Die Stärke der Introvertierten

18. Januar 2016 en Psychologie 3 Geteilt

Viele denken, dass es eine Schwäche ist, introvertiert zu sein, aber dem ist nicht so. Die Introversion ist eine Persönlichkeitseigenschaft, die lediglich auf tieferer Verarbeitung der Gedanken und Emotionen basiert. Introvertierte Menschen haben generell eher eine Vorliebe für ruhige Orte, mit geringer Ablenkung und wenig Menschen.

Carl Gustav Jung war der erste, der sich mit der Dimension Extroversion-Introversion beschäftigte. Er definierte introvertierte Menschen als Personen, die sich in der Regel eher auf ihre innersten Gefühle und Gedanken konzentrieren.

Es gibt viele Introvertierte, aber unsere Gesellschaft scheint diese etwas zu stigmatisieren. Für gewöhnlich werden eher Personen mit entgegengesetzten Charaktereigenschaften favorisiert: Leute, die auffallend, sehr aktiv und eher unruhig zu sind, risikofreundliche Personen, oder solche mit einem großen Bekanntheitsgrad.

Manchmal wird Introversion mit Schüchternheit verwechselt. Allerdings unterscheiden sich schüchterne Menschen mit Gefühlen von Beklemmung, Unbehagen, als auch negativer Selbstkritik und Ängstlichkeit in den meisten Fällen bei der Verhaltensbeobachtung in größeren Gruppen, oder der Aussicht, sich in großen Gruppen zu befinden.

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Introvertiert zu sein hat auch seine Vorteile. Susan Cain, Anwältin und Schriftstellerin, erklärt uns dies in einer ihrer Konferenzen mit der Hilfe eines mysteriösen Koffers, dessen Inhalt sie am Ende zeigt. Offensichtlich verteidigt sie die Introvertierten und setzt sich für sie ein.

Sie erzählt uns, dass sie selbst ein introvertiertes Kind war, und unter anderem eine große Vorliebe für das Lesen hatte, da Bücher in ihrer Familie unentbehrlich waren. Auch später blieb die Literatur immer wichtig für sie.

Als perfekte Krönung ihrer Konferenz präsentiert sie uns eine neue Geschichte über Bücher und den Inhalt ihres Koffers. Allerdings finden wir es besser, wenn du dir diese metaphernreiche und intelligente Geschichte selbst anschaust.

Mit mehr als 10 Millionen Besuchern ist diese Konferenz wohl keine Zeitverschwendung, und vor allem jenen Personen zu empfehlen, die ihre Unsicherheit über die Introversion ein für alle mal loswerden möchten.

Kuriositäten über die Introversion

– Introvertierte Personen leisten große Beiträge im sozialen Bereich. Sie sind sehr besonnen und riskieren weniger als extrovertierte Menschen, weshalb sie in den meisten Fällen als gute Führungspersonen gelten, da sie gut durchdachte Entscheidungen fällen.

Introversion bietet viel Raum für Kreativität. Große Persönlichkeiten unserer Geschichte, wie Jesus, Buddha oder Moses, brauchten die Wüste, um ihre Ideen zu kreieren und sie später der Welt zu schenken. Ein sehr gutes Beispiel, um die Bedeutung der Introversion richtig zu verstehen. Viele Personen müssen einfach allein sein, um gute Ideen zu erschaffen.

5 Arten der Kreativität

Die Gruppenarbeit ist erzieherisch richtig und wichtig, aber ebenso bedeutsam ist es, dass die Kinder Arbeiten für sich allein erledigen. Ganz besonders gilt dies für extrovertierte Kinder, damit diese die Gelegenheit bekommen, sich öfters mit sich selbst zu beschäftigen und sich zu finden, um ihr eigenes Potenzial und den kreativen Anteil besser zu entwickeln.

– Die Kombination Extroversion-Introversion: Susan Cain befürwortet es, die Mitte – also die Ambiversion zu finden. Dies sei am gewinnreichsten, so sagt sie.

Machen wir uns die Mühe, in unserer Inneres zu gehen, um Dinge zu entdecken und uns kennenzulernen. Und bemühen wir uns ebenfalls, uns anderen zu öffnen und unser Inneres mitzuteilen. Bist du eher extrovertiert oder introvertiert, wird dir das eine oder andere schwerer fallen.

– Und warum sind introvertierte Leute so stigmatisiert? Für Susan Cain findet sich die Antwort in der westlichen Welt, besonders in den USA, wo die “Kultur der Persönlichkeit” von der Gesellschaft gewissermaßen vorgeschrieben wird. Es scheint, die Geschäftsleute sind Erfolgspersonen, denen nichts anderes übrig bleibt, als extrovertiert zu sein, um ihre Ziele zu erreichen und Kontakte zu knüpfen. Also scheint es, dass man sich besser extrovertiert verhält, aber das muss nicht gar nicht so sein und wie wir bereits erwähnt haben, eignen sich introvertierte Menschen durchaus als verantwortungsbewusste Führungspersonen.

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Was sind die Vorteile der Introvertiertheit?

Wir in unserem Blog und in Übereinstimmung zur oben erwähnten Konferenz raten dir, dich nicht schlecht zu fühlen, weil du introvertiert bist. Du hast genauso wertvolle Qualitäten und ebenso gute Verhaltensweisen, wie extrovertierte Menschen:

– Du bist kreativer.
– Du kannst besser zuhören.
– Du bist besonnener und reflektierter.
– Du hast eine bessere Verbindung mit deinem Inneren, zu Gedanken und Emotionen.
– Du neigst weniger zu riskantem Verhalten.
– Du bist sensibler und ruhiger.

Zum Abschluss möchten wir dir noch ein Buch empfehlen: Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt  von Susan Cain. Wir hoffen, es gefällt dir!

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