Die beste Therapie für eine dependente Persönlichkeitsstörung

9. August 2019
In diesem Artikel werden wir über die dependente Persönlichkeitsstörung (DP) sprechen und herausfinden, wie sie sich auswirkt und mit welcher Therapie sie geheilt werden kann.

In der kognitiven Therapie für eine dependente Persönlichkeitsstörung wird der Patient zunehmend autonom und ändert allmählich sein widersprüchliches Denken über seine eigene Autonomie und Fähigkeiten.

Was ist eine dependente Persönlichkeitsstörung?

Nach dem Diagnose- und Statistikhandbuch für psychische Störungen (DSM-5) besteht für eine Person mit abhängiger Persönlichkeitsstörung ein dominierender und übermäßiger Pflegebedarf.

Dies führt bei der betroffenen Person zu einem unterwürfigen Verhalten, einer übermäßigen Bindung und Trennungsangst. Die dependente Persönlichkeitsstörung beginnt in den frühen Stadien des Erwachsenenalters und kann in verschiedenen Zusammenhängen gesehen werden. In der Regel treten mindestens fünf der folgenden Symptome auf:

  • Es fällt ihnen schwer, tägliche Entscheidungen zu treffen, ohne auf den Rat und die Gewissheit anderer Menschen angewiesen zu sein.
  • Sie brauchen andere Personen, um die Verantwortung für die wichtigsten Bereiche ihres Lebens zu übernehmen.
  • Die Person hat Schwierigkeiten, ihre Uneinigkeit mit anderen auszudrücken, weil sie befürchtet, ihre Unterstützung oder Zustimmung zu verlieren.
  • Sie haben Schwierigkeiten, Projekte zu initiieren oder Dinge selbst zu tun. Dies ist auf mangelndes Vertrauen in das eigene Urteilsvermögen oder Können und nicht auf mangelnde Motivation oder Energie zurückzuführen.
  • Sie bemühen sich, Akzeptanz und Unterstützung von anderen zu erhalten, bis zu dem Punkt, dass sie freiwillig Dinge tun, die sie nicht wirklich tun möchten.
  • Betroffene fühlen sich oft unwohl oder hilflos, wenn sie alleine sind. Dies liegt an der unbegründeten Angst, nicht für sich selbst sorgen zu können.
  • Wenn eine enge Beziehung endet, suchen sie dringend eine andere Beziehung, um ordnungsgemäß betreut und unterstützt zu werden.
  • Sie haben eine unrealistische Sorge oder Angst, verlassen zu werden und auf sich selbst aufpassen zu müssen.

Eine schlechte Selbsteinschätzung

Eine Person mit dependenter Persönlichkeitsstörung hat eine schlechte Selbsteinschätzung, weil sie denkt, dass sie nicht das tun kann, was sie wirklich tun möchte. Die dependente Person glaubt, dass andere sie retten müssen, weil sie stärker sind als sie selbst. Außerdem glauben die Betroffenen ebenfalls, dass sie unzureichend oder hilflos sind.

Wenn man auf diese Weise über sich selbst denkt, besteht die normale Reaktion darin, nach anderen Menschen zu suchen, die die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen. Jemanden zu finden, der einen beschützt und pflegt, ist die perfekte Lösung, um sich in einer feindlichen und beängstigenden Welt unzulänglich oder schwach zu fühlen.

Die kognitive Therapie für die abhängige Persönlichkeitsstörung zielt darauf ab, die Intensität dieser Reaktion zu verringern, indem das Selbstkonzept des Patienten verbessert wird. Um dies zu erreichen, werden kognitive Techniken, wie die geführte Entdeckung und die sokratische Befragung, eingesetzt. Darüber hinaus werden Verhaltensexperimente und andere spezifischere Techniken angewendet.

Die soktratische Befragung ist eine Therapieform, die für eine dependente Persönlichkeitsstörung

Wie entwickelt sich eine dependente Persönlichkeitsstörung?

Diese Störung entwickelt sich wie viele andere auch: als eine Reaktion auf frühere Kindheits- und Jugenderfahrungen. Was dieser Störung zugrunde liegt, ist eine extreme Angst vor Einsamkeit. Dies liegt an der Überzeugung, dass sich die Person nicht vor den „Angriffen“ der Welt schützen kann.

Es sind oft Menschen, die in ihrer Kindheit einen gewissen Mangel an Nähe erfahren haben. So wachsen sie mit einer inneren Leere auf, die ein intensives Leiden erzeugt, das sie mit verschiedenen Menschen (normalerweise Partnern) zu lindern versuchen.

Es kann auch bei Adoptivkindern oder bei langjährig Kranken auftreten, die keine andere Wahl haben, als von anderen Menschen abhängig zu sein.

Wenn sich Menschen stark auf ihre Eltern verlassen und ihre Eltern sie übermäßig geschützt haben, ist es wahrscheinlich, dass sie eine abhängige Persönlichkeitsstörung entwickeln.

Im Allgemeinen ergänzen ihre Partner sie eher. Dies wiederum verstärkt nur das Bedürfnis nach Abhängigkeit und verringert ihre Motivation, eigenständig zu handeln. Ihre Partner sind Menschen, die mehr zu einem narzisstischen Verhalten tendieren. Sie neigen in der Regel dazu, anderen Menschen ihre eigenen Entscheidungen aufzuzwingen. Sie haben keine Bedenken, ihre Meinung zu äußern, auch wenn niemand danach fragt.

Daher muss sich die abhängige Person in ihrem täglichen Leben nicht anstrengen. Ihr Partner ist dafür verantwortlich, was sie essen, wie sie das Haus dekorieren und wie viele Kinder sie haben werden usw.

Kognitive Therapie für eine abhängige Persönlichkeitsstörung

Die kognitive Therapie für eine abhängige Persönlichkeitsstörung  versucht zunächst zu analysieren, welche kognitiven Verzerrungen bei diesen Patienten am häufigsten auftreten. Ihre Denkweise widerspricht der ganzen Idee von Unabhängigkeit grundlegend.

Menschen mit einer abhängigen Persönlichkeitsstörung neigen zu Überzeugungen wie:

  • „Ich kann nicht überleben, wenn sich niemand um mich kümmert.“
  • „Ich bin nicht in der Lage, mit den Ressourcen umzugehen, die ich habe oder die ich erwerben kann.“
  • „Unabhängigkeit bedeutet, ganz alleine zu leben.“

Ebenso manifestieren sie widersprüchliches Denken in Bezug auf ihre Fähigkeiten. Wenn man die Betroffenen bittet, etwas zu tun, denken sie normalerweise, dass sie dazu nicht in der Lage sind. Sie glauben ebenfalls, dass ihr Partner es weitaus besser kann als sie. Oder aber sie sagen sich, dass sie nicht gut sind und dass sie immer alles vermasseln.

Dem Patienent helfen, autonom zu werden

Dieses verzerrte Denken über die eigene Autonomie muss sich ändern. Experten müssen den Patienten daher helfen, sich schrittweise von allen Menschen zu trennen, auf die sie angewiesen sind. Gleichzeitig müssen sie sich auch von ihrem Therapeuten trennen.

Es ist ebenfalls wichtig, dass Begriffe wie „Abhängigkeit“ und „Autonomie“ zu Beginn der Therapie nicht verwendet werden. Der Grund dafür ist, dass Patienten normalerweise nicht erkennen, dass dies Teil ihres Problems ist.

Es ist für Patienten weitaus besser, dies im Verlauf der Therapie selbst zu erkennen. Auf diese Weise ist es viel wahrscheinlicher, dass sie diese Entdeckung letztendlich verbalisieren. Dies wird ihnen dann helfen, sich auf den Weg zur Besserung zu bringen.

Zu Beginn der Therapie muss eine gewisse Abhängigkeit bestehen. Der Grund dafür ist der, dass der Therapeut zunächst mehr als die Hälfte der Arbeit erledigen muss. Dieses Muster ändert sich jedoch während der Therapiesitzungen.

Sokratische Befragung

Bei dependenten Patienten ist die sokratische Befragung sehr wichtig, weil sie sicherstellt, dass der Patient eine aktive Rolle spielt. Es ist für die Therapie nicht hilfreich, wenn der Therapeut dem Patienten erklärt, warum sich der Betroffene auf die eine oder andere Weise fühlt oder wie er handeln und reagieren sollte. Denn wenn wir auf diese Weise vorgehen, verstärken wir einfach die Abhängigkeit, die wir behandeln wollen.

Der Patient ist derjenige, der nach und nach Material für die Therapiesitzungen zur Verfügung stellt. Er entscheidet, welche Themen angesprochen und besprochen werden. Durch die verschiedenen Fragen zieht er seine eigenen Schlussfolgerungen.

Der Therapeut muss vorsichtig sein und darf nicht versucht sein, als Retter des Patienten aufzutreten. Die Therapie mit solchen Patienten ist manchmal langsam und frustrierend. Sehr oft besteht die Versuchung, den Patienten zu „retten“ und ihm zu sagen, was er zu tun hat. Dieses Vorgehen würde jedoch mehr schaden als nützen.

Professionelle Grenzen setzen

Es ist entscheidend, berufliche Grenzen zu setzen. Denn es ist nicht ungewöhnlich, abhängige Patienten zu finden, die sich sogar in ihren Therapeuten verliebt haben. Daher muss von Anfang an klargestellt werden, dass es keine Möglichkeit gibt, die Grenzen des therapeutischen Rahmens zu überschreiten.

Es ist eine übliche Technik, den Patienten dazu zu bringen, die Themen, die er in den Therapiesitzungen diskutieren möchte, in ein Tagebuch zu schreiben. Eine weitere nützliche Technik besteht darin, dass der Patient bestimmte Nachweise über seine persönlichen Fähigkeiten und Leistungen führt.

Für letztere ist es nützlich, sich allmählich Situationen auszusetzen, die der Patient zuvor vermieden hat – Situationen, von denen er glaubte, dass er sie nicht ertragen wird. Es ist eine gute Idee für die abhängige Person, eine Hierarchie der Entscheidungsfindung zu erarbeiten. Der Betroffene schreibt dabei  alle Arten von Entscheidungen auf, die er treffen muss.

Rehm’s Therapie der Selbstkontrolle für die dependente Persönlichkeitsstörung

Schließlich hat sich die Selbstkontrolle von Rehm als wirksame Therapie für die abhängige Persönlichkeitsstörung erwiesen. Diese Therapie trainiert die Person, sich selbst zu beobachten, zu bewerten, realistische Ziele festzulegen und sich zu stärken.

Dies ist sehr wichtig, da übermäßig abhängige Menschen tendenziell zu hohe Standards setzen und auch unterschätzen, wie sie diese erreichen können. Die Therapie der Selbstkontrolle kann ihnen in diesem Bereich daher erheblich zugute kommen.

  • Beck, A., Freeman, A., Davis, D. Terapia cognitiva de los trastornos de personalidad. Paidós. 2º edición (2015)
  • American Psychiatric Association (APA) (2014). Manual de Diagnóstico y Estadísitico de los Trastornos Mentales, DSM5. Editorial Médica Panamericana. Madrid