Zweifel an der Liebe: Soll man bleiben oder gehen?

2. August 2018 en Psychologie 0 Geteilt
Paar küsst sich im Wald

Jeder hatte bereits einmal Zweifel an der Liebe. Die Pflege einer Beziehung erfordert Sensibilität, Aufmerksamkeit und manchmal viel Geduld. Es ist daher keinesfalls verwunderlich, dass man sich von Zeit zu Zeit fragt, ob es sich wirklich lohne, an einer Beziehung festzuhalten. Besonders, wenn man bereits eine Weile zusammen ist und die erste Verliebtheit lange zurückliegt, kann man ins Grübeln kommen.

Obwohl es etwas ganz Normales ist, sind viele nicht darauf vorbereitet, ihre Liebe zu hinterfragen. Stellt man sich tatsächlich einmal seinen Gefühlen, weiß man vielleicht nicht recht mit den Folgen umzugehen. Beginnt man Zweifel an einer Beziehung zu haben, bedeutet dies, dass der Partner möglicherweise nicht der Richtige ist? Sollte man alles beenden, auch wenn die Partnerschaft bisher harmonisch war?

Manchmal können Zweifel an der Liebe und an einer Beziehung durchaus auf ein tiefer liegendes Problem hinweisen. Sollte dies der Fall sein, gilt es, eine Lösung zu finden, damit die Partnerschaft weiterhin eine Chance hat. Oftmals kommen aber auch Zweifel auf, weil die persönlichen Erwartungen, wie eine Partnerschaft sein sollte, nicht realistisch sind. In diesem Fall muss das Gefühl der Unsicherheit in Bezug auf die Beziehung nicht bedeuten, dass es ein ernsthafteres Problem gäbe.

Dieser Artikel wird zeigen, wie man realistische von unrealistischen Zweifeln unterscheidet.

Zweifel an der Liebe: Warum entstehen sie?

Zweifel in einer Beziehung können aus verschiedenen Gründen auftreten. Einige von ihnen sagen nichts über die Natur einer Partnerschaft aus. Andere wiederum deuten darauf hin, dass Veränderungen vorgenommen werden müssen. Im Allgemeinen treten Zweifel an der Liebe in folgenden Situationen auf:

  • Als Reaktion auf eine Veränderung
  • Wenn sich einer der Partner zu einer anderen Person hingezogen fühlt

Betrachten wir diese beiden Situationen etwas näher.

Traurige Frau hat Zweifel an der Liebe

Wenn sich die Beziehung verändert

Liebesfilme vermitteln ein unrealistisches Bild von Liebe. In fast allen wird der Beginn einer Beziehung gezeigt. Es ist dieser Moment, in dem die Gefühle verrückt spielen, alles rosig erscheint und es keinerlei Konflikte gibt. Was jedoch wenige Kameras erfassen, ist die Phase, die der Verliebtheit folgt.

Sicherlich hat bereits jeder einmal dieses Gefühl verspürt. Wenn man eine Person kennenlernt und beginnt, sie häufiger zu treffen, ist man manchmal so verliebt, dass einem lediglich ihre positiven Eigenschaften auffallen. Alle negativen Aspekte werden ignoriert. Man geht möglicherweise eine Beziehung ein und die ersten Monate schwebt man auf Wolke sieben.

Problematisch wird es, sobald dieses Gefühl nachlässt oder gar ganz erlischt. Neueste Forschungen ergaben, dass diese Phase (auch „Limerenz“ genannt) zwischen drei Monaten und einem Jahr andauert. Danach verändern sich die Gefühle und es entsteht die wahre Liebe. Die meisten fühlen jedoch nur, dass die Schmetterlinge im Bauch verschwinden und beginnen, die Partnerschaft anzweifeln.

Wenn dir so etwas passiert, mache dir keine Sorgen. Es ist eine vollkommen normale Entwicklung der Liebe. In solchen Fällen ist es wichtig, mit seinem Partner das Gespräch zu suchen und gegenseitiges Vertrauen aufzubauen. Auf diese Weise kann man die Leidenschaft füreinander langfristig aufrechterhalten. Forscher sehen darin die grundlegenden Komponenten einer dauerhaften Liebe.

Auch grundlegende Veränderungen im Leben einer der Partner können dazu führen, die Beziehung infrage zu stellen. In solchen Momenten ist es für den Erhalt der Partnerschaft wichtig, sich als Team zu verstehen. Nahezu jede Beziehung erlebt Höhen und Tiefen; findet man als Paar jedoch ein gesundes Gleichgewicht und lässt die Kommunikation nicht abbrechen, ist es wahrscheinlich, dass die Liebe zueinander sogar noch gestärkt wird.

Was passiert, wenn es da noch jemand anderen gibt?

Auch hier vermittelt Hollywood einige ziemlich unrealistische Vorstellungen von Liebe. Man glaubt, dass die meisten Zweifel aufkämen, wenn man das Gefühl verspürte, der Partner fühlte sich zu einer anderen Person hingezogen. Bedeutet dies nun, dass die eigene Beziehung zum Scheitern verurteilt ist? Nicht unbedingt!

Zweifel an der Liebe führen zu Unwohlsein, wie es diese Frau zeigt, die während einer Umarmung wegschaut

Die Realität ist, dass das Verliebtsein für die meisten Menschen nicht bedeutet, dass sie sich nicht von jemand anderem angezogen fühlen können. Im Gegenteil. Die Entscheidung, mit nur einer einzigen Person zusammen zu sein, wird getroffen, weil man dieser gegenüber eine Verantwortung verspürt. Dies bedeutet jedoch nicht, dass man sich nicht auch gelegentlich zu anderen Menschen hingezogen fühlen würde.

Wenn du dich also von jemandem angezogen fühlst, der dich an deiner Beziehung zweifeln lässt, atme zunächst einmal tief durch. Sich trotz einer bestehenden Beziehung in eine andere Person zu verlieben, bedeutet nicht das Ende der Welt. Jedoch sollte man, bevor man seinen aktuellen Partner wirklich verlässt, ausgiebig darüber nachdenken und sich nicht von den Emotionen eines Augenblicks mitreißen lassen.

Untreue stellt natürlich eine andere Art von Problem dar. In einem solchen Fall besteht es nicht darin, sich möglicherweise von einer anderen Person angezogen zu fühlen. Es geht vielmehr um den Vertrauensbruch. Beide Partner müssen in einer solchen Situation entscheiden, ob sie noch einmal von vorn beginnen können oder keine Chance mehr für ihre Liebe sehen.

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