Die außergewöhnliche Geschichte von Sōichirō Honda

· 27. November 2018

Vielleicht hast du noch nie von Sōichirō Honda gehört. Doch es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die noch nie von der Marke „Honda“ gehört haben. Sōichirō ist der Gründer dieses sehr berühmten Unternehmens. Abgesehen von seiner Arbeit als Geschäftsmann, ist sein privates Leben eine einzige erstaunliche Geschichte des Kampfes und der Überwindung der Not.

Sōichirō Honda wurde in einer sehr bescheidenen Familie in der kleinen japanischen Provinz Hamamatsu geboren. Das zwanzigste Jahrhundert hatte gerade erst begonnen. Als er noch sehr jung war, kam zum ersten Mal ein Auto in seine Stadt. Es war ein Ford. Dieser Anblick faszinierte Sōichirō. Es war unglaublich für ihn, zu sehen, was diese riesige Maschine leisten konnte. An diesem Tag begann er, davon zu träumen, ein eigenes Auto zu bauen.

„Es gibt ein japanisches Sprichwort, das im wahrsten Sinne des Wortes lautet: ,Erhebe das Segel mit deiner stärkeren Hand‘, was bedeutet, dass du nach jenen Möglichkeiten im Leben suchen musst, auf die du am besten vorbereitet bist.“

Sōichirō Honda

Im Alter von 15 Jahren zog Sōichirō nach Tokio und bekam einen Job in einer Fabrik. Er kam gut mit seinem Chef zurecht und zeigte vom ersten Tag an eine große Leidenschaft für seine Arbeit. Eines Tages schlug der Werksleiter vor, dass Sōichirō einige herumliegende Flugzeugteile einsammeln sollte – um daraus ein Rennauto zu bauen.

Sōichirō Honda auf einem Motorrad

Die Anfänge der Legende um Sōichirō Honda

Ein Auto zu bauen war schon immer der Traum von Sōichirō. Genau deshalb zögerte er keine Sekunde, als sein Chef diese Idee hatte. Mit industriellen Techniken und handwerklichem Geschick gelang es ihm, sein erstes Modell zu entwerfen. Dazu hatte er nicht nur bereits fertige Komponenten verbaut, sondern auch viele Teile selbst hergestellt. Er formte beispielsweise die Speichen in den hölzernen Rädern mit seinen eigenen Händen.

So entstand das Curtiss-Modell. Es war ein außergewöhnliches Auto, welches sie sofort in ein Rennen schickten. Dann, im Jahr 1924, gewann es tatsächlich die japanische Meisterschaft! Zu dieser Zeit war Sōichirō erst 18 Jahre alt.

Er glänzte nicht nur als leidenschaftlicher, ausdauernder Mechaniker. Er wurde auch zu einem Rennfahrer. Dies ist ein weiterer Punkt, an dem er sich wirklich von der Masse abhob. Sōichirō schaffte es, einen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen, indem er sein Auto bis auf 120 km/h beschleunigte, und dieser Rekord bestand in Japan für zwanzig Jahre.

Ein Weg der Ausdauer

Als Sōichirō 21 Jahre alt war, beschloss er, in seine Heimatstadt zurückzukehren. Er hatte sechs Jahre als Fabrikarbeiter gearbeitet und war bereit, den nächsten Schritt zu gehen. Im nächsten Jahr gründete er seine eigene Firma: „Toukai Precision Machine Company“. Die Hauptaufgabe des Unternehmens bestand darin, Autoteile zu produzieren, insbesondere Kolbenringe.

Allerdings zeigte die Zeit, dass das keine einfache, und vor allem keine einträgliche Aufgabe war. Dennoch beharrte Sōichirō auf seinen Plänen und schaffte es, seine Ware in ausgezeichneter Qualität herzustellen. Sie war so gut, dass die Autofirma Toyota sein bester Kunde wurde. Es war der Handel mit dieser Marke, der Hondas Firma viele Jahre lang über Wasser hielt.

Als er jünger war, hasste Sōichirō das Lernen. Er pflegte zu sagen, wenn Wissen allein Kreativität hervorrufen würde, wären wohl alle Lehrer dieser Welt Erfinder. Mit den Jahren fing er jedoch an, Bildung als eine Möglichkeit zu betrachten, zu wachsen. Also entschied er sich dafür, die Hamamatsu Technical School zu besuchen. Doch diese Schule setzte ihn bald vor die Tür. Denn er weigerte sich, zu einer Prüfung zu erscheinen, weil er diese für sinnlos hielt.

Sōichirō Honda vor seinem Team

Ein Überlebender

Sōichirō erlebte beide Weltkriege als auch die militärischen Konflikte zwischen China und Japan. Der Zweite Weltkriegs hatte sein Land völlig zerstört und demoralisiert. Sōichirō hatte aufgrund all der Bombenangriffe alles verloren, was er sich bis dahin aufgebaut hatte.

Aber dann entschied er sich, ein Jahr freizunehmen. Er errichtete eine Whiskybrennerei in seinem Haus und während des ganzen Jahres tat er nichts anderes, als Alkohol für sich und seine Freunde zu destillieren. Er nutzte die Zeit auch, um sich seine nächsten Schritte zu überlegen, jetzt, da er vor dem Nichts stand. Seine Pläne müssen sehr klug gewesen sein, denn nach diesem Jahr begann seine steile Karriere erst richtig.

Sōichirō Honda

Im Jahr 1946 gründete Sōichirō ein neues Unternehmen namens „Honda Technical Research Institute“. In Japan gab es damals keine großen Fahrzeugflotten und deshalb beschloss er, sich auf die Herstellung von Motorrädern zu konzentrieren, die billiger waren und unter diesen neuen Umständen besonders nützlich sein könnten. Damit hatte er die richtige Wahl getroffen. Er schaffte es, eine Lichtmaschine zu konstruieren, die viel weniger laut war als die Produkte der Konkurrenz. Diese brachte ihm den ersten großen Erfolg ein.

Im Jahr 1973 hörte Sōichirō auf, in seiner eigenen Firma zu arbeiten. Er schuf die „Honda Foundation„, die sich dem Umweltschutz verschrieben hat. Von diesem Jahr an widmete er sich mit aller Kraft und Hingabe dieser Aufgabe. Sōichirō starb im August 1991, aber nicht bevor ihm die Anerkennung als einer der größten Motorradhersteller der Welt zuteil wurde.