Du entscheidest nicht, wen du triffst, aber sehr wohl, wer bleibt

9. Mai 2016 en Psychologie 0 Geteilt

Glück, Fortuna, Zufall. Sie haben weit stärkeren Einfluss und eine größere Bedeutung, als einfach mal einen Preis in einer Lotterie zu gewinnen. Sei es, dass wir uns einer guten Gesundheit erfreuen oder dass wir im richtigen Moment den richtigen Weg eingeschlagen haben, um unsere Liebe mit der Person aufzubauen, die wir auch wirklich lieben.

Etwas übt seit unserer Geburt seine Macht über uns aus, gibt uns bestimmte Fähigkeiten, eine bestimmte Familie, einen Kontext und eine Reihe an Möglichkeiten, die wir auf andere Weise nie gehabt hätten. So war stets etwas in unserem Leben präsent, worüber wir keine Kontrolle hatten, und das bereits, bevor wir überhaupt existiert haben.

Die Situation ist derjenigen ähnlich, die wir zu Beginn eines Kartenspiels antreffen: Jeder Spieler bekommt eine bestimmte Anzahl an Karten zugeteilt, die ihm entweder einen bestimmten Vorteil verschaffen, oder ihn, ganz im Gegenteil, bestrafen.

Ob es das Eine oder das Andere ist, hängt nicht nur davon ab, welche Karten unserem Spieler zugeteilt worden sind, sondern auch welche andere bekommen haben. Innerhalb von sozialen Beziehungen besteht eine vergleichbare Situation.

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Solche Personen, die man nur einmal unter Hunderten oder Tausenden treffen kann

Im Verlauf unseres Lebens werden wir auf sehr unterschiedliche Weise auf sehr diverse Menschen treffen. Es kann sich um einen neuen Arbeitskollegen handeln, um eine Frau, die auf denselben Bus wartet, oder wir treffen auf jemanden, der uns den Schal zurückbringt, den wir auf alle mögliche Arten zu verlieren versucht haben, da es sich um eines dieser schrecklichen Geschenke handelt, die man nicht wegwerfen, sondern nur aus Unaufmerksamkeit heraus verlieren kann.

Wenn wir noch mehr darüber nachdenken, fallen uns bestimmt noch tausend weitere Situationen ein, in denen ganz einfach ein Gespräch mit jemand Unbekanntem entsteht. Diese Menschen kann man mit den Karten eines Spielers vergleichen: Wir haben keinen Einfluss darüber, auf wen wir zufällig in solchen Situationen stoßen, die wir uns zuvor vorgestellt haben.

Wir haben auch nicht sehr viel Kontrolle darüber, wie diese untereinander in Beziehung stehen, noch darüber, wie offen oder zugänglich sie sich in dem Moment des Kennenlernens zeigen werden. Trotzdem können wir versuchen,  aus dieser zufälligen Begegnung eine Beziehung zu machen, die über eine bloße Anekdote hinausgeht.

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Ja, es gibt durchaus Faktoren, die wir kontrollieren können und die fundamental wichtig sind, um die andere Person besser kennenzulernen und um diese neue Beziehung von Dauer sein zu lassen: Zum Beispiel, indem wir ein Zeichen geben, dass man uns Vertrauen kann oder einfach Interesse für das zeigen kann, was man uns erzählt.

In jedem Fall kann die Verbindung mit einer bestimmten Person bereits von Anfang an sehr direkt und fast magisch sein. Manchmal passiert es, dass man einfach genauso zu ticken scheint, wie der andere, dass direkt Komplizenschaft und ein Gefühl der Nähe zum anderen in uns aufkommen.

Dies gesagt, sollte man sich daran erinnern, dass das Gegenteil genauso eintreten kann. Das heißt, dass unter dem Einfluss der gleichen Faktoren, selbst wenn wir genauso verantwortungsvoll und bewusst handeln, eine Beziehung auch mal nicht fruchtet oder auseinandergeht.

Obwohl es paradox erscheint, geschieht Letzteres wesentlich einfacher als Ersteres. Die Liste der Bösheiten, die für eine Beziehung das Ende bedeutet können, ist unendlich und normalerweise reicht nur eine davon aus.

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Manchmal ist es schwierig, jemanden aus unserem Leben zu streichen

Vielleicht kommt dir in den Kopf, was in dem Film „Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ passiert. In diesem Film probiert eine unerschrockene Reporterin alle möglichen Strategien aus, um einen jungen Mann auf Abstand zu halten, der versucht, mit ihr eine Beziehung einzugehen.

Sie versucht, durch ihre Reportage und durch ihr Verhalten zu zeigen, dass es gewisse, für den Partner unangenehme Verhaltensweisen gibt, die dafür sorgen, dass eine Beziehung zu Ende geht. Denn sie kann es ihm einfach nicht direkt ins Gesicht sagen: „Ich will keine Beziehung mit dir haben“.

Wir können das jedoch sehr wohl, und trotzdem verwenden wir genauso wie sie indirekte Strategien, um das zu erreichen, was wir auch mit einer Handvoll Worte erreichen würden. Sätze, die vielleicht heute verletzender sind, aber auf lange Sicht vielleicht doch angenehmer gewesen wären.

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Auf diese Weise können wir mehr oder weniger Glück in unseren Beziehungen haben, wir können besser oder schlechter darin sein, jemanden zu verführen oder sein Herz zu erobern, aber wir sollten niemals vergessen, der Realität direkt ins Auge zu sehen.

Wir können viele Dinge tun, damit jemand, den wir lieb haben, uns so nahe wie möglich bleibt und auch erreichen, dass jemand, der uns nicht gut tut oder an dem wir einfach kein Interesse haben, sich von uns entfernt.

Diese Macht anzuerkennen ist ohne Zweifel der erste Schritt dahin, sie auch anzuwenden. Wir sollten uns erlauben, darüber nachzudenken und so nebenbei die Säulen für eine gute soziale Intelligenz zu setzen, die uns glücklich werden lässt. Glücklich mit anderen, mit denen, die wir uns auswählen.

Jede Person, die in unser Leben tritt, wird darin auch eine bestimmte Rolle einnehmen. Manche werden für uns zu einer Probe, andere werden uns ausnutzen, wieder andere uns lieben, andere werden wir lieben und wieder andere werden uns etwas beibringen. In jedem Fall sollten wir versuchen, das Beste aus uns selbst herauszuholen und das wertzuschätzen, was wir in jedem Moment haben, inklusive unserer Defekte, denn aus allem (absolut allem) werden wir etwas lernen können.

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