Die Angst vor dem Älterwerden

22. Oktober 2016 en Emotionen 88 Geteilt

Woody Allen, mit seinem ungewöhnlichen Humor und seiner unvergleichlichen Intelligenz, sagte einmal: „Das Leben ist eine sexuell übertragbare Krankheit und die Sterblichkeitsrate beträgt einhundert Prozent.“  Dieses Zitat gibt uns eine sehr reale Idee davon, was es bedeutet, älter zu werden, und wie unnatürlich es ist, dagegen anzukämpfen, dass die Zeit verstreicht.

In den letzten Jahren hat die plastische Chirurgie an Beliebtheit gewonnen, mit der die Menschen versuchen, ihre Falten zu verstecken. Aber was, wenn wir uns selbst einfach so akzeptieren, wie wir sind, und den Moment genießen, statt so viel darüber nachzudenken, wie wir aussehen?

Natürlich müssen wir auf uns selbst achtgeben, gesund essen, Sport treiben. Doch wir haben Schauspieler und Schauspielerinnen gesehen, die ihre Gesichter so sehr verändern, dass sie wie eine komplett andere Person aussehen. Sie haben ihre Identität vollkommen verloren. Warum haben wir so viel Angst davor, älter zu werden?

„Nichts macht schneller alt, als der immer vorschwebende Gedanke, dass man älter wird.“

Georg Christoph Lichtenberg

Es wird die Zeit kommen, wenn wir die Straßen entlanglaufen, ein Teenager uns etwas fragt und uns dabei „Herr“ oder „Frau“ nennt. Von einer Sekunde auf die andere verändert sich alles, weil wir uns bewusst werden, dass die Zeit vergeht. Wir sind nicht mehr die jungen Menschen, die wir dachten zu sein, obwohl wir uns unseren jugendlichen Geist erhalten haben.

Geraskophobie: Die Angst vor dem Älterwerden

Eine Phobie ist eine irrationale Angst, die sogar dazu führen kann, dass unsere Lebensqualität abnimmt, weil wir entsprechende Symptome erfahren. Menschen, die an Geraskophobie leiden, haben Angst vor dem Älterwerden und leben in der Angst vor dem Schaden, den sie durch das Vergehen der Zeit erleiden.

Das geschieht, weil das Alter in vielen Fällen mit negativen Aspekten wie Krankheiten, dem Verlust der Mobilität, der Veränderung des Aussehens, Falten in unserem Gesicht und im Allgemeinen, die Verschlechterung unserer Gesundheit assoziiert wird.

Geraskophobie setzt oft im Alter von etwa dreißig Jahren ein, wenn die ersten Zeichen des Alters sichtbar werden. Wir können verschiedene Gründe dieser irrationalen Angst vor dem Älterwerden anführen:

  • Dazu gehören zum Beispiel, dass man das Alter nur mit negativen Aspekten verknüpft und dabei vergisst, was man gelernt hat und welche Weisheit man mit der Zeit errungen hat.
  • Ein anderer Grund für diese Angst kann das Bild sein, dass die Medien uns geben, oder die Wertvorstellung, die unsere Kultur der Jugend zuschreibt.
  • Und einer der wichtigsten Gründe könnte die Angst davor sein, während der letzten Jahre unseres Lebens allein und hilflos zu sein.

Gründe dafür, keine Angst vor dem Verstreichen der Zeit zu haben

Es gibt keinen Zweifel daran, dass die Zeit uns Erfahrung und Wissen verleiht, das auf keine andere Art und Weise erlangt werden kann. Wir reden von den positiven Elementen, die es verdienen, für ihren enormen Wert anerkannt zu werden, und die genau das sind, was wir wertschätzen müssen, wenn wir älter werden.

Im Folgenden geben wir dir ein paar gute Gründe dafür, vor dem Älterwerden keine Angst zu haben.

Der Wert der Weisheit

Wenn wir älter werden, sammeln wir Erfahrungen und Fähigkeiten, die es uns erlauben, mit den Höhen und Tiefen des Lebens anders umzugehen. Die Weisheit, die wir über die Zeit erlangen, erlaubt es uns, Entscheidungen zu treffen, Ängste anzunehmen und im Angesicht komplizierter Situationen ruhig zu bleiben.

„Feigheit macht uns älter als die Zeit. Jahre zerknittern nur die Haut, aber Angst zerknittert die Seele.“

Facundo Cabral

Wissen, wer du bist

Mit der Erfahrung, die wir im Laufe unseres Lebens machen, lernen wir, wer wir sind und wie wir mit unseren Schwächen und unseren Stärken umgehen. Wir lernen, authentischer zu sein, weil wir die Angst davor, was andere sagen und denken, hinter uns lassen. Sich selbst sehr gut zu kennen ist eine der kompliziertesten Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, aber es ist auch eine der Aufgaben, die uns am meisten zufrieden stellt.

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Sich wohl fühlen

Wenn wir jung sind, machen wir uns viele Gedanken über unser Aussehen, darüber, was wir sagen und was wir tun. Aber wenn die Zeit vergeht, lernen wir, uns selbst zu lieben und wertzuschätzen und mit uns selbst in Frieden zu leben. Unser Selbstwertgefühl wird stärker und wir respektieren und selbst. Das führt letztendlich dazu, dass wir uns wohl fühlen.

„Sich selbst zu kennen ist die größte Weisheit, die es gibt.“

Galileo Galilei

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