4 Lehren zur Förderung der kindlichen Selbsterkenntnis

18. November 2015 en Psychologie 0 Geteilt

„Von allen Kenntnissen ist die kenntnisreichste und nützlichste die Kenntnis unserer selbst.“ 

William Shakespeare

Unseren Kindern zu helfen sich selbst kennenzulernen, ihre Gefühle zu verstehen und wert auf ihre Einstellung zu legen, ist der Schlüssel zur psychischen Gesundheit während ihres gesamten Lebens.

Die Selbsterkenntnis ist der Schlüssel, der die Tür zur emotionalen Fülle öffnet. Sobald wir uns diese Fähigkeit einmal angeeignet haben, können wir uns sicher sein, dass wir immer einen Weg finden werden, unsere Gefühle zu unserem Nutzen zu regulieren.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass wir diesen Aspekt bei unseren Kindern fördern, damit sie gesund und glücklich aufwachsen. Im Folgenden werden wir euch 4 Lehren vorstellen, die uns helfen werden, die Selbsterkenntnis unserer Kinder zu fördern: 

1. Eine Person ist nicht das, was Andere von ihr denken

Zu glauben, dass wir das sind, was Andere von uns denken, ist sowohl in kindlichen Denkweisen aber natürlich auch unter Erwachsenen, ein häufiger Fehler. Tatsächlich versehen Kinder in einem gewissen Alter fast alles mit einem Etikett, Personen eingenommen.

Prinzipiell können diese Klassifikationen ein wertvolles Reservoir darstellen, um mit der Welt in Verbindung zu treten. Allerdings gehen sie nicht spurlos an der Erkundung unserer eigenen Identität vorbei und wir fangen an zu glauben, dass wir im Grunde der Große, der Dicke, der Schöne oder der Intelligente sind.

Kind Gedankenwelt

Dies definiert eine Person natürlich nicht, aber sie wird ihr Verhalten und ihre Denkweise den Etiketten und Erwartungen Anderer unterwerfen, was dieses lange Zeit bestimmen wird.

Kinder müssen verstehen, dass andere, genauso wie sie selbst, ein sehr vielfältiges Innenleben aufweisen.

Wenn ein Kind versteht, dass sein Klassenkamerad nicht nur „am besten Fußball spielt“, sondern auch denkt, fühlt, lacht und weint, ist die Hälfte des Weges zum Verständnis, dass wir alle eigenständige Welten sind, schon beschritten.

2. Wir dürfen uns nicht von unseren Gefühlen leiten lassen

„Andere gut zu kennen ist schlau, aber sich selbst zu kennen bedeutet Weisheit.“

Albert Einstein

Kinder müssen verstehen, dass ein Gefühl (zum Beispiel Verärgerung), bevor es sich stark äußert, uns bereits unzählige Warnungen gesendet und sich subtil bereits auf verschiedenen Ebenen angedeutet hat.

Um dies einem Kind zu erklären, können wir die Metapher eines Kochrezeptes verwenden. Dabei geht es darum, dass das Kind über den Geschmack seiner Gefühle nachdenkt und so Schritt für Schritt jede einzelne Zutat erkennt. Das Spiel lässt sich auf zweifache Weise beginnen. Das heißt, wir können beim fertigen Gericht oder schon vor dem Kochen anfangen und so jede einzelne Zutat oder Nuance identifizieren.

3. Was uns ausmacht sind nicht Vorsätze, sondern unser Verhalten

Es passiert sehr häufig, dass man Kindern die wunderschöne Frage stellt: „Was willst du einmal werden, wenn du groß bist?“  Darauf antworten sie: Arzt, Krankenschwester, Friseur, Schneider. Daraufhin fragen viele, warum sie das werden möchten und damit hört es auf.

Letztlich wird das „…werden, wenn ich groß bin…“  für die Kinder zu einem Spiel. Aber ist es das, was sie ausmacht? Sicherlich nicht. Dies ist nur ein Beispiel, aber Kinder müssen lernen, dass wir das sind, was wir erreichen und nicht das, was wir erreichen wollen, und dass wir unsere Identität ständig und stetig pflegen müssen. 

Deshalb müssen Kinder verstehen, dass es ihre Identitätssuche und ihr Verhalten sind, die ihre Zukunft bestimmen, und nicht ihre Erwartungen und Sehnsüchte. Sie müssen geistig ihre Möglichkeiten und den Weg, den sie gehen möchten, erkunden können, wobei sie ein proaktives und unabhängiges Verhalten in Bezug auf ihre Zukunft entwickeln werden. Dies wird ihnen helfen, sich selbst nicht auszubremsen.

4. Es ist wichtig, sich täglich Momente nur für sich selbst einzuräumen

„Betrachten ist mehr als nur schauen. Betrachten besteht aus dem Erkennen von Details. Um eine Blume richtig wahrzunehmen, muss man sie mit einer Lupe von Innen betrachten.“

Alain (französischer Philosoph und Essayist)

Seinen seelischen Zustand und seine Gedanken zu kennen wird dem Kind helfen, starke sozio-emotionale Kompetenzen zu entwickeln.

Nichtsdestoweniger ist es erforderlich, dass wir all unsere Zeit und Anstrengung in unsere Kinder stecken, damit sie diese Stufe der emotionalen Entwicklung erreichen. Zuallererst müssen wir verhindern, dass sie sich mit der Hast und den schlechten Gewohnheiten der gegenwärtigen erwachsenen Gesellschaft anstecken.

Wir müssen es ermöglichen und fördern, dass das Kind sich die alltägliche Gewohnheit aneignet, über das, was es getan hat, wie es sich gefühlt hat, was ihm gefallen hat und wie es dies erreicht hat, nachdenkt.

Wir müssen das Kind dafür einfach dazu einladen, beim Spiel des Nachdenkens über seinen Tag, seine Bedürfnisse und seinen Kummer mitzumachen. Eine gute Methode dies zu tun ist, einen Vergleich seines Geistes mit einer Denkmaschine herzustellen, damit es versteht, wie wichtig es ist, sich mit seinem Inneren auseinanderzusetzen.

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