Die 7 besten Zitate von Lew Wygotski

5. April 2018

Lew Wygotski ist so etwas wie der Mozart der Entwicklungspsychologie und Pädagogik. Lew Semjonowitsch Wygostski lebte von 1896 bis 1934 im heutigen Weißrussland und war ein herausragender Psychologe und Arzt. Zudem war er ein Pionier in der Neuropsychologie und ein glänzender Theoretiker der Entwicklungspsychologie. Genau genommen können wir heute sagen, dass seine Beiträge zu den entsprechenden Forschungsgebieten einer Revolution glichen. Vor allem waren sie das im fruchtbaren Territorium, das von Psychologie und Bildung geformt wird. Viele von Wygotskis Arbeiten thematisierten:

  • Die Rolle der Sprache in der geistigen Entwicklung von Kindern.
  • Die Rolle der Sprache im menschlichen Verhalten.
  • Das Spielen als psychologisches Phänomen.
  • Lernbehinderungen und eine gestörte geistige Entwicklung.
  • Den Ursprung und die Entwicklung der übergeordneten geistigen Funktionen.
  • Die Methodologie der psychologischen Forschung.
  • Die Philosophie der Wissenschaft.
  • Die Psychologie der Kunst.

Die Dinge, die Wygotski mitgeteilt hatte, wurden sehr lange ignoriert. Trotzdem hörte er nie damit auf, seine Meinung zu vertreten und seine Hypothese zu verteidigen, dass die Kultur in der Entwicklung mentaler Prozesse eine sehr wichtige Rolle spiele.

Nachfolgend stellen wir die besten Zitate von Wygotski vor.

Die Wichtigkeit des gesellschaftlichen Zusammenspiels

„Das Miteinander ist der Ursprung und der Motor des Lernens.“

Der Weg, auf dem sich Gedanken und Verhalten entwickeln, verläuft nicht vom Individuellen zum Gesellschaftlichen. Stattdessen verläuft er vom Gesellschaftlichen zum Individuellen. Wygotski sagte, dass das Lernen ein Weg sei, um sich das vorhandene kulturelle Erbe anzueignen. Die persönliche Entwicklung sei nicht nur ein Prozess der individuellen Aufnahme.

Wygotski erklärte, dass das Lernen des Menschen darauf beruhe, dass er ein soziales Wesen sei. Das heißt, es ist ein Prozess, in dem Kinder das abrufen können, was in den Gehirnen anderer Menschen vorging und vorgeht.

Familie, die ein Picknick macht

Der Verzicht auf Nachahmung

„Während wir uns entwickeln, hören wir schlicht damit auf, das Verhalten anderer nachzuahmen. Oder wir hören auf, automatisch zu reagieren, wenn wir mit äußeren Reizen konfrontiert werden.“

Ein Kind saugt wie ein Schwamm aus seiner Umwelt auf, was ihm geboten wird. Auch wenn wir älter werden, imitieren und reagieren wir nach wie vor auf die Umwelt. Allerdings beziehen wir dabei vermehrt unsere Schemata und Werte ein.

Die Definition des Wissens

„Wissen ist das Ergebnis der Interaktion zwischen einem Individuum und seiner Umwelt, wobei man unter Wissen etwas Soziales und Kulturelles, und nicht nur etwas Physisches versteht.“

Alle übergeordneten psychische Prozesse, also Gedanken, Sprache und Kommunikation, erwerben wir zuerst in einem gesellschaftlichen Kontext. Später verinnerlichen wir sie auf einer individuellen Ebene. Im Wesentlichen gibt es keine bessere Lernweise, als diejenige, die Erfahrungen und ihre kritische Bewertung umfasst. Denn diese Lernweise erlaubt es uns, auf Nachahmung zu verzichten, Wissen zu erwerben und unabhängig zu werden.

Der Lehrer als Vermittler

„Der Lehrer sollte die Rolle des Vermittlers spielen, und nicht die einer Person, die Inhalt anbietet.“

Wygotski sagte, das Lernen sei wie ein Turm, den du Stück für Stück aufbauen müssest. Es sei sehr eng mit der proximalen Entwicklung, dem Sozialkonstruktivismus und dem Scaffolding verbunden. Ein Schüler gehe seinen eigenen Weg, und der Lehrer begleite ihn auf diesem. Was ein Kind heute nur mit Hilfe tun könne, könne es dann morgen selbstständig erledigen.

Kommunikation zweier Menschen

Der Wert des Denkens für das Verständnis

„Um die Sprache des anderen zu verstehen, ist es nicht genug, seine Worte zu verstehen. Du musst seine Gedanken verstehen.“

In der Sprache haben wir ein Instrument, mit dem wir bekräftigen oder leugnen. Ihr gezielter Einsatz setzt voraus, dass eine Person ein Bewusstsein darüber hat, was sie ist, und dass sie aus ihrem freien Willen heraus handeln kann. Die Sprache und das Denken haben jeweils einen anderen Ursprung, doch aus Gedanken wird Sprache und aus Sprache Vernunft.

Im Besonderen ist die Sprache von Kindern gesellschaftlich geprägt und wird erst später verinnerlicht. Die kognitive Entwicklung von Kindern wird durch informelle und formelle Gespräche mit Erwachsenen gefördert. Kinder beginnen damit, die Welt durch ihre Augen und ihr Sprechen wahrzunehmen.

Die Beziehung zwischen Worten und Gedanken

„Ein Wort ohne Gedanken ist tot, genau wie ein Gedanke im Schatten bleibt, wenn er nicht von Worten begleitet wird.“

Dieses Zitat spricht dasselbe Thema an wie das vorherige. Ein Gedanke kann mit einer Wolke verglichen werden, die Worte regnen lässt. Die Sprache dient als Mittel zur Interaktion und als Rahmenbedingung für die geistige Entwicklung. Deshalb ist die Sprache für das Denken grundlegend.

 

 

Gesellschaftliche Anpassung

„Wir werden wir selbst durch alle anderen.“

Wygotski dachte, dass allein gesellschaftliche Anpassung ein Bedürfnis wirklich befriedigen könne. Lasst uns vor Augen halten, dass die Kultur einen großen Teil unserer Bedürfnisse festlegt. Ein Geist kann nicht unabhängig von der Kultur sein, in der er sich entwickelt. In diesem Sinne sind wir soziale Wesen und keine isolierten Individuen.

Menschen, die einen Kreis bilden

Wygotski sprach über komplexe psychologische Funktionen, wie den Dialog. Diese hielt er für die Problemlösung sehr wertvoll. Seine Philosophie in ihrer positiven Natur ist ein Versuch, die Wichtigkeit unserer Umgebung hervorzuheben. Diese Umgebung übt einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf unsere Entwicklung aus.

Wir verändern uns ständig. Und sowohl die Kultur, als auch die Erfahrung dienen uns in unserem Leben als Kompass.