Die Rosinenübung und wie sie dir bei der Entspannung helfen kann

21. März 2020
Die Rosinenübung eignet sich besonders für Menschen, die mit dem Meditieren beginnen wollen, aber das Gefühl haben, dass es zu schwer für sie ist. Außerdem ist diese Übung sehr hilfreich, um Geist und Emotionen in schwierigen Zeiten zu stabilisieren.

Obwohl heutzutage sehr viel über die Vorteile von Meditation gesprochen wird, denkst du vielleicht, dass die tägliche Praxis für dich zu komplex oder schwierig sein könnte. Die Rosinenübung ist der beste Beweis dafür, dass das nicht stimmt. Wenn du diese Übung praktizierst, wirst du bemerken, dass Meditation eine einfache Aktivität ist, für die du nicht viel Zeit benötigst. Darüber hinaus wird sie dir dabei helfen, dich in nur wenigen Minuten zu entspannen.

Die Rosinenübung ist eine Technik, die darauf abzielt, deine Konzentration und deine Aufmerksamkeit zu schulen und gleichzeitig auch das Atmen zu üben. Das richtige Atmen ist bei allen Meditationsarten von entscheidender Bedeutung, denn alles andere hängt von der Atmung ab.

“Wenn du präsent bist, kannst du zulassen, dass der Geist so ist, wie er ist, ohne dich darin zu verfangen.“

-Eckhart Tolle-

Es wird dich sicherlich erfreuen, dass die Rosinenübung speziell den Menschen empfohlen wird, die noch nicht viel Erfahrung mit Meditation haben. Diese Übung wird dir helfen, dich mit der Praxis der Meditation vertraut zu machen. Daher ist diese Übung auch besonders dann empfehlenswert, wenn du extrem ängstlich bist oder eine sehr schwierige Erfahrung gemacht hast.

Rosinenübung - besorgte Frau

Die Bedeutung der richtigen Atemtechnik

Die richtige Atemtechnik ist für jede Entspannungsübung von entscheidender Bedeutung. Wenn du korrekt atmest, wirst du deinen ganzen Körper mit Sauerstoff versorgen, insbesondere dein Gehirn. Dies hilft deinem Körper und deinem Geist, langsamer zu arbeiten und sich zu entspannen.

Normalerweise haben ängstliche Menschen eine schnelle und flache Atmung. Wenn es dir gelingt, nur für einen Moment innezuhalten und einen tiefen Atemzug zu nehmen, werden sich deine Emotionen und dein Geist stabilisieren.

Zuerst einmal solltest du daran denken, dass du durch die Nase atmest und dabei deinen Mund geschlossen hältst. Darüber hinaus solltest du immer durch die Nase atmen und nie mit halb geöffneten Lippen. Außerdem sollte sich dein Bauch beim Ein- und Ausatmen ebenfalls bewegen.

Am besten beginnst du damit, deine Aufmerksamkeit einfach nur auf die Art und Weise zu lenken, wie du atmest. Versuche nicht, deine Atmung zu kontrollieren oder zu verändern. Unser Wunsch, alles zu kontrollieren oder alles richtig machen zu wollen, ist ein Hindernis beim Meditieren. Wenn du auf natürliche und spontane Weise auf deine Atmung achtest, wird sie sich automatisch verlangsamen.

Die Rosinenübung

Die Rosinenübung ist eigentlich sehr einfach. Du benötigst dazu lediglich drei Rosinen. Außerdem solltest du dir einen ruhigen Platz suchen, an dem du alleine und ungestört sein kannst. Anschließend nimmst du eine der Rosinen und isst sie genauso, wie du das normalerweise tust.

Der zweite Teil der Rosinenübung besteht darin, dass du dich auf deine Atmung konzentrierst. Danach steckst du dir die zweite Rosine in den Mund. Dieses Mal jedoch solltest du sie nicht einfach mechanisch essen. Stattdessen solltest versuchen, ihre Textur und ihren Geschmack wahrzunehmen, sobald du die Rosine im Mund hast.

Dabei solltest du dir Zeit lassen und die Rosine langsam kauen. Versuche dabei, wahrzunehmen, wie die Frucht deine Zunge, Zähne, deinen Gaumen und Hals berührt und folge diesen Bewegungen solange es dir gelingt.

Schließlich kannst du die dritte Rosine essen. Dieses Mal solltest du sie sehr genau betrachten, bevor du sie dir in den Mund steckst. Bewege sie langsam zwischen deinen Fingern, um ihre Textur zu spüren und rieche mit geschlossenen Augen an ihr, um ihr Aroma wahrzunehmen. Wenn du möchtest, kannst du die Rosine auch halbieren. Anschließend steckst du sie dir in den Mund, ohne dabei ein bestimmtes Muster oder Vorgehen zu befolgen. Und das war es auch schon!

Rosinenübung - Rosinen

Die Bedeutung der Übung

Das Ziel von Meditation ist es, die Gedanken und Emotionen, die in deinem Geist sind, zu verlangsamen. Allerdings ist dieses Ziel nicht ganz einfach zu erreichen, denn permanent dringen Emotionen in dein Leben und beeinflussen deine Gedanken. Daher kann es gut sein, dass du anfangs die Vorstellung ablehnen wirst, deinen Geist zu leeren.

Die Rosinenübung ist eine Übung, die dir dabei helfen wird, ganz allmählich das Ziel zu erreichen, die Gedanken und Emotionen auszulöschen, die in deinen Geist eindringen. Wenn du deine Aufmerksamkeit auf einen einzelnen Punkt konzentrierst und dir erlaubst, dich vollkommen damit zu beschäftigen, wirst du beginnen, deinen Geist zu leeren. Und dies erzeugt in dir ein Gefühl der Ruhe und Erneuerung.

Wenn du ärgerlich oder verängstigt bist, ist diese Übung eine hervorragende Möglichkeit, um dich wieder zu beruhigen. Du kannst die Rosinenübung auch mit jeder anderen Frucht durchführen. Allerdings sind Rosinen deshalb sehr gut geeignet, weil sie so klein sind und viele interessante Eigenschaften haben.

Worauf wartest du noch? Probiere diese Übung doch einfach gleich aus und finde heraus, ob sie für dich funktioniert oder nicht!

Kornfield, J. (2012). Meditación para principiantes. Editorial Kairós.