Die 4 Fenster: Veränderung durch Selbstanalyse

Die 4-Fenster-Selbstanalyse basiert auf der Idee, dass eine kleine Veränderung das Leben besser oder schlechter machen kann. Es geht darum, herauszufinden, wo es kleine Probleme gibt, die zu größeren führen können.
Die 4 Fenster: Veränderung durch Selbstanalyse

Letzte Aktualisierung: 01. November 2021

Die Technik der 4 Fenster ermöglicht dir eine Selbstanalyse, um dein Leben zu bewerten und zu verbessern. Sie eignet sich für alle, die mit ihrer gegenwärtigen Realität unzufrieden oder festgefahren sind, aber nicht klar erkennen können, welche Aspekte sie zurückhalten.

Es handelt sich um eine sehr einfache Formel, die nur Bereitschaft und etwas Zeit erfordert, um sie in die Praxis umzusetzen. Die 4 Fenster zur  Selbstanalyse sind nicht nur nützlich, um Veränderungen in einem bestimmten Bereich zu fördern, sondern auch, um das allgemeine Wohlbefinden zu stärken.

Diese Technik baut auf die Broken-Windows-Theorie auf. Dabei geht es darum, wesentliche Aspekte zu erkennen, die verändert werden sollten. Dies ermöglicht es dir, deine Anstrengungen auf bestimmte Punkte zu konzentrieren und die Dispersion zu verhindern.

“In den letzten 33 Jahren habe ich jeden Morgen in den Spiegel geschaut und mich gefragt: “Wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, würde ich auch das machen wollen, was mir heute bevorsteht?” Und wenn die Antwort an zu vielen aufeinanderfolgenden Tagen Nein lautete, wusste ich, dass ich etwas ändern musste.”

Steve Jobs

Die 4 Fenster: Veränderung durch Selbstanalyse

Die Broken-Windows-Theorie

Die Theorie der “zerbrochenen Fensterscheiben” kommt seit den 1980er-Jahren zum Einsatz, um die Polizeiarbeit zu verbessern und Kriminalität zu bekämpfen. Sie wurde von dem Sozialpsychologen Philip Zimbardo vorgeschlagen, nachdem er ein kleines Experiment durchgeführt hatte. Er ließ ein Auto mit offenen Türen und ohne Nummernschilder in einer gefährlichen Gegend der Stadt stehen. Wie zu erwarten war, wurde es innerhalb weniger Tage komplett zerlegt.

Dann ließ er ein anderes Auto in einem ähnlichen Zustand zurück, aber in einem noblen Stadtteil. Eine Woche verging und das Fahrzeug war immer noch intakt. Zimbardo schlug dann mit einem Hammer eines der Fenster ein und verursachte mehrere Schäden. Innerhalb weniger Tage war das Auto komplett zerlegt.

Die Schlussfolgerung ist, dass wenn ein Fenster kaputt ist und nicht repariert wird, die anderen Fenster bald von Vandalen eingeschlagen werden. Wenn jemand eine zerkratzte Hauswand nicht repariert, wird sie jeden Tag noch mehr Kratzer haben. Wird der Müll an einem Ort nicht beseitigt, entsteht in kurzer Zeit eine Müllhalde.

Fazit: Wenn du dich gehen lässt und nicht um deine Dinge kümmerst, entsteht Chaos. Das gilt nicht nur für die materielle Realität, sondern auch für die psychische Welt. Ein guter Weg, dies zu verhindern, ist also, kleine Schwierigkeiten zu beheben, damit sie nicht zu großen Problemen werden.

Die 4 Fenster zur Selbstanalyse

Wie du dir vielleicht denken kannst, geht es bei der dieser Selbstanalyse darum, zu identifizieren, welche “Fenster” repariert werden müssen. Die Botschaft ist dieselbe, wie bei den zerbrochenen Fensterscheiben in dem Experiment, das wir beschrieben haben: Wenn du dich nicht darum kümmerst, wirst du weitere Schwierigkeiten anziehen.

Falsche oder nicht hilfreiche Verhaltensweisen und Entscheidungen beginnen oft nicht mit einem markanten Anfang, sondern mit kleinen Situationen, die einem zerbrochenen Fenster gleichkommen. Genauso beginnen Veränderungen im Leben oft mit Handlungen, die unwichtig erscheinen, aber tatsächlich relevant sind, da sie Teil einer negativen Spirale sind.

Es gibt einfache Beispiele, die diese Idee veranschaulichen. Eine hohe Anzahl offener Tabs auf dem Computer, die vielleicht nicht relevant erscheinen, trägt dazu bei, dass die Aufmerksamkeit abschweift. Wenn das der Fall ist, braucht eine Person wahrscheinlich auch länger, um eine Aufgabe zu erledigen. Sie ist weniger produktiv und ihre Arbeit wird weniger geschätzt. Ein “kaputtes Fenster” ist also das Tor zu vielen Übeln. Deshalb muss es repariert werden. Wie?

Die 4 Fenster: Veränderung durch Selbstanalyse

Die 4 Fenster zur Selbstanalyse

Die vier Fenster beziehen sich auf die Gesundheit, die Produktivität und die Finanzen, persönliche Beziehungen und die individuelle Entwicklung. Du kannst deine Zufriedenheit in jedem dieser Bereiche messen, um deine “kaputten Fenster” zu reparieren.

Um festzustellen, wo das Problem liegt, bewertest du jedes Fenster mit 0 bis 5 Punkten. In jenem Bereich, in dem du die niedrigste Punktezahl erhältst, beginnst du, Veränderungen vorzunehmen. Befolge dabei folgende Schritte:

  • Erkenne Gewohnheiten. Beobachte sich wiederholende Verhaltensweisen, die zu Schwierigkeiten im schwächsten Bereich führen. Zum Beispiel: Wenn das Problem mit der “Gesundheit” zu tun hat, ist die negative Angewohnheit vielleicht das Essen von nährstoffarmen Lebensmitteln.
  • Erkenne Routinen. Beobachte deine Routinen, um Veränderungen einführen zu können. Um auf das vorherige Beispiel zurückzukommen: Eine Person isst abends vor dem Abendessen Chips, weil sie mit großem Appetit von der Arbeit kommt.
  • Erinnere dich. Gewohnheiten sind automatisch und tief verwurzelt. Es ist also notwendig, ein Bewusstsein für diese Dinge zu schaffen, um sie zu ändern. Eine Möglichkeit ist, sich daran durch verschiedene Methoden zu erinnern (Notizen, Alarme…), um sie zu vermeiden. Zum Beispiel eine Notiz: “Chips sind ungesund.”
  • Veränderung. Als Nächstes musst du eine gesunde Gewohnheit finden, die die ungesunde Gewohnheit ersetzt und die Rolle kompensiert, die sie spielt. Iss zum Beispiel zweimal am Nachmittag Obst, damit du nach der Arbeit keinen Hunger verspürst und bis zum Abendessen warten kannst.

Je genauer du deine 4 Fenster analysierst, desto besser kannst du die Maßnahmen definieren. Das Ideal ist, die einfachste und am tiefsten verwurzelte Gewohnheit in einem bestimmten Bereich zu identifizieren. Wenn es dir  gelingt, sie auszurotten, wird dies sicherlich zu einer Kette von relevanten Veränderungen führen.

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  • Sánchez-Monfort, J., & Sánchez-Jover, I. (2006). Por qué lo llamamos autocontrol cuando deberíamos llamarlo autoanálisis. Aten Primaria, 37(5), 305.