Die 7 interessantesten und merkwürdigsten Phobien

· 28. Mai 2018

Phobien werden als eine intensive und irrationale Angst vor einer Person, einem Objekt oder einer Situation definiert. Vor etwas, das vermutlich nur eine kleine oder gar keine Bedrohung darstellt. Das Wort stammt vom griechischen Begriff „Phobos“, welches „Furcht“ bedeutet. In der griechischen Mythologie war Phobos der Sohn von Ares, dem Gott des Krieges, und von Aphrodite, der Göttin der Liebe. Phobos personifizierte die Angst. Alexander der Große betete vor jedem Kampf zu Phobos, um sein Herz von der Angst zu befreien.

Sigmund Freud studierte Phobien sehr ausführlich. Er stellte fest, dass sie für gewöhnlich während der Kindheit entwickelt werden. Aber auch, dass sich in ihnen eine bedeutungsvolle Kette von Ereignissen auswirke. Zunächst mache der Mensch eine traumatische Erfahrung, die so stark und schmerzhaft sei, dass er das Leid, welches durch dieses Trauma hervorgerufen wurde, durch ein Objekt, eine Situation, oder Person ersetzen müsse. In der Wahl des Ersatzes werde er von seiner Erfahrung geleitet.

„Die Angst ist immer dazu bereit, die Dinge noch schlimmer zu sehen, als sie sind.“

Titus Livius

Das heißt, Menschen mit Phobien haben eigentlich keine Angst vor dem Ersatzobjekt, der Person oder der Situation – wovor sie wirklich Angst haben, ist die traumatische Erfahrung, die sie mit diesem Objekt, dieser Situation oder Person willkürlich assoziiert haben.

Aus einer psychologischen Perspektive sind Phobien Angststörungen. Der Betroffene kann intensive Panikattacken erleben, wenn er dem Objekt seiner Angst ausgesetzt ist. Das mag absurd erscheinen, doch so funktionieren Phobien. Aus der Sicht des Gesunden sind sie nicht nachvollziehbar. Und noch weniger nachvollziehbar sind wohl diese interessanten und merkwürdigen Phobien, die wir nun vorstellen.

Chrometophobie

Es ist schwer zu verstehen, wie jemand heutzutage Angst vor Geld haben kann, doch diese Phobie gibt es. Sie wird Chrometophobie genannt. Manche Betroffene haben Angst davor, Geld zu berühren. Sie sehen es nämlich als schmutzig, voller Bakterien und als einen Erzeuger des Bösen an.

Geldscheine, die ein Gehirn darstellen

In anderen Fällen wird das Geld unbewusst abgelehnt. Aus diesem Grund führen die betroffenen Personen Handlungen durch, um es zu verlieren oder gar nicht erst zu verdienen. Und das, ohne es überhaupt zu merken. Das passiert Menschen, die zum Beispiel ständig ihr Portemonnaie verlieren. Oder denen, die in „albernes Zeug“ investieren, für das sich niemand ernsthaft interessieren kann.

Cathisophobie

Auch wenn es schwer zu glauben ist, haben einige Menschen Angst davor, sich hinzusetzen. Diese Angst wird Cathisophobie genannt. Die Betroffenen schwitzen, zittern und bekommen kaum Luft, sobald sie einen Stuhl sehen, auf den sie sich setzen sollen. Manchmal ist es ein spezieller Stuhl, der das Panikgefühl auslöst.

Warum würde jemand eine solche Phobie entwickeln? Sie ist eine Erscheinungsform von posttraumatischem Stress. Hinter dieser Angst steckt ein entsprechendes Trauma, zum Beispiel die Bestrafung eines Kindes, indem es dazu gezwungen wurde, lange Zeit oder unter schrecklichen Bedingungen zu sitzen. Oder eine Episode der Folter oder eines tiefgründigen Schmerzes, während man auf einem Stuhl saß.

Hexakosioihexekontahexaphobie

Dies ist wahrlich eine merkwürdige Phobie. Es ist die extreme Angst vor der Zahl 666. Alles, was mit dieser Zahl assoziiert wird, verursacht beim Betroffenen eine schwer kontrollierbare Furcht. Diese ähnelt dem, was anderen Menschen mit der Zahl 13 widerfährt.

Zahl 666 in Flammen

Es ist bekannt, dass die Zahl 666 mit dem Antichrist assoziiert wird. Deshalb glauben viele Menschen, dass die Zahl Unglück bringe und uns vor Katastrophen oder Unglücken warne. Wenn Betroffene die Zahl auf einem Nummernschild oder auf der Rechnung in einem Restaurant sehen, geraten sie in Panik. Sie glauben, dass ihnen etwas Schlimmes widerfahren werde. Eines der bekanntesten Fälle ist der von Ronald Wilson Reagan, dessen Name ironischerweise aus drei Worten mit jeweils sechs Buchstaben besteht.

Coulrophobie

Während sie eine durchaus merkwürdige Phobie ist, ist sie gleichzeitig eine recht häufige. Wir sprechen von der Angst vor Clowns. Viele Kinder leiden daran. Und warum auch nicht? Clowns verkleiden und schminken sich nicht gerade unauffällig. Ihre großen Augen und übertriebenen Münder animieren viele Kind, wegzurennen. Deshalb werden sie oft als Protagonisten in Horrorfilmen eingesetzt.

Die Angst vor Clowns entspricht in erster Linie der Angst vor ihrem Aussehen, nicht vor ihrer Tätigkeit. Einige Eltern zwingen ihre Kinder dazu, Clowns zuzusehen und sich ihnen zu nähern, weil sie denken, dass ihre Angst unbegründet sei. Das Problem ist, dass diese direkte Konfrontation tatsächlich eine fortwährende Phobie auslösen kann – die Coulrophobie.

Clinophobie

Dies ist die Angst davor, ins Bett zu gehen. Sie ist eine der vielfältigsten Phobien, weil diese Angst aus mehreren verschiedenen Quellen entspringt. Kinder denken manchmal, dass sie im Schlaf sterben könnten, und wollen deshalb nicht ins Bett gehen oder in einem Bett schlafen. Seltsamerweise fühlen sie nicht dieselbe Furcht, wenn es darum geht, auf einem Stuhl oder einer Couch zu schlafen.

Bett im Himmel

Andere denken, dass sich etwas, wie ein Incubus, Succubus oder Dämon in der Dunkelheit oder unter den Decken verstecken könnte. Wieder andere sind ein wenig realistischer und haben das Gefühl, dass sie die Kontrolle über ihren Schließmuskels verlieren würden, sobald sie einschlafen.

Natürlich leidet derjenige, der an einer ernsthaften Clinophobie leidet, auch an einer Schlafstörung. Der Grund dafür ist die schlichte Tatsache, dass das Zubettgehen Angst auslöst.

Hippopotomonstrosesquippedaliophobie

Diese merkwürdige Phobie ist die Angst vor langen Wörtern. Aber auch die Angst vor merkwürdigen Wörtern. Es ist witzig, dass man für diese zwanghafte Angst ein Wort nutzt, das selbst so lang und seltsam ist. Wie kannst du um Hilfe bitten, wenn du Angst davor hast, den Namen deines Problems auszusprechen?

Die Wahrheit ist, dass die Angst nicht viel mit den Wörtern selbst zu tun hat. Die Angst bezieht sich darauf, nicht in der Lage zu sein, sie korrekt zu verstehen oder auszusprechen. Tief in uns beziehen wir uns eigentlich auf die Angst, uns lächerlich zu machen oder ins Abseits zu geraten. Offensichtlich assoziieren wir sie auch mit der Schüchternheit.

Ablutophobie

Man kann mit Sicherheit sagen, dass wir alle jemanden kennen, der Angst vor Schmutz hat. Betroffen sind die Menschen, die ihre Hände alle fünf Minuten waschen und sich vor allem ekeln, was dreckig oder voller Bakterien sein könnte. Nun, am anderen Ende des Spektrums stehen Menschen, die an der Abutophobie leiden. Dies ist das Gefühl der Panik gegenüber Wasser und Seife.

In den extremsten Fällen duschen sich diese Menschen monate- oder sogar jahrelang nicht. Sie haben das Gefühl, dass Seife und Wasser sie krankmachen könnten. Genau genommen glauben manche sogar, dass sie in der Dusche ertrinken könnten. Andere erfahren viel Angst, sobald ihre Haut nass oder feucht wird.

Hinter dieser Angst steckt für gewöhnlich eine traumatische Erfahrung, die mit dem Putzen oder der Sauberkeit assoziiert wird.

Krone aus Wassertropfen

Die Liste jeder bekannten Phobie ist ziemlich umfangreich. Einige Menschen haben Angst vor Nadeln, Spiegeln, Wolken, Bäumen. Einige merkwürdige Phobien kommen sehr häufig vor, andere treten ziemlich selten auf, wie diejenigen, die wir oben erwähnt haben. Und während dieses Thema ziemlich anekdotenhaft wirken mag, erfahren Betroffene in Wahrheit viel Leid.

Wir alle haben mindestens eine irrationale Angst. Sie hat keine Bedeutung, wenn sie unseren Alltag nicht einschränkt. Wenn die Angst aber zu einem Zwang wird, sie negative und bleibende Veränderungen in unserer Routine hervorruft, ist die Angelegenheit ernst zu nehmen. Die gute Nachricht ist, dass man praktisch jede Phobie mit der richtigen Behandlung überwinden kann.