Was du über mich denkst, sind nichts weiter als Gedanken

17. März 2016 en Psychologie 12 Geteilt

Um eine emotional starke Person zu sein, muss uns eines definitiv bewusst sein und das sollten wir auch verinnerlicht haben: Alles verletzt uns nur in dem Maß, in dem wir es zulassen.

Das bedeutet, dass weder Menschen noch Taten die Macht besitzen, uns in irgendeiner Weise Schaden zuzufügen, da keine direkte Verbindung zwischen äußerlichen Einflüssen und eigenen Emotionen besteht. Wenn es mir psychisch gesehen gut oder schlecht geht, dann ist das so, weil ich das in diesem Moment zu mir selbst sage.

Wenn jemand also Kritik an mir übt, mich verurteilt oder etwas Negatives über mich denkt, dann geht er seinem völlig legitimen Recht nach, zu denken oder eine Meinung zu äußern, doch das soll nicht heißen, dass mich das in irgendeiner Art und Weise beeinflusst.

„Wer sich über Kritik aufregt, erkennt, dass er sie verdient hat.“

Tacito

Glueckliches und veraergertes Maedchen

Nicht deine Mitmenschen verletzen dich, sondern du selbst

Die Gedanken anderer sind ihre Gedanken und nur wenn ich sie zu meinen eigenen mache, gestatte ich ihnen, mich zu verletzen.

Aus diesem Grund sage ich zu mir selbst, dass ich ich bin, ich mir meine eigene Realität erschaffe und dass ich dieser Mensch bin, der mir Leid zufügt. Es sind nicht die anderen, die mir Schmerzen bereiten, ich bin es. Und ich suche mir diese Gelegenheit aus, um die Gedanken und Meinungen meiner Mitmenschen über mich zu meinen eigenen zu machen.

Dieses Prinzip zu verstehen ist unheimlich wichtig, wenn es darum geht, zu erkennen, wie wir mit Kritik angemessen umgehen, denn das ist der Weg hinaus aus dem Tal des Leids und Unbehagens.

Was um uns herum geschieht, können wir nicht beeinflussen, aber wir können die Art, wie wir Kommentare interpretieren, ändern. Wir haben also die Macht darüber und genau deshalb kann ich sagen, dass ich Herr über meine Gefühle bin und ich sie kontrolliere, und nicht umgekehrt.

Und viele von euch werden jetzt sicher denken: Aber dann würde ich mich anpassen! Es ist ungerecht, dass ich für etwas kritisiert werde, dass ich eigentlich nicht bin oder nicht getan habe! Dazu muss ich dir leider sagen: Herzlich willkommen in dieser Welt und in diesem Leben. Beide sind nun einmal ungerecht. Doch so ungerecht wie das Leben auch sein mag, so wunderschön ist es gleichzeitig auch.

Was sollte ich also befolgen, um mit Kritik besser umgehen zu können?

  • Als Erstes, und das ist auch das Wichtigste, solltest du dich selbst kennen, dich bedingungslos lieben und akzeptieren. Wenn du weißt, wer du bist, ganz gleich was andere über dich denken, ist es unmöglich, dass dich die Meinung deiner Mitmenschen auch nur im Entferntesten interessiert. Der Grund: Du wirst keine Selbstzweifel haben. Du bist selbstsicher und du akzeptierst dich so, wie du bist.
  • Du musst verstehen, dass auch andere Menschen ein Recht darauf haben, sich nach Lust und Laune ihre Meinung zu bilden, zu denken, zu kritisieren und zu verurteilen. So sehr du dich auch darüber aufregen wirst oder es dich belasten wird, du wirst es nicht ändern können. Was andere über dich denken, ist nicht deine Angelegenheit.
    Außerdem hast du auch keine Kontrolle darüber, andere zu beeinflussen. Und es wird dir auch nicht gelingen, dass du ihre Art des Denkens änderst. Deshalb sind negative Reaktionen völlig unnütz und unangebracht, was lediglich dazu führt, dass du noch mehr kritisiert wirst.

Junge Frau telefoniert auf Stuhl

  • Du solltest jedem gegenüber offen sein. Kritik kann manchmal auch gerechtfertigt und konstruktiv sein und dir helfen, zu wachsen.
  • Auf Kritik zu antworten, sowohl auf verbaler, als auch auf nicht verbaler Ebene gelassen zu reagieren, ist die Quintessenz. Kritik sarkastisch zu begegnen, herablassend zu reagieren oder eine komische Miene zu ziehen, ist nicht hilfreich. Das zeigt nur, dass dir die Kritik etwas ausmacht und dich verletzt und du vermittelst deinem Gegenüber somit, dass es dir wichtiger ist, was diese Person über dich denkt als das, was du von dir hältst.
  • Sieh deinem Gegenüber in die Augen, ruhig und entspannt, aber ohne ihn damit herauszufordern, behalte eine selbstsichere Körperhaltung und zeige ihm damit, dass er das Recht dazu hat, über dich zu urteilen, auch wenn du nicht seiner Meinung bist.

Das Wichtigste ist, sich nicht in einen Streit verwickeln zu lassen, sondern eine unterschiedliche Meinung zu akzeptieren, ohne zu streiten.

Ob das einfach ist? Natürlich nicht. Uns wurde nicht beigebracht, rational zu denken oder uns bedingungslos zu akzeptieren, ganz egal, was andere von uns halten.

Wir sind geprägt von dem Zweifel darüber, was andere nur über uns sagen werden. Und wir handeln entgegen unserer Wünsche, damit wir nicht verurteilt werden.

Doch auf jeden Fall können wir es schaffen, mit Kritik gelassener umzugehen, wenn wir in die Tat umsetzen, was zuvor beschrieben wurde. Dann wird es eines Tages soweit sein und du wirst dazu in der Lage sein, dir deine eigene Realität zu erschaffen – Was andere über dich denken, sind nichts weiter als Gedanken.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Kathy HaRe, Aeppol

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