Dieser Kurzfilm hilft dir, deine Defekte als Tugenden zu sehen

23. März 2016 en Psychologie 8 Geteilt

Man sagt, dass die großen Klassiker und die großen Werke der Kunst als solche eingeordnet werden, weil sie eben auf verschiedene Weise interpretiert werden können, abhängig von dem Beobachter, der sie ansieht. Und auch wenn dieser Kurzfilm vielleicht auch etwas anderes vermitteln kann, möchte ich mit euch heute das teilen, was er in mir ausgelöst hat…

Vielleicht bist du müde, gelangweilt oder erschöpft vom Leben. Fast nichts befriedigt dich und deine Existenz erscheint ohne Sinn. Nichts erfüllt dich und wenn du glaubst, dass etwas dir die Hoffnung zurückbringen könnte, dann bemerkst du am Ende, dass es doch nicht das war, was du dir erhofft hast.

Du bist ganz von deinen Komplexen erfüllt, die jeden Tag schwerer auf dir liegen. Du würdest fast so weit gehen, zu sagen, dass du dich weder von außen noch von innen magst. Das Beste wäre für dich, nicht du selbst zu sein, alles das zu verändern und aufzupolieren, was du als „deine Defekte“ ansiehst. Wenn man dich fragen würde, wie du bist, würdest du dich mit dunklen Adjektiven beschreiben und manchmal fallen dir anscheinend noch nicht einmal Worte ein, die dich überhaupt beschreiben.

Erschöpft, nach tausenden Versuchen, dein Lächeln zurückzubekommen, nachdem du dich immer wieder motiviert hast oder versucht hast, an die Tür des Glücks zu klopfen, damit dieses hervorkommt und nach dir sucht, kommst du schließlich an den Punkt, an dem du denkst, dass dieses Leben nichts für dich ist. Als Folge davon fängst du an, so zu handeln, als ob du kein Recht hättest, Spaß zu haben und glücklich zu sein.

In einer solchen Situation befindet sich Anton, der Protagonist unserer Geschichte. Ermüdet, erschöpft und bedrückt durch seine „Komplexe“ und „Defekte“, entschließt er sich zu der drastischen Maßnahme, seinem Leiden ein Ende zu setzen und seine Existenz zu ändern.

Anton

Wenn wir uns wie einen Sack voller Defekte wahrnehmen

Anton, der Protagonist unseres Kurzfilms, entschließt sich, wie wir bereits gesagt haben, dazu, zu verschwinden und seiner Existenz ein Ende zu setzen. So können seine Ängste nicht ans Licht kommen, so muss er seinen Defekten nicht ins Auge blicken und wird sich noch nicht einmal bewusst machen, wo seine Grenzen liegen.

Manchmal, auch wenn wir nicht zu einer so drastischen Lösung wie unser Protagonist greifen, entscheiden wir uns dafür, gegenüber uns selbst blind zu sein und durch das Leben zu gehen, ohne uns Aufmerksamkeit zu schenken: „Was mir nicht gefällt, schaue ich nicht an“,  oder, „ich fühle mich schlecht damit, ich ignoriere es…“,  und kommen so dazu, dass wir uns fast gar nicht mehr kennen.

Es kann auch passieren, dass wir das Gegenteil machen, dass wir so sehr von uns abhängig sind, dass wir nur unsere Defekte wahrnehmen können oder nur diese für uns hervorstechen. Es geht um das Problem, dass wir uns selbst nicht anerkennen. Dass wir nicht akzeptieren, dass wir nur in einem Zustand mit Defekten existieren können. Wir betreiben eine Sabotage unserer Selbst, wenn wir uns nur als einen Sack voller Defekte betrachten.

Wuetender-Mann

Glück ist eine Haltung, die sich in unserem Inneren entwickelt

Wir kaufen Dinge, wir halten uns an Hoffnungen fest, wir idealisieren unsere Zukunft und die Menschen, die sich in unserer Umgebung befinden. Wir glauben, wenn wir endlich das erreichen, was wir uns vorgenommen haben, dass wir dann glücklich sein werden, aber das so erhoffte Glück kommt nie… warum?

Glück ist eine Haltung, die sich in unserem Inneren entwickelt.

Das Glück kommt nicht mit dem, was wir uns kaufen, mit den Zielen, die wir erreichen oder weil wir uns an der Seite von jemandem befinden, nach dem wir so sehr verlangt haben. Wir können all dies haben, ohne uns auch nur einen Deut glücklicher zu fühlen. Glück ist eine Haltung und wie jede Haltung, können wir sie erlernen, müssen sie aber immer aus unserem Inneren heraus entwickeln.

Ich kenne Personen, die weder besonders hübsch, noch besonders erfolgreich, noch besonders reich, noch besonders perfekt, die aber wirklich glücklich sind. Glückliche Menschen sind nicht durch das Haben und das Erreichen glücklich, sondern durch das Sein, durch die Wertschätzung und die Dankbarkeit für alles das, was ihnen das Leben gibt. Du siehst es in ihren Augen. Sie haben sich dazu entschieden, glücklich zu sein, ihre Haltung zu entwickeln, sich selbst zu akzeptieren und sich selbst zu lieben.

Jeder Defekt kann ein kleines Stück Tugend sein

Glückliche Menschen sind nicht deshalb glücklich, weil sie keine Defekte haben, sondern weil sie es geschafft haben, die Größe zu entdecken, die sich in jedem von ihnen befindet. Sie haben aufgehört, sich mit anderen zu vergleichen, weil sie verstanden haben, das Vergleiche nichts bringen, da jeder von uns unter bestimmten Umständen gelebt hat, eine Art des Seins hat und auf eine spezifische Weise mit anderen Beziehungen aufbaut.

Mann-mit-grossen-Augen

Du kannst vielleicht etwas größer und ich etwas kleiner sein, er etwas schüchterner und sie etwas vorlauter. Es geht darum, dass unsere „Defekte“ uns weder zu besseren noch schlechteren Menschen machen, sie machen uns zu dem, was wir sind. Jeder Defekt hält in sich sein kleines Stück Tugend versteckt, es geht nur darum, dieses zu finden.

Vielleicht ist Sprechen nicht deine Stärke, aber dafür kannst du dich schriftlich wunderbar ausdrücken oder vielleicht fällt es dir schwer, handwerklich zu arbeiten, aber im Sport wiederum bist du super. Hast du dich mal daran gemacht, herauszufinden, worin dein Potential besteht? Anton hat am Schluss der Geschichte zu seiner eigenen Überraschung sein Potential gefunden.

Glaub mir, wir hören nie auf, uns zu entdecken. Wir haben viele Geheimnisse in unserem Inneren versteckt, von denen wir kaum wissen, dass sie existieren und die in uns verweilen. Eines Tages tauchen sie jedoch auf oder du entdeckst sie selbst. Die grundlegende Bedingung ist, dass wir anfangen, uns selbst zu lieben.

Erinnere dich: Es gibt niemanden, der so ist wie du, das ist unmöglich. Deshalb entdecke dich, pass auf dich auf und liebe dich, dann wirst du bestimmt nicht mehr derselbe sein.
Wenn wir eine Haltung ändern, aufhören, uns zu vergleichen, anfangen, uns zu lieben und versuchen, die Leeren aus jedem Umstand zu sehen, der uns widerfährt, dann wird die Ermüdung und die Lustlosigkeit von unserer Seite weichen. Sei nicht wie Anton und warte, bis es vielleicht schon zu spät ist, es gibt nichts Schöneres als sich im Inneren zu entwickeln und zu beobachten, wie sich die Vision von all dem verändert, was uns umgibt.

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