Der liebeskranke Persönlichkeitstyp

Menschen, die süchtig nach dem Verliebtsein sind, leiden und verbergen Ängste, die sie dazu treiben, von einer Beziehung zur nächsten zu springen.
Der liebeskranke Persönlichkeitstyp
Valeria Sabater

Geschrieben und geprüft von der Psychologin Valeria Sabater.

Letzte Aktualisierung: 15. Oktober 2022

Manche Personen haben das Bedürfnis, immer verliebt zu sein: Sie springen von einer Beziehung zur nächsten, um sich immer wieder aufs Neue zu verlieben. Der liebeskranke Persönlichkeitstyp hinterlässt viele Opfer, doch auch er selbst ist nicht unbedingt glücklich. Diese Personen müssen sich intensiven Emotionen stellen und erleben oft Enttäuschungen und unerwiderte Liebe. Sie erleben hochkomplexe Situationen.

Der liebeskranke Persönlichikeitstyp

Der liebeskranke Persönlichkeitstyp

Die meisten Personen, die diesem Persönlichkeitstyp entsprechen, sind einem emotionalen Riesenrad ausgesetzt, in dem es ständig auf und ab geht. Sie gehen von der Aufregung des Verliebtseins zur Leidenschaft über, und später, wenn es ihnen gelingt, eine Beziehung einzugehen, kann die Stabilität selbst zu Monotonie und sogar Enttäuschung führen.

Der Mangel an Euphorie bringt sie vielfach zur Verzweiflung. Sie sind nämlich einem fast zwanghaften Bedürfnis des Verliebtseins unterworfen, was auf bestimmte Hintergründe zurückzuführen ist. Erfahre anschließend Genaueres darüber.

Liebessucht und die neurochemische Erklärung

Liebeskranke Menschen sind süchtig nach Liebe. Wenn sie sich in eine Person verlieben, gibt es in Wirklichkeit nie eine tiefe und authentische Verbindung. Sie hängen im Wesentlichen von dem Gefühl ab, das sie durch das Verliebtsein erleben, nicht jedoch von der Person.

Oft müssen sie nur einen interessanten Charakterzug an jemandem entdecken, um Begehren, Anziehung und Faszination zu erleben. Ein attraktives Gesicht, ein guter Sinn für Humor, Freundlichkeit, ein Kommunikationsstil, ein paar gemeinsam verbrachte Stunden…. Sie brauchen nicht viel, um den Mechanismus des Verliebtseins in einer intensiven, manchmal unverhältnismäßigen Weise auszulösen.

Die Sucht nach Liebe hat aus neurochemischer Sicht eine sehr spezifische Erklärung. Bei Menschen, die sich verlieben, agiert der Nucleus accumbens auf ähnliche Weise wie bei jeder Art von Sucht. Es besteht ein Bedürfnis, große Mengen an Dopamin, Serotonin und Oxytocin zu erhalten. Das sind die Neurotransmitter, die vorwiegend in den ersten Phasen der Liebe entstehen.

Von diesen Substanzen ist jedoch diejenige, die wirklich für diese Sucht, für dieses Bedürfnis, die Überschwänglichkeit der ersten Phasen des Verliebtseins zu erleben, verantwortlich ist, das Dopamin.

Der liebeskranke Persönlichkeitstyp

Der liebeskranke Persönlichkeitstyp und seine Defizite

Die neurochemische Erklärung kann die liebeskranke Persönlichkeit rechtfertigen. Es gibt aber auch andere Faktoren, die bei dieser Tendenz eine Rolle spielen:

  • Geringes Selbstwertgefühl. Manche Menschen fühlen sich nur erfüllt, wenn sie in einer Beziehung leben. Jemanden an seiner Seite zu haben, der das Selbstwertgefühl nährt und bestätigt, ist etwas sehr Befriedigendes und ein echtes Bedürfnis. Wenn sie diese Realitäten jedoch zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr spüren, werden sie dazu getrieben, die Beziehung zu beenden, um so schnell wie möglich einen neuen Partner zu finden, der das kann.
  • Die Angst vor dem Alleinsein nährt das Bedürfnis des Verliebtseins. Es gibt Menschen, die Einsamkeit weder begreifen noch akzeptieren. Sie verstehen das Leben ohne einen Partner nicht. Die Furcht vor dem Alleinsein führt dazu, dass sie sich zu jedem hingezogen fühlen, der zu einem bestimmten Zeitpunkt Interesse an ihnen zeigt. Der liebeskranke Persönlichkeitstyp springt deshalb von einer Beziehung zur nächsten. Er braucht immer jemanden an seiner Seite.

Der liebeskranke Persönlichkeitstyp entsteht durch ständige Unzufriedenheit, ein geringes Selbstwertgefühl, der Angst vor dem Alleinsein und dem Verlassenwerden. Diese Menschen geraten schließlich in einen Kreislauf, der sie immer unzufriedener macht. Sie benötigen Hilfe, um ihr Verhalten zu verändern und zuerst ihre eigene Innenwelt in Ordnung zu bringen, bevor sie eine neue Beziehung eingehen.

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