Der Cinderella-Komplex: Die Angst vor Unabhängigkeit

25. Mai 2016 en Emotionen 1 Geteilt

Manche Menschen haben Angst davor, unabhängig zu sein. Ohne es zu merken, wollen sie bedient umsorgt und von anderen verwöhnt werden. Zum ersten Mal erwähnt von Colette Dowling, basiert der „Cinderella-Komplex“ auf der Idee der Weiblichkeit, wie sie in der Geschichte beschrieben wird. Cinderella ist eine schöne, elegante, gebildete, hart arbeitende Frau, die von ihren Schwestern und ihrer Stiefmutter ausgenutzt wird.

Allerdings ist Cinderella nicht fähig, ihre Situation aus eigener Kraft heraus zu ändern. Sie benötigt die Hilfe von außen, in diesem Fall die des Prinzen. Wahrscheinlich denkst du, dass sich diese Geschichte in der Mehrzahl der Märchen wiederholt. Leider hast du damit Recht.

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„Die Existenz erlaubt keine Stellvertreter.“

Jorge Bucay

Obwohl wir über viele alte Tabus hinweg sind, sind viele Frauen noch darauf getrimmt, auf den „Traumprinzen“ zu warten. Das führt dazu, dass sich Frauen nach jemandem sehnen, der auf sie aufpasst, sie beschützt, und ihnen ein Gefühl von Sicherheit gibt. Wir wachsen in einer Gesellschaft auf, die Unterwerfung und Abhängigkeit von Frauen billigt, und zwar in vielen Fällen bis hin zu dem Punkt, an dem Unabhängigkeit und das Vermögen, sich als gültiger Mensch zu fühlen, eingeschränkt werden.

Wir glauben, in einer Welt voller Gefahren zu leben, vor denen wir beschützt werden müssen. Das bringt viele Frauen dazu, sich einzuschränken und auf etwas oder jemanden zu warten, um ihre Leben wach zu rütteln.

Das Verlangen danach, gerettet zu werden

Es ist weit verbreitet, sich nach Rettung zu sehnen, und wenn dein Retter adelig ist und auf einem Pferd angeritten kommt, um so besser.

Von Kindheit an wird Frauen oft beigebracht, dass es schwierig ist, es allein zu etwas zu bringen. Allerdings ist der Cinderella-Komplex keine reine Frauensache. Wie wir alle wissen, kommt er auch bei Männern vor.

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Es gibt viele Männer, die auf jemanden warten, der sie rettet. Stattdessen sollten sie die Verantwortung auf sich nehmen und etwas für ihr eigenes Wohlbefinden tun.

Letzten Endes ist es ganz egal, über welches Geschlecht wir reden. Das Wichtige ist, dass es viele Menschen gibt, die sich davor fürchten, unabhängig zu sein. Und niemand stellt uns die Dinge zur Verfügung, die wir brauchen, um uns diesem Problem zu stellen.

Unabhängige Menschen sind nicht so geboren, sie werden so gemacht.

„Ich habe gelernt, dass Mut nicht das Fehlen der Angst ist, sondern der Sieg über sie. Ein mutiger Mensch ist nicht jener, welcher keine Angst fühlt, sondern derjenige, der diese Angst besiegt.“

Nelson Mandela

Die Wahrheit ist, dass wir dazu tendieren, unsere eigene Identität zu verlieren, und das viel zu oft und viel zu schnell. Häufig sind wir unabhängige Menschen mit Zielen und Interessen, bis wir schließlich eine Beziehung anfangen.

Wenn wir eine neue Beziehung eingehen, neigen wir dazu, das beiseitezulassen, was uns definiert. Wir beginnen damit, die Welt aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Von wem ist dein Glück und dein Schicksal abhängig? Es ist allein deine Verantwortung. Jeden Morgen, wenn du deine Augen öffnest, denke darüber nach, ob du deinen Tag voller Trübsal verbringen willst, oder ob du deine Emotionen wieder aufleben lassen willst und sie dir zu eigen machst.

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