Die Hypophyse – eine faszinierende Drüse

· 2. November 2018

Die Hypophyse ist kaum größer als eine Erbse, hat aber eine ganz besondere Bedeutung für den menschlichen Körper. Sie ist das zentrale Steuerorgan und zuständig für viele hormonelle Funktionen. Dabei regt sie bestimmte Drüsen wie beispielsweise die Schilddrüse oder die Nebenniere zu einer eigenständigen Hormonproduktion an.

Man kann durchaus sagen, dass alles an der Hypophyse faszinierend ist. Sie hängt wie ein Tropfen an der Unterseite des Gehirns und wiegt zwischen 500 und 700 Milligramm. Sie befindet sich etwa auf Höhe der Nasenwurzel in einer Knochenmulde. Diese bezeichnet man auch als Türkensattel.

Die Hypophyse mag zwar relativ klein sein, sie reguliert aber einen großen Teil der hormonellen Prozesse des menschlichen Körpers.

Ihre Relevanz ist unbestritten. Die Regulation der Körperfunktionen wird durch eine ständige Interaktion mit dem übergeordneten Hypothalamus und den untergeordneten Drüsen aufrechterhalten. Ihre Funktion ist nicht nur für die Wissenschaft wichtig, ihr wird auch eine große Bedeutung in spirituellen Angelegenheiten beigemessen. So wird sie als frontales Chakra oder drittes Auge bezeichnet. In ihr konzentrieren sich die Energie, Weisheit und der innere Frieden.

Abstrakte Darstellung dreier Menschen und deren Köpfe

Wozu dient die Hypophyse?

Die drei Wörter, mit denen man die Hypophyse am besten beschreiben kann, sind: Koordination, Balance und Harmonie. Dieses kleine Organ arbeitet perfekt mit dem Gehirn zusammen. Auch für die menschlichen Sinne ist es von Bedeutung. Was passiert beispielsweise, wenn man von seinem Vorgesetzten aufgefordert wird, einen Bericht abzugeben, der noch gar nicht fertig ist?

Nach dieser Aufforderung sendet der Thalamus ein Alarmsignal an die Hypophyse. Diese wird dann eine Kette von Prozessen veranlassen, um die betroffene Person zu motivieren und ihr Kraft zu geben. Auf diese Weise will sie ihr ermöglichen, die gestellte Aufgabe zu erfüllen und das gewünschte Ziel so schnell wie möglich zu erreichen.

Schon an diesem simplen Beispiel lässt sich erkennen, dass diese Drüse eine enge Beziehung zu den Emotionen einer Person hat. Der französische Philosoph Descartes bezeichnete sie, aufgrund ihrer zentralen Position im Gehirn, auch als den Sitz unserer Seele. Natürlich ist eine solche Behauptung wissenschaftlich nicht belegbar. Angesichts der großen Bedeutung, die Emotionen im Leben eines Menschen haben, sollte man ihre Transzendenz aber auch nicht unterschätzen.

Die zwei Teile der Hypophyse

Vielleicht hat man sich die Hypophyse bis jetzt als eine Drüse in Form einer Erbse vorgestellt. Tatsächlich besteht sie jedoch aus zwei spezifischen Lappen.

  • Adenohypophyse. Dies ist der Vorderlappen der Hypophyse; er bildet den sogenannten Rathke-Beutel. Seine Funktion besteht darin, verschiedene Hormone mit Hilfe von bestimmten Zellen abzusondern.
  • Neurohypophyse. Die Funktion der Neurohypophyse ist ebenso komplex und relevant wie die der anderen Hälfte. Sie reguliert die Freisetzung von Oxytocin, einem der wichtigsten Hormone des menschlichen Körpers. Ebenso ist sie verantwortlich für die Sekretion des antidiuretischen Hormons und des Hormons Vasopressin. 

Körperliche Eigenschaften im Zusammenhang mit der Hypophyse

Auf die Beziehung zwischen Hypophyse menschlichen Emotionen wurde bereits hingewiesen. Nun ist diese Drüse von Knochen umgeben, die ihr nur sehr begrenzt Platz lassen. Weiterhin ist die Hypophyse von diversen Nerven und Gefäße umzogen und es kommt manchmal vor, dass diese Strukturen Druck aufbauen, der zu Problemen führen kann. Auch Tumore werden regelmäßig in diesem Teil des Gehirns diagnostiziert.

Blutgefäß von innen

Störungen, die in Verbindung mit der Hypophyse auftreten, entstehen durch einen Überschuss oder ein Defizit an Hormonen. Im Falle einer Überproduktion können folgende Krankheiten entstehen:

  • Hypothyreose
  • Akromegalie (ein abnormales Wachstum der Akren, wie beispielsweise der Nase oder der Ohren)
  • Gigantismus
  • Morbus Cushing
  • Syndrom der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH), auch bekannt als Schwartz-Bartter-Syndrom

Bei einem Defizit treten gewöhnlich andere hormonelle Störungen auf, wie:

  • Hypothyreose
  • Minderwuchs und Störungen der sexuellen Entwicklung
  • Morbus Addison
  • Diabetes insipidus
  • Schwierigkeiten bei der Geburt und beim Stillen

Abschließend lässt sich sagen, dass die Hypophyse vielmehr als nur das zentrale Steuerorgan des menschlichen Körpers ist. Von vielen wird sie als die Königin der hormonellen Prozesse betrachtet und dies nicht ohne Grund: Schließlich reguliert sie das innere Gleichgewicht eines Menschen.