Die Geschichte vom Löwen und seinem Spiegelbild

· 1. April 2016

Es handelt sich um eine schöne Geschichte mit einer Moral, die dich lehrt, wie wir mit Problemen umgehen sollten. Sie lehrt dich, wie man den gefürchteten ersten Schritt macht, der erforderlich ist, um ein Problem anzugehen. Sicher warst du bereits einmal in einer Situation, in der ein Problem alles dominierte, sich alles nur noch um dieses Problem drehte, es dir einfach nicht mehr aus dem Kopf ging.

Die Geschichte vom Löwen und seinem Spiegelbild

Es war einmal ein Löwe, der in einer Wüste lebte, in der ständig starker Wind wehte. Deshalb war das Wasser in den Wasserlöchern, aus denen er normalerweise trank, niemals ruhig und glatt; der Wind kräuselte seine Oberfläche, und nichts spiegelte sich im Wasser.

Eines Tages wanderte der Löwe in einen Wald, wo er jagte und spielte, bis er sich ziemlich müde und durstig fühlte. Auf der Suche nach Wasser kam er zu einem Teich mit dem kühlsten, verlockendsten und angenehmsten Wasser, das man sich überhaupt vorstellen kann.

Löwen können – wie andere wilde Tiere auch – Wasser riechen, und der Geruch dieses Wassers war für ihn unwiderstehlich. Der Löwe näherte sich dem Teich und hielt seinen Kopf über das Wasser, um zu trinken. Plötzlich sah er jedoch sein eigenes Spiegelbild und dachte, dort sei ein anderer Löwe. „Oh je“,  sagte er zu sich, „das Wasser gehört wohl einem anderen Löwen, ich sollte vorsichtig sein.“

Er zog sich zurück, aber der Durst trieb ihn wieder zum Wasser. Und abermals sah er den Kopf eines furchterregenden Löwen, der ihn von der Wasseroberfläche her anstarrte. Dieses Mal hoffte der Löwe, er könne den „anderen Löwen“ verjagen und riss sein Maul auf, um furchterregend zu brüllen. Aber als er gerade seine Zähne fletschte, riss natürlich auch der andere Löwe sein Maul auf, und der gefährliche Anblick erschreckte unseren Löwen. Und immer wieder zog sich der Löwe zurück und näherte sich dem Teich. Und immer wieder machte er dieselbe Erfahrung.

Nachdem einige Zeit vergangen war, wurde er aber so durstig und verzweifelt, dass er zu sich selbst sagte: „Löwe hin, Löwe her, ich werde jetzt von diesem Wasser trinken.“  Und wahrlich, sobald er sein Gesicht in das Wasser tauchte, war der „andere Löwe“ auch schon verschwunden.

Angst, Besorgnis und Depression treten schnell auf, wenn es Probleme gibt. Es kommt dir so vor, als gäbe es nichts, was du tun könntest, um die Situation umzukehren und eine Lösung finden. Du fühlst dich gelähmt und weißt nicht weiter. Sicher kennst du dieses Gefühl.

Es ist wahr, dass es manchmal hilft, zu einem Problem Distanz aufzubauen. Bitte um Hilfe, auch wenn es eine Menge Überwindung kostet, diesen Schritt zu tun.

Einer der Schlüssel zum Lösen eines Problems besteht allerdings in der Regel darin, den ersten Schritt zu tun. Danach wird man sehen, wie man ein Problem am besten angeht. Falls du die erste Stufe einer Leiter nicht betrittst, wirst du nie ihr Ende erreichen. Aber es ist normal, Angst und Unsicherheit zu empfinden, wenn du siehst, was noch alles zu tun ist, um ein Problem zu lösen.

Daher ist es erforderlich, Möglichkeiten zu schaffen, und nicht darauf zu warten, bis die Lösung vom Himmel fällt. Vor allem ist es wichtig, alle Hürden oder psychologischen Hindernisse, die dich an einer Vorwärtsbewegung hindern, zu entfernen.

Du denkst immer wieder darüber nach, was das eigentliche Problem ist, ohne genau zu wissen, wie du damit umgehen sollst. Es ist normal, Angst zu empfinden, du willst der Situation entgehen und wünschst dir mit aller Kraft, dass sich die Dinge ändern und verbessern. Diese Angst ist jedoch ein großes Hindernis und macht die Sache nur noch schwerer.

Es scheint nicht schwer, dies zu tun, wenn man es liest oder hört, aber es ist gar nicht einfach, diesen Ratschlag in die Tat umzusetzen. Vielleicht ist es an der Zeit, ein wenig mehr Löwe zu werden und den Unterschied zwischen dem Versuch und der Entscheidung zu sehen. Wenn du nur versuchst, gerätst du schnell ins Wanken. Hast du zu viele Zweifel, besteht die Gefahr zu versagen. Etwas zu tun und die daraus resultierenden Veränderungen zu sehen, bedeutet jedoch, die Leiter eine Sprosse weiter nach oben zu besteigen.

Du entscheidest, wie du vorgehst. Bist du bereit, König der Wildnis zu werden?