Die Macht des Lobs

12. Januar 2016 en Emotionen 44 Geteilt

„Es gibt nichts Schöneres als das Lob der Weisen und Fähigen.“

Selma Lagerhof

Um diese Maxime zu ermöglichen, müssen wir zuerst einmal ehrlich sein. Es lohnt sich nicht, schmeichelnd und schleimend durchs Leben zu gehen, nur um einen guten Eindruck zu machen. Wenn dir der Rock deiner Freundin nicht gefällt, sag ihr nicht: „Wie schön, wo hast du den gekauft?“  Wenn du denkst, dass sich dein Freund auf der Arbeit mehr anstrengen sollte, sag ihm nicht: „Sie werden dich sicher bald befördern.“

Versuchen wir lieber, Dinge zu finden, die wir anderen sagen können, um sie glücklich zu machen, die wir auch wirklich so empfinden. Anstatt den Rock deiner Freundin zu loben, bedanke dich bei ihr zum Beispiel für ihre Freundschaft. Und anstatt deinem Freund zu sagen, dass er bald eine Beförderung bekommt, wäre es besser zu sagen: „Wie glücklich ich mich schätzen kann, dich an meiner Seite zu haben, wenn ich dich brauche.“

Mit solch einfachen Sätzen wirst du Menschen, die du liebst, den Tag versüßen. Und so sollte es sein!

Lob ist ein Werkzeug, das oft zur Verleitung, oder um jemanden zu überzeugen oder zu manipulieren, verwendet wird. Deshalb sollten wir sehr vorsichtig sein, was unsere eigene Verwendung, aber auch das Bekommen von Lob angeht.

Komplimente sorgen dafür, dass wir uns besser fühlen, und dass unser Selbstbewusstsein steigt:

„Wie Schön deine Frisur ist, Maria“ – „Johannes, ich muss sagen, dein Auto ist wirklich gut gepflegt“ – „Rosi, du bist die beste Köchin der Welt“ – „Tim, die Firma kann sich wirklich glücklich schätzen, einen Angestellten wie dich zu haben“ – Wie oft haben wir so etwas in der Art schon einmal gesagt und wie oft haben wir es dabei nicht wirklich gemeint, sondern nur so getan, um den anderen eine Freude zu machen?

Es ist wichtig, ein gesundes Mittelmaß zu finden zwischen dem Schweigen und dem Sprechen für andere. In diesem Fall dazwischen, kein Kompliment zu machen und „Blumen regnen zu lassen“, ohne das, was wir sagen, auch wirklich so zu meinen.

Ein moderat lobender Mensch zu sein wird dir in vielen Bereichen des Lebens von Nutzen sein, nicht nur wenn du ein Date hast (oder eines haben möchtest), oder um ein besseres Geschäft zu machen.

Mann Hand auf Schulter von Frau

Überredung mit Geschenken und Lob

Lob kann zwei Ziele verfolgen: den anderen zu erfreuen oder ihn zu überzeugen, etwas zu tun. Es ist erwiesen – wenn du es nicht glaubst, probiere es selbst aus -, dass uns diejenigen, die uns freundlich behandeln und nette Dinge zu uns sagen, mehr ansprechen, als diejenigen, die uns niemals loben, nicht einmal, wenn wir das schönste Kleid auf der Party tragen oder die höchste Verkaufszahl in der Firma erreicht haben.

Auf der anderen Seite gibt es eine Theorie, die besagt, dass eine Person, der wir etwas geben, ein Geschenk oder nette Worte, sich automatisch in unserer Schuld fühlt. Wie? Klar! Wenn du einem potentiellen Kunden zum Beispiel ein Kompliment zu seinem jungen Aussehen oder seiner Kleidung machst, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er kaufen wird, was du ihm anbietest.

Aber pass auf, dass du nicht über deine eigenen Worte stolperst. Wenn eine attraktive junge Frau in den Laden kommt, in dem du arbeitest, bringt es nichts, ihr gutes Aussehen zu deinen Gunsten zu nutzen. Konzentriere dich lieber auf ihren Stil, ihre Kleidung, ihren Geschmack. Alles andere wird einen gegenteiligen Effekt haben. Eventuell würde sie sogar wütend auf dich werden und natürlich nichts kaufen.

Jeder Mensch weiß, wie man lobt, wir machen es ständig. Das Geheimnis liegt darin, zu wissen, wann und wo es angemessen ist. Vergiss nicht, immer passende Worte zu verwenden. Zähle nicht zwei Stunden lang ein Lob nach dem anderen auf, alles, was dir alles an der anderen Person gefällt, sondern zeichne ein vollständiges Bild von der Person. So wirst du nur eine Minute brauchen, um einen positiven Eindruck beim Anderen zu erzeugen.

Beachte auch, wie derjenige ist, der das Lob bekommt, denn auch wenn wir annehmen, dass jeder gern Lob empfängt, gibt es Menschen, die sich unwohl fühlen, wenn sie ein Kompliment erhalten. Das heißt nicht, dass du es sein lassen solltest, sondern dass du dich auf die Art und die Gefühle der Person einstellen solltest.

Geschenk

Hinterlasse keine Schleimspur, aber spare auch nicht an Komplimenten. Sie stärken das Selbstbewusstsein desjenigen, der sie bekommt und sorgen für einen besseren Eindruck von dir. Da wir in einer Zeit leben, in der sich viele eher auf das Negative konzentrieren als auf das Positive, ist die Anerkennung der Leistung anderer ein rebellischer Akt.

Zu guter Letzt, pass gut auf, dass du die dünne Linie, die ein Kompliment oder Lob von einem Versuch der Manipulation oder Überzeugung trennt, nicht überschreitest. Begrenze von vornherein deine Absichten. Und öffne deine Augen, wenn dich jemand zu sehr lobt: Er könnte etwas von dir wollen!

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