Die Gefahren einer Beziehung über das Internet

19. Juli 2016 en Psychologie 0 Geteilt
Beziehung über das Internet - Chance oder Gefahr?

Viele Paare finden sich heutzutage über das Internet. Oftmals wird aus einer solchen Beziehung über das Internet dann eine lang anhaltende und gesunde Beziehung, doch leider gibt es auch unzählige Fälle, in denen sich eine Internetbeziehung als Betrug herausgestellt hat.

Die Gefahren einer Beziehung über das Internet sind unglücklicherweise alltäglich gegeben. Wir alle wissen, dass es viele Menschen gibt, die im Internet lügen, sich hinter ihrem Monitor verstecken und sich für jemand anderen ausgeben, nur ihre guten Seiten zeigen und ihre Schwächen verbergen.

Wenn wir jemandem von Angesicht zu Angesicht begegnen, sehen wir dagegen sowohl seine Stärken als auch seine Schwächen. Wenn uns jemand gefällt und wir uns mit ihm verbunden fühlen, dann aufgrund des Gefühls, dass es einen angemessenen Ausgleich zwischen seinen guten und schlechten Seiten gibt. Je weniger Schlechtes wir entdecken, desto größer ist das Gefallen und desto eher kommt das Gefühl von Verliebtheit auf. Doch je mehr Schwächen wir sehen, umso weniger empfinden wir für diesen Menschen, obwohl er uns dennoch sympathisch sein kann.

Die Beziehung über das Internet – Was passiert, wenn die physische Nähe fehlt?

Wenn der Bildschirm beide Partner miteinander verbindet, bleiben so unglaublich wichtige Dinge wie die Körpersprache auf der Strecke. Die Art, wir wir jemanden ansehen, sprechen, lachen und unser allgemeines Erscheinungsbild sind sehr bedeutend, denn es muss eine physische Anziehungskraft gegeben sein, wenn wir eine Beziehung aufbauen wollen. Der andere muss das gewisse Etwas haben, das in uns einen Schalter umlegt.

Natürlich sind wir uns einig darüber, dass sich niemand nur aufgrund der Äußerlichkeiten einer Person verliebt. Jemanden über das Internet kennenzulernen, ist trotzdem in Ordnung, wenn wir uns dabei im Klaren sind, dass ein wichtiger Aspekt der zwischenmenschlichen Beziehung über das Internet nur unzureichend angesprochen werden kann: dem Menschen von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, mit ihm zu interagieren. Nur wenn sich beide Facetten – die der Cyberwelt und der realen Welt – vereinen, können wir tatsächlich darüber urteilen, ob uns jemand zusagt.

Internetbeziehung

Wir alle kennen jemanden in unserem Bekanntenkreis, der davon erzählt hat, dass er in einen Menschen verliebt ist, den er noch nie gesehen hat. Doch das entspricht ganz und gar nicht der Realität. Diese Gefühle sind einzig und allein ein Produkt der Fantasie dieses Menschen, einer Fantasie, die sich von schönen und romantischen Textnachrichten, die auf dem Bildschirm erscheinen, nährt. Da er kein vollständiges Bild von dieser Person hat, erfindet sein Verstand eines, idealisiert die andere Person und kreiert den perfekten Partner, nach dem er sich sehnt.

Ihre Beziehung über das Internet hat vielen Menschen Probleme bereitet und sie fragen sich nun, wie es nur möglich ist, wegen etwas zu leiden, dass nicht real war. Leider gibt es auch viele Betrugsopfer, die auf die schönen Bilder einer Person hereingefallen sind, die in Wahrheit ganz anders ausgesehen hat, oder die auf Sensibilität und Verständnis hofften, die das geschriebene Wort versprach, doch in Wirklichkeit nicht vorhanden waren.

Deshalb ist es ratsam, sich nicht zu sehr auf Kontakte zu versteifen, die nur über das Internet geknüpft wurden, denn sobald die Realität ans Tageslicht kommt und wir versuchen, jemanden wirklich kennenzulernen, werden wir schneller wieder auf dem Boden der Tatsachen ankommen, als uns lieb ist.

Sind Gefühle, die durch Internetbeziehungen entstehen, intensiver?

Eine Beziehung von Bildschirm zu Bildschirm

Viele Menschen bestätigen, dass ihre Gefühle für jemanden, den sie aus dem Internet kennen, viel stärker sind als die für andere Personen, die sie tatsächlich kennen. Das kommt daher, dass konventionelle Beziehungen mit Realität gewürzt sind, da die Augen sehen, was es zu sehen gibt, und diese Tatsache lässt weniger Spielraum für unendliche Fantasien, wie es bei reinen Internetbeziehungen der Fall ist. Doch wenn unsere Augen die Realität nicht wahrnehmen können, beginnt der Verstand, sich etwas auszumalen und einen idealisierten Partner zu erschaffen, den wir gern treffen würden und der unser perfektes Gegenstück ist.

All das spielt sich unterbewusst ab. Somit spielt uns unser Verstand einen Streich und wir verlieren uns in einer Illusion, bis wir unglaublich starke Gefühle entwickeln, was uns besonders verletzlich macht.

Ich kenne Fälle, in denen Menschen sehr unter einer Internetbeziehung litten. Sobald sie verstanden hatten, was der Verstand mit einem anstellte, weil er nicht genügend Informationen zur Realität erhielt, konnten sie sich aber wieder sammeln und diese falschen Gefühle ausbremsen.

Mit jemandem über das Internet zu kommunizieren, ohne ihn jemals gesehen zu haben, lässt uns in eine Fantasiewelt eintreten. Die Menschen, die am anfälligsten für die Gefahren einer Beziehung über das Internet sind, sind tendenziell Träumer, die unzufrieden mit ihrem realen Leben sind.

5 Ratschläge, die du befolgen solltest, wenn du die große Liebe über das Internet finden willst

1. Vergiss niemals, dass deine Informationen über eine Person, die du über das Internet kennengelernt und niemals von Angesicht zu Angesicht gesehen hast, nicht vollständig sind, weil dein Verstand diesen Menschen idealisiert und eine surreale Vorstellung bezüglich seiner Person entstehen lässt.

2. Es ist ratsam, eine Beziehung nicht allein im Cyberspace existieren zu lassen. Es ist vollkommen legitim, jemanden über das geschriebene Wort kennenzulernen, doch das sollte sich nicht zu lange hinziehen. Die Kennenlernphase über den Bildschirm sollte immer das Ziel haben, sich persönlich näherzukommen.

3. Knüpfe keine Kontakte mit jemandem, der im Ausland lebt. Ich kenne so viele Fälle, in denen sich Menschen ineinander verliebt haben, sich aber nicht sehen können, weil sie in unterschiedlichen Ländern wohnen. So leiden sie dann unter einer Liebe, die nicht sein soll, weil jeder in seinem Heimatland sein eigenes Leben führt, dort seine Arbeit hat und es ihnen nicht möglich ist, den Wohnort zu wechseln. Sie fallen auf eine imaginäre platonische Liebe herein.

4. Fange niemals etwas mit einer verheirateten Person oder mit jemandem an, der in einer Beziehung lebt, auch wenn dieser jemand behauptet, dass die Beziehung bald beendet sein wird. Viele fallen auf diese Betrüger herein, die ihnen schöne Augen machen, obwohl sie noch einen Partner haben, es ihnen deshalb nicht gut geht und sie kurz vor der Trennung stehen. Doch in den meisten dieser Fälle versuchen sie den anderen nur überzeugen, damit sie ihre Partner betrügen können. Auf diese Weise lernen sie eine Unmenge an Menschen kennen. Wieso also eine Beziehung zu jemandem suchen, die von Anfang an kompliziert wäre?

5. Denke immer daran, dass man nie wirklich weiß, mit wem man da spricht. Wir alle können uns am Bildschirm nett, liebevoll, aufmerksam und nahezu perfekt geben, doch hinter diesem Profil im Partner-Portal kann sich jemand verbergen, der eine psychische Störung hat, sich daher in der realen Welt nicht binden kann oder versucht, ein für ihn angemessenes surreales Leben zu führen.

Die Gefahren einer Beziehung über Internet werden größer, wenn das wirkliche Leben nicht zufriedenstellend ist, weil wir uns dann auf die Suche nach etwas begeben, was wir in der Realität nicht finden können. Doch damit sollte man vorsichtig umgehen, denn so wie es auch ehrliche Menschen im Internet zu finden gibt, die die Suche wert sind, gibt es unglücklicherweise auch betrügerische, kranke und enttäuschende Personen.

Bildmaterial mit freundlicher Genehmigung von Alexander Kuznetsov und Jenavieve Marie

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