Ein positives Gespräch kann Veränderungen in deinem Gehirn bewirken!

· 5. Juli 2018

Es gibt wenige Dinge, die dich mit so viel Energie und Leben füllen können, wie ein positives Gespräch. In diesen Unterhaltungen fühlst du, dass man dir zuhört, und im Gegenzug willst du dann auch der anderen Person zuhören. Es besteht eine aufrichtige Verbindung zwischen denen, die involviert sind. Diese Gespräche sagen so viel aus und sind gefüllt mit solch liebenswürdigen, Mut machenden Worten. Diese Art von Konversation ist wahrer Balsam für die Seele.

Das Gegenteil kann jedoch auch passieren. Manchmal fühlst du, dass dich dein Gegenüber einfach nicht versteht, wenn du mit ihm redest. Du bist vielleicht auch genervt, wenn du diesem Menschen zuhören musst. Außerdem merkst du, dass seine Worte gefüllt sind mit Negativität, und manchmal agiert derjenige geradezu aggressiv. Diese Begegnungen hinterlassen einfach nur Ärger, Wut und Verbitterung in deinem Herzen.

Du weißt bestimmt aus Erfahrung, dass ein positives Gespräch ein wundervolles Geschenk ist. Neu ist jedoch, dass die Wissenschaft dies jüngst durch Forschungen bestätigten konnte. Was bewiesen wurde, ist, dass ein konstruktiver Dialog unsere Gehirnaktivität beeinflussen kann. Neurochemische Analysen zeigten auch, dass diese Art von Konversation unserem Gehirn zu mehr Leistung verhelfen kann.

„Eine Person wird sich nach jemandem umschauen, der ihr dabei hilft, ihre Ideen zu verwirklichen. Andere werden nach jemandem suchen, um zu helfen: So kommt ein gutes Gespräch zustande.“

Friedrich Wilhelm Nietzsche

Eine Untersuchung von Worten

Mark Waldman und Andrew Newberg sind Forscher über das menschliche Verhalten. Ersterer ist Professor für Kommunikation und ein Mitglied des Executive Program of the MBA an der University of California (Kalifornien, USA); letzterer ist der Direktor des Mirna Brind Center for Integrative Medicine an der Thomas Jefferson University (Pennsylvania, USA). Beide haben ausführliche Nachforschungen betrieben und ein Buch mit dem Titel Words Can Change Your Brain  (zu Deutsch: Worte können dein Gehirn ändern, noch nicht auf Deutsch verfügbar) geschrieben.

Gehirn denkt sich Worte aus, die dann gesprochen werden

Die Forschungen, die sie unternommen haben, haben einige interessante Fakten über Worte und positive Konversationen offenbart. So entdeckten sie zum Beispiel, dass das Wort „nein“ die Produktion von Kortisol anregt, dem Stresshormon. Es alarmiert uns und schwächt unsere kognitiven Fähigkeiten.

Im Gegensatz dazu bewirkt das Wort „ja“, dass der Körper damit anfängt, Dopamin auszuschütten. Dopamin ist der Neurotransmitter, der die Belohnungsmechanismen reguliert. Es produziert ein Gefühl des Wohlbefindens. Außerdem verstärkt es unsere positive Haltung der Kommunikation gegenüber.

Worte und positive Konversation

Diese Entdeckungen über die Wörter „ja“ und „nein“ sind nur ein kleiner Teil der Ergebnisse, die Waldman und Newberg veröffentlicht haben. Durch verschiedene Experimente haben sie es geschafft, wissenschaftlich zu belegen, dass Worte Veränderungen in unserem Gehirn einleiten können. Positive oder negative Konversationen haben dabei entgegengesetzte Auswirkungen.

Manche Leute benutzen besonders oft solche Worte, die negative Auswirkungen auf unser Gehirn haben. Im Gegensatz dazu verfolgen andere häufiger konstruktivere Ansätze. In beiden Fällen liegt dem oft keine bewusste Entscheidung zugrunde. Sicher ist jedoch, dass beide Arten von Menschen der anderen Person jeweils unterschiedliche Gefühle mitteilen, die durchaus das Bewusstsein erreichen.

Freunde reden miteinander

Es ist auch interessant, dass eine Studie, die vom Creating WE Institute durchgeführt wurde, ein ähnliches Ergebnis erzielte. In diesem Fall studierten die Forscher die Auswirkungen der Worte eines Arbeitgebers auf dessen Mitarbeiter. Sie demonstrierten, dass fürsorgliche und warme Ausdrücke die Produktion von Oxytocin steigerten. Jedoch war das nicht die einzige Folge, denn diese Worte erhöhten die intellektuelle Kapazität des Arbeitnehmers, was diesen produktiver machte.

Positive Gespräche und mitfühlende Kommunikation

Waldman und Newberg haben ein Konzept geprägt, das sich durchsetzen wird. Sie nennen es „mitfühlende Kommunikation“. Es bezieht sich auf eine Art der Kommunikation, die Respekt und Aufrichtigkeit gegenüber der anderen Person fordert. Das ist die Form der Kommunikation, die stattfindet, wenn wir ein positives Gespräch mit jemandem führen.

Die Forscher haben auch einen Aspekt beschrieben, der für ein positives Gespräch Voraussetzung ist. Menschen verstehen etwas besser, wenn Ideen separat behandelt werden und es nicht mehr als vier von diesen gibt, über die geredet wird. Mit anderen Worten ist die Garantie größer, dass das Publikum etwas versteht, wenn es nicht um mehrere Themen gleichzeitig geht. Außerdem ist es wichtig, etwa eine Minute zu warten, bis das Thema gewechselt wird.

Älteres Ehepaar redet miteinander

Waldman und Newberg zudem auch heraus, dass bestimmte Worte eine tiefgreifende Wirkung auf Menschen haben. Das sind die Worte Armut, Krankheit, Einsamkeit und Tod. Diese Ausdrücke beeinflussen die Amygdala und bringen viele negative Gedanken mit sich. Sie haben eine weniger negative Konnotation, wenn sie am Anfang oder Ende eines Satzes stehen.

Da es unmöglich ist, jedes einzelne negative Wort aus einer Mitteilung zu beseitigen, ist es immer gut, diese mit positiven zu kompensieren. Dasselbe gilt für Gespräche. Wenn die Kommunikation negativ war, muss diese mit einer positiven Note kompensiert werden. Das bringt die Sache ins Gleichgewicht zurück, nicht nur für unsere Gefühlswelt, sondern auch für die biochemischen Prozesse in unserem Gehirn.