Die verschiedenen Arten von Stress

Manche Menschen leiden gelegentlich unter Stress, während andere immer damit Probleme haben. Wenn wir die verschiedenen Arten von Stress kennen, können wir erfolgreichere therapeutische Strategien entwickeln.
Die verschiedenen Arten von Stress

Letzte Aktualisierung: 12. Juni 2021

Muskelschmerzen, Schlaflosigkeit sowie Migräne und Konzentrationsprobleme… Es gibt verschiedene Arten von Stress und er macht sich auf unterschiedliche Weise bemerkbar. Das Wissen über jede einzelne von ihnen kann uns helfen, erfolgreicher mit Stress umzugehen.

Obwohl es sein kann, dass wir manchmal alle diese physischen und psychischen Symptome gleichzeitig erleben, hat jedes von ihnen seinen eigenen charakteristischen Auslöser.

Stress ist sehr häufig doch er wird zum Problem, wenn wir nicht lernen richtig damit umzugehen. Wenn Stress anfängt, Wurzeln zu schlagen und uns über Wochen, Monate oder sogar Jahre begleitet, kann er sich auf unsere Gesundheit auswirken.

Eine Menge wissenschaftlicher Literatur warnt uns vor den Risiken von chronischem Stress für die kardiovaskuläre Gesundheit. Zum Beispiel zeigen Forschungen wie die von Dr. Joel Dismale an der University of California, San Diego, dass viele Menschen wegen stressbedingter Probleme einen Spezialisten aufsuchen. Sie leiden ananhaltenden Kopfschmerzen, Druckgefühl in der Brust und Schlafproblemen.

Wenn Stress jedoch chronisch wird und die betroffene Person keine geeigneten Strategien zur Stressbewältigung einsetzt, dann kann dies ihre kardiovaskuläre Gesundheit beeinträchtigen. Das zeigt, dass wir eigentlich viel sensibler mit Stress umgehen müssten.

Ein gestresster Mensch

Was sind die verschiedenen Arten von Stress?

Wir sind sicher, dass du die Worte “Ich bin gestresst” ziemlich regelmäßig sagst. Aber auch wenn der gefühlte Druck und seine Auswirkungen auf deinen Körper wirklich sehr unangenehm sind, solltest du dir über eines im Klaren sein: Stress ist eine normale Reaktion auf “unnormale” Situationen.

Was wir damit sagen wollen, ist, dass der Mensch, genau wie andere Lebewesen auch, diese psychophysiologische Reaktion braucht, um auf Bedrohungen, Gefahren und Veränderungen in seiner Umgebung reagieren zu können. Stresshormone, wie Adrenalin und Cortisol, helfen dir beispielsweise dabei, Arbeitsprobleme zu lösen oder Schwierigkeiten in deinem Leben zu überwinden.

Es gibt jedoch Zeiten, in denen Stress aufhört, positiv und nützlich zu sein. Tatsächlich wird er dann zum “Distress”. Dieser negative Stress bringt dich aus dem Gleichgewicht. Er stürzt dich dann in ein Gefühl der Hilflosigkeit, das dich lange Zeit begleiten kann. Wenn du die verschiedenen Arten kennst, kannst du viel besser verstehen, was du gerade durchmachst.

Akuter Stress: wenn du den Druck wirklich spürst

Akuter Stress ist meist von kurzer Dauer und kommt sehr häufig vor. Probleme bei der Arbeit, Streit aber auch die Sorge um einen Arzttermin, ein Diebstahl oder ein Unfall sind alles Beispiele für diese Art von Stressauslöser.

Wie wir bereits erwähnt haben, ist dies die häufigste Art von Stress. Er wird durch eine mentale Herangehensweise gekennzeichnet, die sich nur auf die negative Seite konzentriert und sich auf eine bestimmten Situation negativ fixiert.

Um ihn richtig zu diagnostizieren, können wir die Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5) anwenden.

  • Symptome des Wiedererinnerns: Die Person kann nicht aufhören, sich Gedanken über das Problem zu machen. Nach und nach verliert es jedoch seine Intensität.
  • Symptome, die mit dem Gemütszustand verbunden sind. Angst, Furcht und Unruhe, gehören beispielsweise dazu.
  • Symptome der Unruhe: Kopfschmerzen, Schlaf- und Konzentrationsprobleme sowie Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen.

Wie bereits erwähnt, ist akuter Stress die häufigste aller Arten. In diesen Fällen bringt eine kognitive Verhaltenstherapie, wie z.B. kognitive Umstrukturierungsstrategien, Entspannungstechniken oder imaginäre Exposition bei vielen Betroffenen Erleichterung.

Episodische akute Stressbelastung oder krisenanfällige Persönlichkeit

Episodischer akuter Stress ist mit einem sehr spezifischen Persönlichkeitsprofil verbunden. Gemeint ist die Typ-A-Persönlichkeit, die die amerikanischen Kardiologen Meyer Friedman und Raymond Rosenman in den 1950er Jahren definierten. Diese Menschen sind in der Regel sehr wettbewerbsorientiert.

Auch diese Art erzeugt einen psychologischen Zustand von hoher Abnutzung. Er kommt und geht. Zu bestimmten Zeiten scheint er für ein paar Monate zu verschwinden, und dann kehrt er plötzlich wieder zurück. Schauen wir uns die häufigsten Merkmale an:

  • Emotionaler Kummer: Dies führt tendenziell zu Ärger oder Reizbarkeit sowie Ungeduld, schlechter Laune und ständiger Anspannung. Betroffene haben immer ein Gefühl der Dringlichkeit im Kopf. Außerdem denken sie, dass sie immer auf eine unbekannte, bevorstehende Aufgabe vorbereitet sein müssen.
  • Kognitive Belastung: Menschen mit Typ-A-Persönlichkeit sind sehr anspruchsvoll. Das bedeutet, dass sie mehrere Reize gleichzeitig wahrnehmen. Wenn sie jedoch monatelang mit diesem Stresslevel leben, führt das irgendwann zu Gedächtnisproblemen und geistiger Erschöpfung.
  • Problematische zwischenmenschliche Beziehungen.
  • Sie leiden unter Muskelbeschwerden, Kopf-, Rücken- und Kieferschmerzen.
  • Magen- und Darmbeschwerden.
  • Wiederkehrender episodischer Stress ist mit dem Auftreten von Herz-Kreislauf-Problemen verbunden.
Eine gestresste Frau

Chronischer Stress, der im Laufe der Zeit nicht verschwindet

Viele Jahre in einem schädlichen Arbeitsumfeld, Mobbing, eine traumatische Kindheit, der Verlust eines geliebten Menschen, finanzielle Probleme oder familiäre Konflikte sind häufige Auslöser für chronischen Stress.

Diese Form ist problematisch und schwächt die Psyche der Betroffenen. Ständiges Leiden und Unbehagen werden zu einem Teil des Lebens der Person, die sich durch diesen Zustand komplett verändert.

  • Dies ist eine der Arten von Stress, die zusammen mit anderen psychologischen Problemen, wie zum Beispiel Depressionen, auftreten kann.
  • Menschen, die darunter leiden, zeigen Verunsicherung und erworbene Hilflosigkeit. Das bedeutet sie, glauben, dass sich die Situation nie ändern wird.
  • Sie leiden unter Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Verdauungsproblemen, muskulären Beschwerden, Herzrasen, Konzentrationsproblemen usw.

Der therapeutische Ansatz für diese Patienten sollte immer individuell sein und auf die Bedürfnisse des Betroffenen eingehen. Meist sind folgende Techniken sehr nützlich:

  • Ermutigung der Person, zu verstehen, was Stress ist
  • Emotionale Managementstrategien
  • Physiologische Deaktivierungstechniken (z. B. Zwerchfellatmung, progressive Muskelentspannung und thematische Imagination)
  • Kognitive Umstrukturierung
  • Selbstbehauptungstechniken
  • Techniken zur Problemlösung und Bewältigung schwieriger und stressiger Zeiten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass jede dieser Arten von Stress behandelt werden kann. Wichtig ist, so schnell wie möglich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um zu verhindern, dass ein solches Leiden zu einem Dauerproblem wird.

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  • Hüther, Gerald (2012). Biología del miedo. El estrés y los sentimientos. Barcelona: Plataforma Editorial.