Der Tetris-Effekt: Was ist das?

6. Juni 2019
Wenn du noch nie vom Tetris-Effekt gehört hast, empfehlen wir dir diesen Artikel. Es handelt sich um einen faszinierenden psychologischen Effekt, der uns hilft, die Funktionsweise des menschlichen Gehirns besser zu verstehen!

Unsere täglichen Aktivitäten beeinflussen unsere Denkweise. Je mehr Zeit wir für bestimmte Aufgaben aufwenden, desto stärker wird unsere Weltsicht davon geprägt. Der Tetris-Effekt ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. Erfahre anschließend mehr darüber.

Der Tetris-Effekt wurde nach dem beliebten Videospiel benannt, bei dem verschiedene unterschiedlich geformte Blöcke so platziert werden, dass möglichst keine Lücken dazwischen verbleiben. Wir alle kennen dieses faszinierende Spiel, mit dem Klein und Groß viele Stunden ausgezeichnete Unterhaltung finden.

Aus verschiedenen Studien geht sogar hervor, dass Tetris unsere Denkweise verändern kann! 

In unserem heutigen Beitrag geht es um den Tetris-Effekt, der uns Aufschluss darüber gibt, wie der menschliche Geist arbeitet. Wenn du weißt, um was es geht, wirst du auch verstehen, warum dieser Effekt so nützlich ist.

Was genau ist der Tetris-Effekt?

Dieses Videospiel wurde bereits in zahlreichen psychologischen Studien untersucht. Damit konnten verschiedene Aspekte über Gedächtnisfunktionen, Aufmerksamkeit und Informationsverarbeitung analysiert werden. 

Besonders faszinierend ist jedoch die Wirkung dieses Spiels auf die Art und Weise, wie wir die Welt sehen.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass das Training mit diesem Spiel unsere Denkprozesse, unsere mentalen Bilder und Träume beeinflussen kannJe länger und öfter man damit spielt, desto größer sind die Auswirkungen, denn man beginnt dadurch, die Welt durch die „Tetris-Linse“ zu betrachten.

Tetris ist eines der bekanntesten und beliebtesten Computerspiele.

Häufige Spieler denken darüber nach, wie sie Objekte in der realen Welt zusammenfügen können.

Zum Beispiel versuchen manche Spieler, Wege zu finden, um die Regale der Lebensmittelgeschäfte besser zu organisieren. Andere stellen sich vor, wie verschiedene Bauwerke aussehen würden, wenn sie wie bei Tetris ineinander verschachtelt würden.

Manche haben sogar Halluzinationen, bei denen sie Tetris-Blöcke vom Himmel fallen sehen.

Andere Tetris-Spieler sehen die Spielblöcke in ihren Träumen. Doch keines der hier beschriebenen Symptome verursachte große Probleme. Für Forscher ist es allerdings faszinierend, wie ein so einfaches Spiel die Wahrnehmung so stark beeinflussen kann.

Wie kommt es zum Tetris-Effekt?

Manche Psychologen glauben, dass es sich einzig und allein um eine Gewohnheit handelt. Wer viele Stunden mit diesem Spiel verbringt, beginnt damit, die Welt auf dieselbe Weise wahrzunehmen. In diesem Fall geht es um eine Art des prozeduralen Gedächtnisses.

Doch es wurden auch einige Studien mit Gehirnscans durchgeführt, die einen direkten Einfluss von Tetris auf die Gehirnstruktur erkennen ließen. Beispielsweise zeigte eine 1994 von Okagaki und French durchgeführte Studie, dass 12 halbstündige Tetris-Sitzungen die graue Substanz einer Person verdichten können.

Dieser Teil unseres Gehirns ist direkt mit Intelligenz, kognitiver Flexibilität und vielen anderen Fähigkeiten verbunden. Die Forscher kamen deshalb zu dem Schluss, dass das Spielen von Tetris tatsächlich die mentalen Fähigkeiten einer Person verbessern kann. So betrachtet hat Gaming durchaus seine positiven Seiten!

Der Tetris-Effekt kann unsere Wahrnehmung der Welt beeinflussen.

Tetris-Effekt: weitere Beispiele

Diese Veränderung in der Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, erfolgt nicht nur bei Tetris. Auch andere Aktivitäten können diese Wirkung auf unsere kognitiven Funktionen haben.

Wenn wir beispielsweise einen Rubik-Würfel so schnell wie möglich lösen (Speedcubing) oder die Programmiersprache verwenden, kann dies unsere visuelle Wahrnehmung und den Umgang, wie wir Logik einsetzen, ebenfalls beeinflussen.

Dasselbe gilt für mathematische Aufgaben. Höhere Mathematik kann die Art und Weise, wie wir die Realität verstehen, signifikant verändern.

Der Tetris-Effekt kann sich auch auf verschiedene Sinne auswirken: So bezeichnet man zum Beispiel auf Englisch das schaukelnde Gefühl, das man nach einem Seegang an Land noch eine Weile verspürt, als „sea legs“ (Seebeine). Diese Auswirkung ist dem Tetris-Effekt sehr ähnlich.

Noch ist dieses Thema nicht ausreichend erforscht, doch man kann damit das Potenzial unseres Gehirns bereits besser verstehen.