Lerne, dein inneres Kind wiederzufinden

11. November 2015 en Psychologie 1523 Geteilt

Zu wachsen und erwachsen zu werden, bedeutet nicht nur, Jahre zu sammeln, eine Falte auf der Stirn zu entwickeln oder Dinge zu erreichen. Wachsen bedeutet, mit der Zeit zu reifen und dabei alles Gute in jeder Stufe des Lebens zu bewahren.

Es ist allerdings nicht immer einfach, in Harmonie und Glück zu reifen. Es gibt Tage, an denen unser erwachsenes Ich frustriert ist, voller ungelöster Konflikte, die uns gefangen nehmen und ertränken, die uns in schweigsame Kreaturen verwandeln, die diese tägliche Freude über Dinge verloren haben.

Wenn wir von unserem „inneren Kind“ sprechen, kann es sein, dass viele Menschen darüber lächeln, weil sie die Bedeutung nicht verstehen. Manchmal wird die Kindheit mit der Zeit der „blinden Unschuld“ verbunden, in der wir noch nicht richtig verstehen, wie unsere Welt und das Leben funktionieren. Dies erlaubt den Kindern einen gewissen Wahnsinn und Spontaneität, weil sie ganz es ganz einfach „noch nicht wissen“.

Trotzdem ist es möglich, dass sie viel mehr wissen als wir, und dass sie über Werte verfügen, die wir längst verloren haben. Man sagt außerdem, dass wir alle unser inneres Kind versteckt in uns tragen, dabei ist es genau dieses, das uns in Wirklichkeit erlaubt, ein Gleichgewicht zwischen dem vernünftigen Teil in uns und dem anderen freieren, reinen und fantasievollen Teil zu schaffen, der weiterhin Liebe fordert.

Die Stimme unseres inneren Kindes

Wir glauben es oder nicht, aber unser inneres Kind ist nicht weggegangen, um dem ernsten Erwachsenen, der du jetzt bist, Platz zu lassen. Das Kind ist noch in dir, obwohl es meistens versteckt und unterdrückt bleibt, weil wir es uns nicht erlauben können, es freizulassen.

Das innere Kind fordert Dinge, denen wir nicht immer zuhören können:

  • Es bittet dich, dass du Dinge nicht so wichtig nimmst, dass du Probleme relativierst, dass du diesen Panzer aus Traurigkeit ablegst und dass du ein glückliches Gesicht machst, das frei in die Welt hinausgehen kann.
  • Dein inneres Kind bittet dich, dass du es liebst und du dich darum kümmerst. Es fordert Liebe, und dass du in der Lage bist, Liebe zu geben. Es will umarmt, verwöhnt und umsorgt werden und will zum Zentrum deines Lebens werden. Kommt dir das bekannt vor? Das ist das Selbstwertgefühl.
  • Manchmal bittet es dich auch, dass du nicht so anspruchsvoll mit dir selbst sein sollst, dass du dich entspannst und dich auf die einfachen Dinge um dich herum konzentrierst, dass du das Einfache und die Freuden im Leben wertschätzt, es bittet dich, dass du spielst und experimentierst. Es fordert vor allem, dass du nicht deine Freude für das Leben und für dich verlierst. Es will, dass du spontan bist, und dass du „dich traust“.

Trotzdem gibt es auch einen lebenswichtigen Aspekt, den wir nicht einfach übergehen können. Es kann sein, dass deine Kindheit nicht wirklich glücklich war, dass du in deinem Inneren zu viele Wunden, Abgründe und Wehklagen trägst, und dass du es in Wirklichkeit niemals wirklich schaffen wirst, ein Kind zu sein.

Es kann sein, dass die Umstände dich gezwungen haben, mit Gewalt erwachsen zu werden, ohne diese Dimensionen, die uns ernähren, zu „genießen“: Die Liebe, Anerkenung, die emotionale Verbindung der Zuneigung, die Unterstützung…

All das sorgt dafür, dass wir mit Unsicherheiten aufwachsen, mit Misstrauen und mit diesen Ängsten, die uns dieses Kind überbringt; dieses Kind, das wir nie sein können, diese bemitleidenswerte Figur, die weiterhin in unserem Inneren wohnt. Was können wir in solchen Fällen tun? Das erklären wir dir im Folgenden.

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Uns wiederfinden und unser inneres Kind wiederherstellen

Man sagt, dass derjenige, der in der Schöpfung, in der Kunst lebt, wer mit dem Mindesten leben kann und wer ohne Grund Lächeln schenkt, niemals die Verbindung mit seinem inneren Kind gebrochen hat.

Es ist möglich, dass man solche Menschen als verrückt abstempelt, wegen ihrer Spontaneität und ihrer Exzentrik, nichtsdestotrotz (auch wenn wir es nicht glauben wollen) kann es eine bereichernde, wundheilende Erfahrung sein, die Nabelschnur zu unserem inneren Kind gesund und glücklich zu erhalten. Das wird auch unser Selbstbewusstsein stärken.

Wie können wir uns mit dem „inneren Kind“ verbinden und es wiederherstellen? Pass gut auf.

1. Stell dir dich selbst als Kind vor, nimm, wenn nötig, ein Foto von dir zu Hilfe. Dies ist eine einfache Übung, mit der wir versuchen, dich zum Nachdenken zu bringen. Ein Akt der Introspektion in dein früheres Ich, in dem sich immer das Kind, das du mal warst, versteckt.

2. Denk an das Bild und erinnere dich an irgendeinen Moment in deiner Erinnerung, an dem du 7 oder 8 Jahre alt warst. Was siehst du? Siehst du ein besänftigtes Wesen, etwas Lautes und Direktes?  Siehst du ein Kind, dass die Umarmungen mit den Eltern genießt? Behalte diese Liebe.

Siehst du vielleicht Trauer in der Vergangenheit, eine schmerzhafte Wunde?  Dann akzeptiere sie und vergib, du wirst dich danach freier fühlen. Du musst dieser Erinnerung Ruhe geben, ein Gleichgewicht, in dem kein Groll mehr ist, und das dich in Frieden leben lässt.

3. Arbeite weiter an deiner persönlichen Veranschaulichung und führe einen Dialog mit diesem Kind. Mit deinem kindlichen Ich. Du musst ein starkes Band mit ihm herstellen, frag es, was es jetzt braucht, um wieder glücklich zu sein, und warte seine Worte und seine Bitten ab.

Du musst es überzeugen, dass du ab jetzt besser auf es aufpassen wirst, dass du es mehr lieben wirst, dass du es umsorgen wirst, dass ihr zusammen mit neuen Freuden voranschreiten werdet, Probleme vergessen, lachen, reiner sein werdet und nicht mehr diese grundlegenden Bedürfnisse unterdrücken werdet.

Nimm es fest an die Hand und verlier es nicht wieder.

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