Die Wirkung von Licht auf den Menschen: Licht ist Leben!

Ein Gastbeitrag des Lichtexperten Rolf Göbel
Die Wirkung von Licht auf den Menschen: Licht ist Leben!

Geschrieben von Rolf Göbel

Letzte Aktualisierung: 04. Dezember 2022

Als der Mensch in seiner langen Evolutionsgeschichte anfing, Schutz vor Wetterbedingungen, wilden Tieren und Sicherheit zu suchen, steigerte dies seine Überlebenschance enorm. Dieses Handeln war der Baustein für unsere moderne Zivilisation. Allerdings bedeutete der Umzug in Höhlen und später in Gebäude auch, dass sich der Mensch immer mehr dem Tageslicht beraubt hat.

So leben wir heute in einer „Innenraumgesellschaft“ und verbringen unsere Zeit meist in Büros, Industriehallen, Einkaufszentren und im Homeoffice. Es ist nicht verwunderlich, dass wir keine 8 % unserer Zeit – im Jahresdurchschnitt – im Freien unter Tageslicht verbringen.

Dabei ist Licht die Energie unseres Lebens. Alle biologischen und physiologischen Abläufe in unserem Körper werden durch Licht und Hormone gesteuert.

Licht ist Leben

Aber warum ist das so?

Ein wichtiges Hormon für den Menschen ist Melatonin. Bestimmt kennt ihr dieses Hormon als Schlaf-Wachhormon. Dabei kann es so viel mehr. An diesen Körperfunktionen ist es beteiligt:

  • Schlaf-Wachrhythmus
  • Nieren- und Blutdruckfunktion
  • Immunstimulanz
  • Tumorhemmer (es bekämpft die freien Radikalen)
  • Gonadentätigkeit
  • Körpertemperatur
  • Hormonhaushalt

Wie ihr seht, ist dieses Hormon ein absolutes Multitalent, und in seiner Wirkung 60-fach stärker als Vitamin C oder E.

Aber wie entsteht dieses Hormon?

In unseren Augen befinden sich auf der Netzhaut fotosensitive Ganglienzellen, die auf Licht mit einem hohen Blaulichtanteil reagieren. Im Zusammenspiel mit einer höheren Beleuchtungsstärke entstehen Steuerungsimpulse ins Gehirn. Dort befindet sich die Zirbeldrüse und diese schüttet aufgrund dieser Impulse Hormone aus.

Morgens werden die Hormone Serotonin und Cortisol ausgeschüttet. Serotonin kennt ihr als Glückshormon, das unser Wohlbefinden in Einklang bringt. Es sorgt für gute Stimmung. Cortisol ist ein Stress- und Aktivierungshormon, das euch aktiviert.

Wenn im Tagesverlauf das Blaulichtspektrum immer mehr nachlässt und immer weniger Licht mit Blaulichtspektrum ab dem Nachmittag ins Auge fällt, schüttet die Zirbeldrüse das Hormon Melatonin aus.

Dieses Hormon lässt den Körper mehr und mehr zur Ruhe kommen und bereitet unseren Körper auf den Schlaf vor. Achtung! Das passiert aber nur, wenn tagsüber genügend Cortisol und Serotonin gebildet wurde.

Darum ist es so wichtig, täglich Zeit im Freien zu verbringen. Ideal wäre 1 Stunde zwischen 10 und 14 Uhr. In dieser Zeit ist der Blaulichtanteil am größten. Ihr müsst nicht in der Sonne sitzen, das wäre im Übermaß schädlich. Der diffuse Himmel versorgt uns Menschen im ausreichenden Maße mit Licht.

Sofern ihr keine Zeit im Freien unter Tageslicht verbringen könnt, solltet ihr biodynamische Leuchten in eure eigenen vier Wände und in Arbeitsräumen installieren. Diese holen das Tageslichtspektrum in den Raum, was über die Steuerungstechnik im Zusammenspiel mit LEDs ermöglicht wird.

Schlafen solltet ihr immer im Dunklen, denn jedes Licht ist biologisch wirksam.

Erdrotation - Tageslicht und Nacht

Das Leben in der Innenraumgesellschaft führt sehr leicht zu einem Melatoninmangel. Gerade in der dunklen Jahreszeit, wenn ihr im Dunklen zur Arbeit geht und im Dunkeln heimkommt, müsst ihr euch darüber im Klaren sein, dass das Licht in den Gebäuden immer dieselbe Lichtfarbe aufweist und überhaupt nicht dynamisch ist. Draußen ändert sich aber die Lichtfarbe und das Licht ist auch dynamisch.

So hat sich der Mensch über Jahrtausende entwickelt. Elektrisches Licht gibt es erst seit ca. 170 Jahren, was in der Evolutionsgeschichte keine besonders lange Zeit darstellt, um die Entwicklung zu beeinflussen. Die aufkommende LED-Technik hat allerdings einen Einfluss dahingehend, dass viele LED-Leuchtmittel ein kaltweißes Licht aufweisen. Das bedeutet, dass der Blaulichtanteil sehr hoch ist. Wenn ihr diese Lichtquelle abends nutzt, wird es schwer sein zu schlafen, denn der Körper wird durch das Blaulichtspektrum aktiviert.

Ein Melatoninmangel kann sehr unangenehme Folgen haben:

  • depressive Verstimmungen bis hin zur Depression
  • Schlafstörungen
  • chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Konzentrationsprobleme
  • Anfälligkeiten für Erkältungen- und Virusinfektionen
  •  verfrühte Pubertät
  • erhöhtes Krebsrisiko

Das fehlende und falsche Lichtspektrum, Alkohol, Drogen, Nachtleben oder Nachtarbeit können einen Melatoninmangel auslösen.

Auf unserer Seite www.der-Lichtexperte.de erläutern wir euch in der Rubrik Lichtwissen, wie die Situation für Schwangere, Kinder, Menschen in der Arbeitswelt, bettlägerige Menschen und Senioren ausfällt.

Ich wünsche euch zu jeder Zeit das richtige Licht.

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