Die vier Gesichter des Selbstwertgefühls

· 9. Februar 2017

Selbstwertgefühl – dieses Wort, das uns unser ganzes Leben lang wie ein unsichtbarer Freund begleitet, der uns so sehr lieben möchte und den wir manchmal verachten. Er ist immer bei uns und wenn wir ihn als guten Freund betrachten, nimmt er uns bei der Hand und erleichtert uns unsere Schritte auf unserem Lebensweg.

Dieser Freund, der uns niemals verlässt – auch wenn wir ihm hin und wieder den Rücken kehren – und geduldig auf uns wartet, bis wir ihm diese Liebe entgegenbringen, die er für uns bereithält. Du siehst ihn nicht, aber du fühlst ihn, so wie du das Selbstwertgefühl der Menschen in deiner Umgebung spürst.

„Das Glück ist weder üppig, noch laut wie das Gefallen oder die Freude. Es ist leise, ruhig, sanft, es ist ein innerer Zustand der Zufriedenheit, der aufkommt, wenn man sich selbst liebt.“

Isabel Allende

Er ist noch mehr: Er holt das Beste und das Schlechteste aus uns heraus. Die unterschiedlichen Gesichter des Selbstwertgefühls schließen sich zu einem Kreis, der viel darüber aussagt, wer wir sind, was wir tun und was nicht, über unsere Einstellung und vor allen Dingen über das Vertrauen in uns selbst.

Welche sind die vier Gesichter des Selbstwertgefühls?

Mit den Worten von Stephen R. Covey bedeutet sich um sein Selbstwertgefühl zu kümmern, „das größte Gut, dass man besitzt, zu schützen und zu schätzen.“  Und deswegen müssen wir die vier Gesichter des Selbstwertgefühls beachten. Doch was ist damit gemeint? Das soll heißen, dass sich unser Selbstwertgefühl in physischer, spiritueller, mentaler und sozio-emotionaler Hinsicht unterscheidet. Schauen wir sie uns etwas genauer an:

  • Das physische Gesicht: Hier geht es darum, uns um unseren Körper zu kümmern und auf unsere Ernährung und ausreichend Schlaf zu achten und regelmäßig Sport zu machen. Der Fokus liegt darauf, proaktiv zu sein und unsere physische Gesundheit zu fördern, indem wir Routinen entwickeln, die unser Wohlbefinden stärken.
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  • Das spirituelle Gesicht: Es hat mit unseren Wertvorstellungen zu tun und wir stärken es, wenn wir uns selbst durch Meditation Zeit widmen. Ein paar Minuten am Tag in uns zu gehen, um über das nachzudenken, was wir erlebt haben und was wir erwarten, bringt uns Energie.
  • Das mentale Gesicht: Es ist der Teil des Selbstwertgefühls, der für das Verinnerlichen neuer Kenntnisse steht und hat mit schulischen Erziehung in Bezug auf das Leben und die Kultur zu tun. Es ist die Fähigkeit der positiven Kritik und Reife, die es uns zum Beispiel ermöglicht, unseren Horizont zu erweitern.
  • Das sozio-emotionale Gesicht: Hierbei geht es um den Austausch von Gefühlen bei unseren sozialen Beziehungen, denn wir können das Gefühlsleben nicht vollständig verstehen, wenn wir nicht auch unsere persönlichen Beziehungen berücksichtigen. Persönliche Sicherheit, in Einklang mit unseren Prinzipien zu leben und Selbstsicherheit – es ist das Gesicht der Unabhängigkeit, aber auch das des Mitgefühls in Hinsicht auf unsere Mitmenschen.

Kümmerst du dich um alle vier Gesichter des Selbstwertgefühls?

Wie wir gesehen haben, bilden die vier Gesichter des Selbstwertgefühls die Grundlage unseres Selbstvertrauens und dieses können wir stärken, wenn wir uns auf physischer, spiritueller, mentaler und sozio-emotionaler Ebene darum kümmern. Das sollten wir genau dann tun, wenn eines dieser Gesichter ein wenig ins Wanken gerät, unser Selbstwertgefühl gering ist und wir ein schlechtes Selbstbild haben.

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Wieso sollten wir also nicht den Gesichtern unseres Selbstwertgefühls einen Teil unserer Zeit widmen, uns um sie kümmern? Wenn du physisch gesehen gerade keine Glanzzeit erlebst, suche bewusst nach Gewohnheiten, die dir Energie liefern und dir dabei helfen, dich stärker zu fühlen. Brauchst du Zeit für dich und musst du dich entspannen? Es gibt Übungen, die hierbei sehr hilfreich sind. Fühlst du dich sozial unsicher? Leidest du darunter? Dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen, dich selbst zu heilen und dir Zeit zu schenken.

„Die Person, die sich am meisten beeinflussen lässt und mit der du jeden Tag sprichst, bist du.
Gib demnach acht darauf, was du zu dir selbst sagst.“

Zig Ziglar

Du solltest besser als jeder andere wissen, dass dein Leben dafür da ist, um gelebt zu werden und nicht, um zu überleben oder darunter zu leiden. Und unser Leben können wir nur leben, wenn wir unsere Wünsche akzeptieren und unseren Weg hin zu ihnen gehen, wenn wir anerkennen, dass wir uns irren, etwas Neues erschaffen, eine Situation ändern, über uns selbst hinauswachsen und uns verwirklichen können. Unser Selbstwertgefühl ist ein Zeichen dieser Selbstverwirklichung und des persönlichen Gleichgewichts.

Wähle sorgfältig aus, mit wem du dich umgibst

Wir haben gesagt, dass eines dieser Gesichter des Selbstwertgefühls das sozio-emotionale ist und dass die soziale und emotionale Ebene eine so besondere Verbindung hat, weil wir Gefühle und persönliche Beziehungen nicht getrennt betrachten können. Niemand kann unsere Gefühlswelt mehr bereichern als jemand, der sich das auch wirklich wünscht: ein Mensch, der uns glücklich macht, weil er uns glücklich sehen will, wodurch wir uns besser fühlen.

„Oftmals erlauben wir Klatschmäulern, Neidern, autoritären Menschen, Psychopathen, Egoisten, oberflächlichen Freunden, in anderen Worten, toxischen und falschen Menschen, die unaufhörlich bewerten, was wir sagen und tun, oder was wir nicht sagen und nicht tun, Teil unseres intimsten Umfeldes zu sein.“

Bernardo Stamateas

Das ist ein wichtiger Punkt: Wir haben das Recht auf ein angenehmes soziales Umfeld, das uns respektiert und uns Liebe schenkt. Deshalb müssen wir die Menschen, von denen wir möchten, dass sie uns umgeben, sorgfältig auswählen. Verbanne falsche, toxische Menschen aus deinem Leben, die es dir nicht erlauben, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen.