Eine Rundreise durch das Land des Glücks

Ein altes Sprichwort besagt: „Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise zu Ende.“ Es gibt jedoch tatsächlich auch ein Reiseziel, an dem man das Glück findet, wenn man dort angekommen ist.
Eine Rundreise durch das Land des Glücks

Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2022

Wer nach mehr Zufriedenheit in seinem Leben strebt, vielfältige Natur liebt und hautnah erleben möchte, wie sozial und ökologisch ausgeglichen ein Land sein kann, muss unbedingt in das Königreich Bhutan aufbrechen. Das Land am Himalaya zeigt Besuchern aus aller Welt einige Wege ins Glück.

Ein altes Sprichwort besagt: „Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, da ist die Reise zu Ende.“ Es gibt jedoch tatsächlich auch ein Reiseziel, an dem man das Glück findet, wenn man dort angekommen ist. Es handelt sich um den einzigen Staat weltweit, in dem das Glück sogar eine Art Gesetz ist: Im kleinen Königreich Bhutan, fernab von ausschweifender, geschäftiger Zivilisation, haben die Menschen sich ihrem sogenannten Bruttonationalglück verschrieben.

Diese Richtlinie geht davon aus, dass nicht das bei uns so bedeutsame Bruttosozialprodukt glücklich macht, sondern eine sozial gerechte Gesellschafts- und Wirtschaftsentwicklung, die Bewahrung und Förderung kultureller Werte, der Schutz der Umwelt und die Einrichtung guter Regierungs- und Verwaltungsstrukturen. Von alldem kann jeder etwas erleben und spüren, der sich auf den langen Weg in den asiatischen Staat begibt. Diese transformative Reise dürfte aus den meisten Touristen Personen mit Erkenntnisgewinn machen, denn nach einem Aufenthalt in Bhutan wird klar, was es zum Glück wirklich braucht.

Mönche im Land Bhutan

Organisiert im Glück schwelgen

Ein paar Reisevorbereitungen gilt es im Vorhinein zu treffen, damit dem Glück auch wirklich nichts im Wege steht: So ist auf eine ausgewogene Kleidung im Koffer zu achten, denn aufgrund der großen Höhenunterschiede in Bhutan ist sowohl mit intensiver Sonneneinstrahlung, starken Winden und Kälte sowie mit unwegsamem Gelände zu rechnen.

In den Sommermonaten regnet es zudem oftmals besonders stark. Außerdem müssen alle Glückssuchenden ein Visum für Bhutan mitbringen. Wird die Reise über ein dort registriertes Reiseunternehmen gebucht, kann das Visum über diesen Veranstalter beantragt werden. Die Landeswährung, den Ngultrum, müssen Touristen nicht zwingend erwerben. Er ist ohnehin an die Indische Rupie gebunden, welche ebenfalls als gültiges Zahlungsmittel gilt. Zudem werden Euro, Schweizer Franken und US-Dollar weitgehend akzeptiert. Nur mit Kreditkarten kommt man in Bhutan meist nicht weit.

Eigentlich müsste es passenderweise auch dem Glück überlassen werden, ob man die wichtigsten Orte und Landschaften des Königreichs auf der Reise durch Bhutan zu sehen bekommt oder nicht. Einfach los und dann mal schauen… Wer sich aber lieber nicht zu sehr auf sein Reiseglück verlassen möchte und es etwas organisierter mag, findet ohne große Probleme einen spezialisierten Reiseveranstalter.

Diese Fernost-Experten haben in der Regel die passenden Bhutan Rundreisen im Angebot, auf denen die meisten Glückssuchenden auf ihre Kosten kommen. Zwar werden die Trips dorthin gerne mit Abstechern in Nachbarländer wie Indien oder Nepal angeboten und können dann auch gute zwei Wochen dauern. Solange dabei aber zumindest rund eine Woche für das Land Bhutan selbst eingeplant ist, sollten erfahrungsgemäß alle sehenswerten Aspekte dort gut abzudecken sein.

Bhutan, ein klimaneutrales Land

Wie bereits angedeutet, ist das Wohl der Umwelt ein zentraler Bestandteil des Bruttonationalglücks von Bhutan. In diesem Sinne werden Nachhaltigkeit und Klimaschutz dort schon seit jeher großgeschrieben, Menschen und Natur sollen in Einklang miteinander leben. Der vierte König Bhutans, Jigme Singye Wangchuck, legte diese Richtschnur Anfang der 1970er-Jahre im Konzept des Bruttonationalglücks fest ‒ mit Erfolg: Bhutan gilt als das einzige klimaneutrale Land der Welt. Deshalb sind auch Touristen gut beraten, bei ihrer Reise ins Glücksland ökologische Aspekte zu beachten.

Das beginnt bereits bei der Auswahl des Reiseveranstalters: Handelt es sich um einen der in Bhutan registrierten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er einer verantwortungsvollen Unternehmensführung nachkommt. Oft wird dann etwa der lange Flug nach Asien in punkto CO₂-Emissionen kompensiert und auf eine gesunde Relation zur Aufenthaltsdauer vor Ort geachtet, damit sich der Flug wirklich lohnt. In Bhutan selbst können die Glückstouristen zudem beispielsweise auf den Erhalt und die Sauberkeit der vielfältigen Natur achtgeben und lokale Produkte bzw. Geschäfte unterstützen.

Spirituelle Orte im Land der Tempel und Klöster

Es gehört ebenso zum Bruttonationalglück Bhutans, die Religion und ihre bedeutenden Kultstätten zu schützen und zu pflegen.

Dementsprechend sind die zahlreichen, jahrhundertealten buddhistischen Tempel und Klöster des Landes bestens erhalten. Sie bestechen durch ihre Schönheit und spirituelle Atmosphäre. Touristen, die ohnehin eine Rundreise durch Bhutan planen, tun deshalb gut daran, selbige an diesen religiösen Stätten als Etappenziele auszurichten.

Ein Muss ist auf jeden Fall das Kloster Taktshang, das auf 3120 Metern Höhe an einer steilen Felsenklippe erbaut wurde und als „Tigernest“ bekannt ist. Von dort aus haben Besucher einen wunderbaren Ausblick auf riesige sattgrüne Wälder im Tal.

In Bhutans Hauptstadt Thimphu befindet sich mit dem Tempel Chorten Kora eine weitere unter den geistlichen Sehenswürdigkeiten des Landes. 1782 ganz in Weiß und mit markanter Kuppel errichtet, sollte der Bau einst Dämonen besiegen. Heute ist er Teil des gleichnamigen Chorten Kora Festivals, das jährlich Ende Februar oder Anfang März dort stattfindet. Thimphu kann darüber hinaus mit einer über 50 Meter hohen Statue des Buddha punkten, der ehrfurchtsvoll und mächtig die gesamte Hauptstadt überblickt.

Feier im Land Bhutan

Bunte Feierlichkeiten als Glückszeremonien

Abgeleitet von religiösen Hintergründen finden in Bhutan über das Jahr verteilt zahlreiche Festivitäten statt, die bunt und mit viel Pomp, Tänzen und Kostümen daherkommen. Besuchern liefern sie nicht nur dankbare Fotomotive, sondern auch einen Eindruck davon, wie das Glück des Königreiches zelebriert wird.

Da fällt das besagte Chorten Kora Festival im Reigen der bhutanischen Feierlichkeiten noch eher verhalten aus. Weitaus aufwändiger kommt hingegen das wohl berühmteste Festival Bhutans daher, das Paro Tshechu. Jedes Jahr im Frühling finden in der Klosterburg Paro Dzong in der Kleinstadt Paro drei Tage lang traditionelle bhutanische Tänze und Dramen-Aufführungen statt. Die farbenfrohen Trachten und Masken der teilnehmenden Bhutaner sorgen für eine besondere Stimmung, die ihren Höhepunkt erreicht, wenn das riesige Rollbild Thongdrol ausgerollt wird.

Das religiöse Motiv des Thongdrol ist auf einer Seidenleinwand mit Wasserfarben von buddhistischen Mönchen gemalt worden. Für die Gläubigen ist es heilig, sein Anblick macht frei von Sünden ‒ ein weiterer Glücksquell Bhutans. Das Paro Tshechu ist übrigens vom internationalen Flughafen Bhutans schnell zu erreichen und schon deshalb sehr beliebt bei Touristen.

Ebenfalls ein Highlight unter den Festen des Himalaya-Staates ist das Jambay Lhakhang Drup in Bumthang, das in der Nacht gefeiert wird und mit exotischen Feuerritualen fasziniert. Es soll kinderlose Frauen schwängern. Einen festlichen und glücklichen Eindruck zaubern auch die vielen bunten Gebetsfahnen herbei, die von den Dächern buddhistischer Häuser oder an Masten flattern. 

Bhutanisches Naturglück erleben

Entsprechend der Vorgabe aus dem Konzept des Bruttonationalglücks aus den 1970er Jahren wurde die Natur Bhutans im vergangenen halben Jahrhundert besonders gehegt. Tiere und Pflanzen sind in dem Königreich heilig und die Artenvielfalt ist dank der deutlichen Höhenunterschiede sehr groß.

Es ist folglich ein wahres Glückserlebnis, diese intakte Natur in Bhutan hautnah zu durchqueren. Das geht am besten mit einer ausgedehnten Wander- oder Trekkingtour. Etliche der auf Bhutan spezialisierten Reiseveranstalter bieten deshalb auch organisierte Touren zu Fuß in Kleingruppen von maximal rund zehn Personen an.

Beliebt sind beispielsweise Trekkingtouren entlang der über 7000 Meter hohen Berge der Chomolhari-Kette. Tag und Nacht besteht praktisch ununterbrochen Kontakt zur Natur, denn übernachtet wird in Zelten. Zwar sind tagsüber auch Besuche in Klöstern, Tempeln oder Bergdörfern geplant, doch das Naturerlebnis steht im Zentrum: Ob Rhododendronwälder, Gletscherseen, Weiden, auf denen Yaks grasen oder Zusammenläufe von wilden Flüssen ‒ etliche Perlen der Natur können innerhalb weniger Tage bestaunt werden.

Auf jeden Fall gilt für fast alle Wander- und Trekkingtouren in Bhutan, dass Teilnehmer ein gewisses Trainingslevel mitbringen sollten, um die oftmals anspruchsvollen Höhenwege bestreiten zu können. Wer sogar über die nötige Vorerfahrung im Bergsteigen verfügt, sollte sich auch nicht scheuen, die Himalaya-Ausläufer im Land Bhutan in Angriff zu nehmen.

Einen besseren Ausblick auf die teils üppige Vegetation gibt es sonst kaum. Trainierte Radfahrer können sich ebenfalls über geführte Touren durchs Königreich freuen. Doch auch, wer körperlich nicht allzu sportlich ist, kann am bhutanischen Naturglück teilhaben. Wieso nicht mal eine Motorrad-Tour durch die engen Kurven und Serpentinen wagen? Zwar dürfen die Straßen Bhutans nirgendwo schneller als 50 km/h befahren werden, aber durch die glückselige Gelassenheit im Land würde Raserei schließlich auch unpassend erscheinen. Ebenso sind klassische Panoramafahrten in Bussen möglich, die auch als mehrtägige Rundreisen gebucht werden können. Und selbst ein paar Mietwagen-Anbieter sind in Bhutan zu finden.

Kleine Glücksmomente für Zwischendurch

Auch abseits der bekannten Sehenswürdigkeiten, Festivitäten und Naturerlebnisse hält Bhutan für seine Besucher manch kleinen Glücksmoment am Rande bereit. So zaubert es ein Lächeln auf die touristischen Gesichter, wenn sie den gütigen und zufriedenen Blick eines Takin zu sehen bekommen. Das Nationaltier Bhutans ist eine einmalige Mischung aus Rind und Widder und lebt im Hochgebirge.

Ebenfalls Glück für zwischendurch ist das eigenwillige, aber schmackhafte Nationalgericht von Bhutan: Ema Datshi aus Chilischoten und Yak-Käse. Serviert mit Reis wärmt das scharfe Gericht die Seele nach einer Tour durch das kalte Hochland. Und nicht zuletzt kann Bhutan auch durch seine künstlerische Ader erfreuen. Ob beim Besuch einer Papier-Manufaktur, eines Museums für traditionelle Textilkunst oder des staatlichen Emporiums für Handwerkskunst ‒ irgendwo findet jeder Gast Bhutans etwas zum Glücklichsein.

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