Die 3 Denkweisen – welcher Typ bist du?

12. Oktober 2017 en Psychologie 43 Geteilt
Situationen neu interpretieren, die eigene Denkweise verändern

Unsere Denkweise spiegelt sich in unseren Gedanken und Handlungen wider. Ihr liegen strukturierte Prozesse zugrunde. In anderen Worten findet die gesamte geistige Aktivität nicht zufällig statt, sondern ist auf Muster oder Schemen zurückzuführen, die im Laufe des Lebens erlernt werden. Das soll nicht heißen, dass sie unveränderlich sind. Denn die Plastizität des Gehirns ist erstaunlich: Wir können durchaus unsere Denkweise verändern.

„Das Gehirn ist kein Glas, das es zu füllen gilt, sondern eine Lampe, die es anzuschalten gilt.“

Plutarch

Wenn wir von Denkweisen sprechen, sprechen wir von einem so abstrakten Konzept, dass es vielen noch immer Rätsel aufgibt. Es geht um einen Begriff, der alle Prozesse, die in unserem Gehirn stattfinden, zusammenfasst: Kognition, Bewusstsein, Interpretation, Meinungsbildung, Wünsche, Gefühle usw. Denkweisen sind diese Straßen, die bewusste, unbewusste und funktionale Prozesse miteinander verbinden.

Je nachdem, wie diese Straßen gebaut sind, können verschiedene Denkweisen definiert werden: die unflexible Denkweise, die sich wandelnde Denkweise und die flexible Denkweise. Jede hat ihre Besonderheiten und folgt einer ihr eigenen Logik. Keine dieser drei Denkweisen ist jedoch in Stein gemeißelt und Übergänge können regelmäßig beobachtet werden. Und ja, es ist möglich, dass ein und derselbe Mensch seine Denkweise verändert und bezüglich seiner Denkweise zu verschiedenen Zeitpunkten in seinem Leben in unterschiedliche Kategorien einzuordnen ist.

Muster und Schemata im Gehirn

Die unflexible Denkweise: Die Denkweise, die neue Blickwinkel nicht betrachten will

Der Faktor Erziehung kann diese Denkweise stark favorisieren. Oftmals sind Menschen mit einer unflexiblen Denkweise Kinder ebenfalls unflexibler Eltern. Ihre Starrsinnigkeit ist im Grunde genommen ein Abwehrmechanismus: Festgefahrene Meinungen geben ihnen das Gefühl von mehr Kontrolle und beschützen sie vor ihrer Unsicherheit. Wer dieser Charaktereigenschaften aufweist, zeigt vor allem Gehirnaktivitäten, deren Fokus auf der Disziplin liegt.

Andererseits können Menschen mit einer unflexiblen Denkweise sehr oberflächlich sein. Sie analysieren und bewerten unentwegt die Richtigkeit von Gedanken oder Taten. Sie gehen davon aus, dass alles nach einem ganz bestimmten Schema erledigt werden sollte und auch dass dieses vorgegeben ist. Das führt dazu, dass sie große Schwierigkeiten damit haben, Situationen im Kontext zu interpretieren.

Es kann gut sein, dass sie sich verwirrt und verlassen fühlen, wenn etwas oder jemand sie aus ihrer Komfortzone herausholt. Fehlende Kontrolle löst bei ihnen Angst aus, unter der sie sehr leiden.

Die sich wandelnde Denkweise: Der Mensch, der seine Meinung ändert wie ein Chamäleon seine Farbe

Wer einer sich wandelnden Denkweise folgt, dem passiert genau das Gegenteil von dem, was wir zuvor beschrieben haben: Die Person kann einfach nicht bei einer Meinung bleiben und daher gibt sie sich mit allem zufrieden. Sie nimmt die Form dessen an, was sie umgibt.

Ein Auge in Fischform - Wie der Mensch sich an seine Umwelt anpasst

Diese Eigenschaften werden all jenen zuteil, die jeglicher Art von Kontrolle über die Umstände den Rücken zugekehrt haben. Menschen mit dieser Denkweise brauchen immer etwas oder jemanden, der sie führt. Es fällt ihnen sehr schwer, Entscheidungen zu treffen, und noch schwerer fällt es ihnen, in Bezug auf eine Tatsache Stellung zu beziehen. Sie wissen nicht, was sie denken sollen. Und da sie es nicht wissen, geben sie diese Aufgabe an andere weiter, an denen sie diese Sicherheit schätzen, die ihnen selbst fehlt.

Jemand mit solch einer Denkweise kann nur sehr schwer standhaft bleiben. Er setzt sich kaum Ziele, sondern lässt sie sich von anderen vorschreiben. In Aufgaben, bei denen man sich sehr unterordnen muss, glänzen diese Personen. Auf die eine oder andere Weise ergänzen sie sich mit Menschen mit einer unflexiblen Denkweise.

Die flexible Denkweise: Die ausgeglichene Denkweise

Die ausgeglichene Denkweise zeichnet sich dadurch aus, dass sie anpassbar ist. Mit anpassbar ist nicht gemeint, dass der Mensch, wie die Person mit der sich wandelnden Denkweise, passiv das Gegebene akzeptiert. Die Anpassung dieser Denkweise ist begründet und kreativ. Diese Menschen wissen, wie sie Stellung zur Realität beziehen, ohne anderen ihre Meinung aufzuzwingen, aber auch ohne die Meinung anderer unterwürfig zu akzeptieren.

In diesem Fall ist es die Art zu denken, die das Handeln bestimmt. Die Realität ist eine Tatsache, die erkannt, analysiert und verinnerlicht wird. Argumenten und Beweisen gegenüber bleibt man offen, weshalb bei der flexiblen Denkweise eine Meinungsänderung und Anpassung an neue Informationen stattfinden können. Im Grunde genommen ist der Mensch mit dieser Denkweise genügsam. Er ist nicht davon überzeugt, die Wahrheit zu kennen, aber ist auch nicht empfänglich für irrationales oder fälschliches Denken aufgrund von einem fehlenden Urteilsvermögen.

Diese Art und Weise des Denkens ist dafür verantwortlich, dass Beziehungen zu Mitmenschen umgänglich und konstruktiv gestaltet werden. Diese Denkweise erschafft auch die Bedingungen, damit sie noch weiterentwickelt werden. Das Leben bedeutet Veränderung und Veränderungen sind positiv, weil sie einen herausfordern und gleichzeitig dabei helfen, zu wachsen.

Drei Vögelchen sitzen auf einem Ast

Keiner von uns zeigt in jeder Situation ausschließlich einer dieser Denkweisen. Wir alle haben ein wenig von jeder, doch die eine oder andere überwiegt. Wir können auch nicht sagen, dass es so etwas, wie „schlechte Denkweisen“ und „gute Denkweisen“ gäbe. Dennoch ist es die Mühe wert, zu verstehen, dass es Arten des Denkens gibt, die uns helfen, glücklicher zu sein, während andere uns blockieren oder einschränken. Und deshalb ist es angebracht, über die eigenen Denkmuster zu reflektieren und sich daran zu erinnern, dass eine Denkweise verändert werden kann.

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