster und sah, dass der Mann sie anlächelte.

  • Villegas, M., & Mallor, P. (2010). Recursos analógicos en psicoterapia (I): metáforas, mitos y cuentos. Revista de psicoterapia, 21(82/83), 6.