Die 7 gesellschaftlichen Sünden nach Gandhi

26. August 2018 en Emotionen 0 Geteilt
Statue von Gandhi. Er definierte sieben gesellschaftliche Sünden.

Mahatma Gandhi definierte sieben gesellschaftliche Sünden – eine interessante Zusammenstellung jener Verhaltensweisen, die der Gesellschaft als Ganzes schweren Schaden zufügen. Dieser geistliche und politische Anführer war ein Verfechter der Überzeugung, dass die Moral eine überlegene Kraft sei. Aus diesem Grund wies er darauf hin, welche Faktoren zu beachten sind, die die Moral gesellschaftlich untergraben.

„Stärke kommt nicht von der körperlichen Leistungsfähigkeit. Sie kommt von einem unbezwingbaren Willen.“

Mahatma Gandhi

Moralische Kräfte sind eine Reihe von Werten. Dazu gehören religiöse, bürgerliche, familiäre und andere Tugenden. Sie alle bilden eine Ethik. Und diese Ethik ist die treibende Kraft der Kultur. Gesellschaftliche Sünden wiederum beziehen sich auf Verhalten, das der Ethik zuwiderläuft, auf Situationen, die die Gesellschaft schwächt.

Die folgenden sind die gesellschaftlichen Sünden, vor denen Gandhi gewarnt hat.

1. Politik ohne Prinzipien

Wenn wir über Politik sprechen, denken wir an Kanzler, Präsidenten, Abgeordnete. Es ist üblich, sie zu kritisieren und als korrupt zu bezeichnen. Auch nutzen wir diese Idee anscheinend als Vorwand, uns nicht an der Politik zu beteiligen.

Gruppe von Menschen

Wir vergessen jedoch, dass auch wir Teil dieses Regimes sind, das wir infrage stellen. Wenn sie aufrechterhalten wird, ist es uns zu verdanken, sei es durch Taten oder Unterlassungen. Wir alle engagieren uns in der Politik, als aktive oder passive Teilnehmer. Die Frage ist, ob unsere Beteiligung dazu beiträgt, Werte in der Politik zu schaffen oder nicht.

2. Geschäfte ohne Moral

Ehrgeiz ist ein weiterer Faktor, der manchmal in gesellschaftlichen Sünden resultiert. Wenn man nur an das eigene Wohlergehen denkt, entsteht meist die Vorstellung, dass dieses Gut jede Handlung rechtfertige. Der persönliche Erfolg entwickelte sich zum Vorwand für die schmutzigsten Aktionen.

Selbst Menschen, die als „gut“ angesehen werden können, enden im Glauben, dass „man doch praktisch handeln müsse“. Sie nennen diejenigen, die moralische Werte verfechten, Idealisten oder Träumer. Dieses Verhalten führt aber nur dazu, dass die Grenzen immer unklarer werden und eine Art „Gesetz des Dschungels“ angewandt wird.

3. Wohlergehen ohne Arbeit

Arbeit ist nicht nur ein Mittel, um ein Einkommen zu erzielen. Arbeiten und Verdienen ist auch ein Faktor, der uns Würde bereitet. Im Gegenteil, von der Arbeit anderer zu leben, verschlechtert unser Sein. Es macht uns zu sozialen Parasiten.

Menschen unter Zahnrädern, während ein Mann über sie hinwegläuft

Das Wohlergehen muss die Frucht der Anstrengung sein. In der Tat ist es das. Es ist üblich, dass, wer lebt, ohne nützlich zu sein, sich selten wirklich wohlfühlt. Das Gegenteil ist der Fall: Er wird unersättlich, nichts wird ihn zufriedenstellen, nichts ergibt Sinn.

4. Bildung ohne Charakter

Bildung ist ein integraler Prozess. Wenn sie nicht auf diese Weise verstanden wird, führt sie zu einer der gesellschaftlichen Sünden. Jemanden zu bilden bedeutet nicht, ihn zu unterweisen oder zu trainieren. Es erfüllt ihn auch nicht mit Wissen oder macht ihn zu einem Experten, als wäre er eine Maschine.

Wer für die Ausbildung eines Menschen verantwortlich ist, muss sich bewusst sein, dass er gegenüber den Prinzipien, die er vermittelt, standhaft sein muss. Inkonsequenz ist eine schreckliche Botschaft für jemanden in der Ausbildung.

5. Wissenschaft ohne Menschlichkeit

Obwohl die Wissenschaft im Prinzip der Menschheit dient, gibt es auch viele Fälle, in denen dies nicht der Fall ist. Zum Beispiel, wenn ungenaue, falsche oder gar erfundene Ergebnisse publiziert werden oder wenn Experimente und Untersuchungen durchgeführt werden, die unethisches Verhalten an Menschen und Tieren erfordert.

6. Genießen ohne Verantwortung

Das Streben nach Vergnügen ist absolut legitim. Jeder Mensch hat das Recht, das zu suchen, was seinen Sinnen und seinem Geist Freude bereitet. Die schlechte Nachricht ist, dass Vergnügen am Ende Schaden anrichtet, wenn es im Überfluss gesucht wird.

Gandhi blickte stoisch auf das Vergnügen. Er sah in der Mäßigung eine der großen Tugenden. Verantwortung im Angesicht des Genusses bedeutete für ihn, das Gleichgewicht im Angesicht dessen zu bewahren, was uns Freude bereitet. Lasst es uns nicht zu einem teuflischen Exzess werden, der am Ende andere Werte verdirbt.

7. Religion ohne Opfer

Obwohl Gandhi ausschließlich von Religion spricht, kann dieses Prinzip auf jede Art von „Glauben“ angewendet werden, ob religiös motiviert oder nicht. Wenn ein Glaube bekundet wird, verlangt er, dass das, was im Geist und im Herzen ist, in Taten umgesetzt wird.

Wenn Religion ohne Opfer zu den gesellschaftlichen Sünden gehört, dann deshalb, weil Überzeugungen ohne Fakten in hohem Maße ihren Wert verlieren. Glaubt man wirklich an etwas, muss man zuweilen bereit sein, anderes dafür aufzugeben.

Mahatma Gandhi

Dies sind also die sieben gesellschaftlichen Sünden, vor denen Gandhi gewarnt hat. Vor allem aber war sein Leben ein Beispiel für den Kampf gegen derart sündhaftes Verhalten. Und noch wichtiger als die Tatsache, dass er so vieles erreicht hat, ist, dass ihm das durch die Anwendung seiner Prinzipien und seiner moralische Stärke möglich war.

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