Von Cyber-Sex und Sexting: Ein gefährliches Spiel

· 30. November 2015

Die Ankunft des Internets hat unsere Leben verändert, das kann niemand bestreiten. Die Technologie ist bei jedem Schritt, den wir gehen, anwesend. Du könntest diesen Artikel gerade nicht lesen, wenn es kein Internet gäbe!

Die Netz-User par excellence sind die Menschen der jungen Generation, die den ganzen Tag über mit dem Internet verbunden sind, Fotos teilen, Kommentare in den sozialen Netzwerken posten, „Selfies“ machen und über WhatsApp chatten. Doch auch wenn sie in der Mehrheit sind, sind es nicht nur die Jugendlichen, die „immer online“ sein.

Das Internet liefert uns neue Formen der Kommunikation, des Kennenlernens, des Kontakthaltens. Das geht so weit, dass manche Paare sich nur dank des Internets gefunden haben. Aber was wir im Folgenden schildern wollen, geht noch weiter als das hier.

Vielleicht hast du noch nicht vom Begriff „Sexting“ gehört. Gut, wir erklären dir, was es bedeuten soll. Es entstand aus der Kombination zweier Wörter: Zum einen „Sex“ und zum anderen „Texting“ (also sich über das Handy Nachrichten schreiben). Sicherlich kannst du dir jetzt vorstellen, worum es sich bei diesem Phänomen handelt.

Es bedeutet allerdings nicht nur, sich Nachrichten zu schreiben, was zum „weniger schlimmen“ Teil dieser Angelegenheit gehören würde, sondern es beinhaltet auch die Weitergabe von erotischen oder sexuellen Fotos oder Aufnahmen.

Der Vorgang würde dann folgendermaßen aussehen: Die Person filmt sich mit ihrem Smartphone, Tablet oder Web Cam, während sie sich auszieht, mit ihren Haaren spielt, sinnliche Posen einnimmt, oder sich gar (was zu den schwerwiegendsten Dingen gehört) selbst befriedigt oder sexuelle Interaktion mit einer anderen Person hat. Später wird dieses Material verschickt oder jemand anderes schaut es sich live auf dem Computer oder Smartphone an.

Wenn auch für viele Menschen das Sexting eine lustige Sache ist, einfach um zu kokettieren oder um mit jemandem zu flirten, kann es auch andere, gefährlichere Folgen mit sich bringen, wie zum Beispiel, dass das Video an jemanden geschickt wird, den man nur über das Internet kennt, und der andere Absichten verfolgt, als sich nur die Zeit zu vertreiben.

Da es ein Trend unter Jugendlichen ist, wird diese Praktik nicht als etwas Gefährliches wahrgenommen. Die Mehrheit der Eltern wissen nicht, dass es so etwas gibt, geschweige denn, welche Gefahren es bergen kann. Die Jugendlichen wiederum sind sich in ihrem Alter nicht bewusst, was alles passieren kann und deshalb sind sie unvorsichtig.

So leicht man es auch als einfaches sinnnliches oder erotisches Spiel ansehen kann, ist Sexting doch mehr als nur ein heikles Video oder ein Foto an jemandem zu schicken. Diese Dateien können sich auf massive und unkontrollierbare Weise verbreiten und von tausenden Menschen gesehen werden, unabhängig davon, ob der ursprüngliche Absender sie kennt, oder nicht.

Sexting

Die folgenden Risiken sind die häufigsten beim „Sexting“:

1 – Verlust der Privatsphäre: Sobald das Material verschickt wurde, verliert man die Kontrolle darüber. Es kann in den Händen von irgendeiner Person landen.

2 – Psychische Störungen: Seine Intimsphäre einem oder mehreren anderen Menschen zu öffnen, kann Probleme wie Depression, Scham, Ausschluss aus dem Freundeskreis etc. nach sich ziehen.

3 – Cyberbulling: Das bedeutet, wenn zum Beispiel Mitschüler ein verführerisches Video oder Foto von jemandem sehen, können sie ihn vor allen anderen demütigen, das Material gegen die Person verwenden und negative Kommentare dazu abgeben.

4 – Erpressung: Das Material kann dazu missbraucht werden, die involvierte Person zu erpressen und sie zu verpflichten, bestimmte Dinge zu tun, damit ihre Eltern, Lehrer, Freunde etc. nicht davon erfahren.

Und es gibt noch weitere Risiken, da diejenigen, die das Sexting praktizieren, anfälliger dafür sind, in die Hände eines Psychopathen, eines Pädophilen oder eines Sexualstraftäters zu fallen. Eben darum sollte man sehr vorsichtig sein. Es ist nämlich kein einfaches Spiel, da stattdessen die körperliche und psychische Unversehrtheit des/der Jugendlichen auf dem Spiel steht.

Was kann man als Eltern tun? Auf den Gebrauch der elektronischen Geräte durch die Kinder achten, mit ihnen über die Gefahren reden, die ihre Haltungen und Aktionen bezüglich der Technologie mit sich bringen können, auf bestimmte Verhaltensänderung achten, die ein Problem aufzeigen können, über das sie nicht reden wollen, usw.

Und zum Schluss, Ratschläge an die Jugendlichen, die Sexting praktizieren: Denkt daran, dass nichts, was ihr im Internet veröffentlicht, privat bleibt. Sobald ihr einmal auf „Abschicken“ klickt, gibt es keinen Weg mehr zurück.

Sexting ist an sich keine schädliche Sache, es sind die diversen Faktoren drumherum, die gefährlich sein können. Es ist wichtig, vorsichtig zu sein. Wie sagt man immer? – „Vorbeugen ist besser als Heilen.“