Eine fantastische Liebesgeschichte in Auschwitz

David Wisnia und Helen Spitzer erlebten ihre Liebe in Auschwitz. Sie fanden sich, um sich zu helfen, inmitten des Todes zu überleben.
Eine fantastische Liebesgeschichte in Auschwitz

Geschrieben von Redaktionsteam

Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2022

Wir berichten heute über eine fantastische Liebesgeschichte, die sich in Auschwitz ereignet, jedoch der Welt erst viele Jahre später enthüllt wurde. Tatsächlich hat jede Liebesgeschichte etwas Magisches an sich, aber einige, wie diese, zeigen, dass dieses Gefühl tatsächlich in der Lage ist, Berge zu versetzen oder Menschen zu retten, sogar im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Protagonisten dieser Liebesgeschichte in Auschwitz waren ein polnischer Mann namens David Wisnia und eine ungarische Frau namens Helen Spitzer. Sie kam zuerst im Konzentrationslager an, kurz nachdem sie ihren Universitätsabschluss in der Slowakei beendet hatte. Im Jahr 1942 war diese Jüdin eine der 2.000 alleinstehenden Frauen, die in diesem Lager gefangen gehalten wurden.

Helens Zustand war erbärmlich. Zuerst wurde sie für den Abriss einiger kleinerer Gebäude eingesetzt. Bald war sie unterernährt, erkrankte an Typhus und dann an Malaria, musste aber trotzdem täglich arbeiten. Zu allem Übel stürzte auch noch ein alter Schornstein auf sie und zertrümmerte ihr das Rückgrat. Das bedeutete, dass sie diese Arbeiten nicht mehr durchführen konnte.

“Was aus Liebe getan wird, ist jenseits von Gut und Böse.”

Friedrich Nietzsche

Eine fantastische Liebesgeschichte in Auschwitz

Helen Spitzer und der Wunsch zu überleben

Die Nazis bemerkten, dass Helen eine gebildete Frau war und dachten, sie nach dem Umfall vielleicht in einer anderen Stellung besser gebrauchen zu können. Immerhin hatte sie einen Hochschulabschluss, sprach die deutsche Sprache und hatte eine solide Ausbildung in Grafikdesign. Diese Tatsache und auch Glück verhalfen ihr zu einem Bürojob.

Zunächst war sie nur damit beschäftigt, die rote Farbe vorzubereiten, mit der die Uniformen der Frauen, die nach Auschwitz kamen, gekennzeichnet wurden. Später gewann sie das Vertrauen ihrer Bewacher und wurde schließlich damit beauftragt, die Ankunft jeder Frau zu registrieren, die das Lager betrat.

Später wurde sie damit betraut, den Papierkram der Nazis zu organisieren und monatliche Berichte über die KZ-Arbeiterinnen zu erstellen. Dank ihrer privilegierten Stellung konnte sie häufig baden und anständige Kleidung tragen.

Trotzdem kooperierte Helen nie mit den Nazis. Tatsächlich nutzte sie ihre Position, um Todesurteile oder miserable Versetzungen zu verhindern.

Die Liebesgeschichte: Helen Spitzer und David Wisnia

David Wisnia wurde Anfang 1943 nach Auschwitz gebracht und mit der Aufgabe betraut, die Leichen von Gefangenen einzusammeln, die an den Lagerzäunen durch Stromschlag den Tod fanden.

Bald sprach sich herum, dass er ein großartiger Sänger war, und die Nazis wurden auf ihn aufmerksam. Er wurde schließlich gezwungen, bei ihren privaten Treffen zu singen.

Gleichzeitig bekam er eine bessere Position im Lager. Er musste die Kleidung der Neuankömmlinge an einem Ort desinfizieren, den jeder als “die Sauna” kannte. Dort sah er zum ersten Mal Helen, eine Frau, die anders war als alle anderen im Lager. Sie roch gut und präsentierte sich immer schön gepflegt.

Es war auch klar, dass Helen sich überall wie ein Fisch im Wasser bewegte und dass die Nazis ihr vertrauten. David betrachtete sie deshalb als unerreichbar. Eines Nachmittags kam sie jedoch an der “Sauna” vorbei und, ohne dass David es merkte, waren sie plötzlich allein. So begann diese Liebesgeschichte in Auschwitz.

Liebesgeschichte mit viel Herz

Die Liebesgeschichte in Auschwitz

Bei diesem ersten Treffen unterhielten sich die beiden und verabredeten sich eine Woche später. Das Rendezvous sollte in einem kleinen Raum zwischen zwei Krematorien stattfinden. Helen bezahlte andere Häftlinge mit Essen, um sie zu warnen, falls sich jemand nähern sollte. Das Liebespaar wiederholte diese Treffen in den darauffolgenden Monaten immer wieder. 

Obwohl sie wenig sprachen und wenig Zeit hatten, versprachen sich die beiden, sich nach dem Krieg in Warschau zu treffen. Ein paar Monate später wurde David in ein anderes Lager verlegt, aber es gelang ihm zu entkommen.

Auch Helen gelang das einige Wochen später. Aber während David sich amerikanischen Soldaten anschloss, wartete Helen vergeblich auf ihn in Warschau.

Beide heirateten schließlich andere Menschen und bauten sich ein unabhängiges Leben auf. David hatte zwei Kinder und mehrere Enkelkinder, während Helen keine Kinder hatte. Der Zufall wollte es, dass sie beide in den Vereinigten Staaten lebten. Ein gemeinsamer Freund versuchte einmal, sie wieder zusammenzubringen, aber sie lehnte ab. David wollte sie sehen, also bestand er darauf, sie zu treffen.

72 Jahre nach ihrem Abschied waren sie endlich wieder vereint. Sie lag im Bett, war krank und bereits Witwe, und er sang immer noch. Während ihres Treffens sang David ihr sogar ein Lied auf in ihrer ungarischen Muttersprache. Er wollte auch einen Zweifel, der ihn plagte, klären: Hatte Helen die Nazis damals davon abgehalten ihn zu töten? Nach dieser Frage lächelte Helen und zeigte ihm ihre Finger: “Fünfmal” war die Antwort.

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  • Paci, F. (2017). Un amor en Auschwitz: una historia real. Aguilar.